Bildung & Arbeit

Erleichterter BAföG-Zugang kommt früher als geplant – Asylbewerber bleiben aber weiter ausgeschlossen

Ab dem 01.01.2016 können Geduldete und Inhaber bestimmter humanitärer Aufenthaltstitel schon nach einem Aufenthalt von 15 Monaten Ausbildungsförderung nach dem BAföG beantragen. Das teilten die Bundesministerien für Arbeit und Soziales sowie für Bildung und Forschung (BMAS/BMBF) in zwei Pressemitteilungen vom 12.08.2015 mit. Zuvor hatte das Bundeskabinett den entsprechenden Gesetzesentwurf verabschiedet. Eigentlich sollte die Fristverkürzung erst am 01.08.2016 in Kraft treten. Aktuell gilt für die Betroffenen noch eine Wartefrist von vier Jahren.

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Mehr Praktika sind künftig zustimmungsfrei

ab 1. August Änderung der Beschäftigungsverordnung

Mit einer Änderung der Beschäftigungsverordnung sind seit 1. August für Asylbewerber und Geduldete mindestlohnfreie Praktika vom Zustimmungserfordernis der Bundesagentur für Arbeit ausgenommen. Die Regelung gilt für Pflichtpraktika, Praktika mit einer Dauer von bis zu drei Monaten, die zur Orientierung für die Aufnahme einer Berufsausbildung oder eines Studiums dienen, ausbildungs- bzw. studienbegleitenden Praktika mit einer Dauer von bis zu drei Monaten sowie Einstiegsqualifizierungen oder Maßnahmen der Berufsausbildungsvorbereitung.

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Bayerischer Flüchtlingsrat: "Arbeitsverbote sind Makulatur. Europäische Richtlinie verbietet Arbeitsverbote zur Abschreckung"

Am 31.03.2015 wies das bayerische Innenministerium alle Ausländerbehörden an, AsylantragstellerInnen aus sogenannten „sicheren Herkunftsstaaten“ sowie Flüchtlinge, deren Antrag als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt worden ist, keine Arbeits- oder Ausbildungserlaubnis mehr zu gewähren oder zu verlängern. Seither haben zahlreiche Flüchtlinge ihre Arbeitsplätze verloren, müssen tatenlos in Unterkünften sitzen, werden von allen Möglichkeiten einer Aufenthaltsverfestigung durch Arbeit oder absolvierte Ausbildungen ausgeschlossen. Die Verbote zielen auf Flüchtlinge aus dem Balkan, treffen aber auch Personen zahlreicher anderer Herkunftsländer.

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Sachverständigenrat Migration: Junge Flüchtlinge - Zugang zu Bildung und Ausbildung sicherstellen

Eine Kurzinformation des SVR-Forschungsbereichs vergleicht die Altersstruktur der Flüchtlinge mit der der deutschen Bevölkerung. Das Ergebnis: Asylsuchende sind im Schnitt deutlich jünger: Über die Hälfte ist unter 25 Jahren. In der deutschen Bevölkerung beträgt der Anteil dieser Altersgruppe nur knapp ein Viertel. Zwischen 2005 und 2014 hat sich die Zahl der unter 25-jährigen Flüchtlinge zudem von 27.301 auf 115.900 mehr als vervierfacht. Länder und Kommunen stehen somit vor der Herausforderung, den Besuch von Kindertagesstätten und Schulen zu ermöglichen und das Recht auf Bildung zu gewährleisten. Eine Voraussetzung für die Integration in den Arbeitsmarkt und damit ein wichtiger Baustein zur Eröffnung von Teilhabe- und Zukunftschancen ist es auch, jungen Flüchtlingen eine Ausbildung zu ermöglichen.

Bundesregierung beschließt erleichterten Zugang zu Praktika für Asylsuchende und Geduldete

Asylsuchende und Geduldete sollen in Zukunft leichter Praktika absolvieren können. Eine entsprechende Änderung der Beschäftigungsverordnung hat das Bundeskabinett bereits beschlossen. Das geht aus einer aktuellen Presserklärung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) vom 29.07.2015 hervor.

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3. Bildungsbericht 2015

Zahlen und Fakten zur Sprachförderung von Flüchtlingskindern

„Das Erlernen der deutschen Sprache ist wesentlich für die soziale Integration der Kinder“, stellte Kultusminister Andreas Stoch am 15. Juni bei der Vorstellung des 3. Bildungsberichts von Baden-Württemberg fest. Darin werden unter anderem die Sprachfördermaßnahmen für Kinder mit Migrationshintergrund an Grundschulen, weiterführenden Schulen und Berufsschulen dargestellt.

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Lehrerverbände fordern Ausbau der Berufsschulbildung für Flüchtlinge

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen fordert der Berufsschullehrerverband (BLV) 240 zusätzliche Lehrer/innenstellen an den beruflichen Schulen in Baden-Württemberg. Diese sollen durch Stellen für die Schulsozialarbeit sowie für pädagogische Assistenten/innen ergänzt werden. Herbert Huber, der Vorsitzende des BLV, drängt außerdem auf eine Ausweitung der Berufsschulpflicht auf Personen im Alter von 18 bis 25 Jahren. Bislang endet die Pflicht zum Berufsschulbesuch mit 18 Jahren. Unterstützt wird der Berufsschullehrerverband in dieser Forderung von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Der Oberbürgermeister von Schwäbisch-Gmünd, Richard Arnold, regte kürzlich sogar die Einführung einer generellen Berufsschulpflicht für Flüchtlinge an.

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Wings University: Kostenlose Onlineuniversität für Flüchtlinge

Die Wings University bietet international akkreditierte Online-Studiengänge für Flüchtlinge in deutscher und englischer Sprache an. Auf diesem Weg können auch Flüchtlinge ohne Nachweise über Schulabschlüsse studieren - und das noch dazu umsonst. Im Herbst sollen die ersten Kurse starten.

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Mängel bei der Beschulung von Flüchtlingskindern

Für eine frühzeitige Integration bedarf es ausreichender und besserer Angebote an den Schulen

Mit den steigenden Flüchtlingszahlen steigt die Zahl der Kinder, die mit oder ohne Eltern fliehen. Bis zum 16. Lebensjahr gilt auch für sie die Schulpflicht. Doch die Aufnahme in die Schulen vor Ort verläuft nicht immer ohne Probleme. Viele Schulen sind mit einer speziellen Förderung überfordert. An manchen Schulen gibt es Vorbereitungsklassen für Kinder ohne Deutschkenntnisse, in denen sie auf den Unterricht in der Regelklasse vorbereitet werden. Diese sind häufig überfüllt und Lehrkräfte oft nicht ausgebildet, Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten. Vielen Schulen fehlt überhaupt die Möglichkeit, Vorbereitungsklassen anzubieten aufgrund von zu wenig Lehrkräften oder nur wenigen Flüchtlingskindern.

  • 02.04.2014 Pressemitteilung Flüchtlingsrat Baden-Württemberg: Die Kinderrechtskonvention gilt auch für Flüchtlingskinder! Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg gibt der Beschulung von Flüchtlingskindern im Land die Note „mangelhaft“
  • siehe auch Artikel im Rundbrief 01/2014 des Flüchtlingsrats: Willkommen in der Schule? Angesichts steigender Flüchtlingszahlen fühlen sich Schulen überfordert und Flüchtlingskinder im Stich gelassen. (Autorin: Ulrike Duchrow)
  • 19.03.2014 Stuttgarter Zeitung: „Rasanter Anstieg bei Flüchtlingskindern“