EU-Flüchtlingspolitik

Flüchtlingslager Choucha in Tunesien. Foto: afrique-europe-interact

Auslagerung des Flüchtlingsschutzes nach Afrika?

Auf EU- und Bundesebene wird derzeit über die Einrichtung von Auffanglagern für Flüchtlinge in Afrika diskutiert. Dabei gehen die Meinungen weit auseinander: Bundesinnenminister de Maizière und seine österreichische Amtskollegin machen sich für die Transitzentren stark. Kritik kommt u.a. von Bundesjustizminister Maas sowie von Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen. Weiter befeuert wird die Debatte durch Vorschläge, die Seenotrettung und anschließende Aufnahme der geretteten Flüchtlinge in nordafrikanische Staaten auszulagern.

Weiterlesen …

Wieder 300 Flüchtlinge vor Lampedusa ertrunken - und erfroren

Nach Angaben des UNHCR stachen am 7. Februar in Libyen vier Flüchtlingsboote mit insgesamt mehr als 400 afrikanischen Flüchtlingen in See. Bei meterhohen Wellen und Eiseskälte seien die Schlauchboote danach in Seenot geraten. Eines der Boote konnte einen Notruf absetzen. Am Sonntag fand die italienische Küstenwache das erste Boot: 29 Flüchtlinge waren erfroren, 110 Insassen hatten überlebt. Am Mittwoch wurden dann weitere Überlebende gerettet. Von einem der Boote mit 107 Menschen überlebten nur sieben Personen. Von dem dritten Boot wurden nur zwei der 109 Insassen gerettet. Das vierte Boot auf dem sich etwa 100 Personen befunden haben sollen, wird vermisst. Nach der Einstellung der italienischen Seenotrettungsaktion "Mare Nostrum" war nur eine Frage der Zeit, wann sich eine solche Flüchtlingskatastrophe wieder ereignet.

  • 12.02.2015 PRO ASYL: "Mehr als 300 Tote vor Lampedusa." Es ist eine der größte Flüchtlingstragödie seit Jahren: Nach Informationen des UNHCR sind mehr als 300 Flüchtlinge vor Lampedusa gestorben. Doch die Toten sind keine Opfer des Meeres oder krimineller Schlepper. Es sind die Opfer der zynischen Logik europäischer und deutscher Flüchtlingspolitik.
  • 12.02.2015 Der Standard: Rom diskutiert Wiedereinführung von Mare Nostrum

Lampedusa geht uns alle an!

Giusi Nicolini zu Gast in Stuttgart

Die Bürgermeisterin von Lampedusa, Guisi Nicolini war Ende Januar zu Gast bei den Stuttgarter Flüchtlingsgesprächen. Sie berichtete über die Lage auf ihrer Heimatinsel und forderte eine humanere EU-Flüchtlingspolitik.

Weiterlesen …

Flüchtlingsstreik in Athen. Bild: Jürgen Weber

Obdachlos und ohne Geld: Syrische Flüchtlinge hungern in Athen

Rund 200 syrische Flüchtlinge sind seit 24. November 2014 vor dem griechischen Parlamentsgebäude in Athen in den Hungerstreik getreten. Sie fordern Unterstützung durch die griechischen Behörden und die Weiterreise in andere Länder der Europäischen Union.

Angst vor dem Winter

Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak defizitär

Mit dem Wintereinbruch wird sich die Lage für Millionen Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak zusehends verschärfen. Es stehen nicht genügend Unterkünfte zur Verfügung und die bestehenden Zelte bieten ohne Isolierung und Heizmöglichkeiten keinen ausreichenden Schutz gegen die fallenden Temperaturen. Zudem haben 1,7 Millionen Syrer und Syrerinnen, die in die Nachbarländer ihrer Heimat geflohen sind, zeitweise keine Lebensmittelgutscheine vom Welternährungsprogramm der UN erhalten.

Weiterlesen …

 			Foto: dpa

„Friedhof Mittelmeer“

Trauriger Rekord für 2014 zeichnet sich ab

Laut Schätzungen des UNHCR nahmen 2014 weltweit rund 350.000 Menschen gefährliche Schiffsüberfahrten auf sich, um Krieg, Armut oder Verfolgung zu entkommen. Etwa 4300 davon überlebten ihre Reise nicht. Somit zeichnet sich ein trauriger Rekord für das Jahr 2014 ab.

Die gefährlichste und gleichzeitig am häufigsten genutzte Route der Welt war dabei das Mittelmeer: Von den geschätzten 207.000 Menschen, die 2014 die Überquerung wagten, kamen nach UNHCR-Angaben 3419 Personen ums Leben. Angesichts dieser Entwicklungen appellierte Papst Franziskus Ende November an das Europaparlament: „Man kann nicht hinnehmen, dass das Mittelmeer zu einem großen Friedhof wird“.

Weiterlesen …

Auf Mare Nostrum folgt "Triton"

Bei der am 1.11. beginnenden Frontex-Operation geht es nicht darum, Menschenleben zu retten

Ab 1. November wird die italienische Seenotrettungsaktion "Mare Nostrum" durch die Frontex-Operation "Triton" abgelöst. Während Mare Nostrum darauf ausgerichtet war, in Seenot befindliche Flüchtlinge vor dem Tod zu retten, ist das von 26 EU-Staaten getragene Triton mit deutlich weniger Geld und Equipment ausgestattet und hat andere Prioritäten. Laut Frontex-Interimsdirektor Gil Arias gehe es nicht darum, Menschenleben zu retten. PRO ASYL befürchtet, dass die EU jetzt wieder sterben lässt, damit sich auf diese Art die Zahl der Flüchtlinge, die das Gebiet der EU erreichen, wieder reduziert.

Weiterlesen …

Flucht ohne Ankunft - Die Misere von international Schutzberechtigten in der EU

  • PRO ASYL (2014): Flucht ohne Ankunft - Die Misere von international Schutzberechtigten in der EU. Die Broschüre diskutiert die rechtliche Situation von international Schutzberechtigten Personen, die sich aufgrund inhumaner Aufnahmebedingungen oder aufgrund der Anwesenheit von Verwandten zur Weiterwanderung innerhalb der EU entschließen, dort aber in eine aufenthaltsrechtliche Notlage kommen.
    Broschüre als PDF. Die Broschüre kann auch - solange Vorrat reicht - über die Geschäftsstelle des Flüchtlingsrats bestellt werden. Oder direkt bei www.proasyl.de

Hunderte Flüchtlinge versuchten, den Grenzzaun in Melilla zu überwinden

16.10.14 PRO ASYL: "Erneut haben hunderte Flüchtlinge versucht den EU-Grenzzaun in Melilla zu überwinden. Nur wenige haben es geschafft, denn die Abschottung ist brutal. Flüchtlinge werden systematisch misshandelt – teilweise bis zum Tod. Die spanische Regierung schweigt sich aus."

Neues Verteilsystem für Flüchtlinge in der Diskussion

Seitdem Italien im Rahmen von "Mare Nostrum" Flüchtlinge aus dem Mittelmeer rettet und diese in großer Zahl in andere EU-Staaten weiterreisen lässt und damit die geltende Dublin-Verordnung unterläuft, mehren sich die Stimmen, die ein neues Verteilsystem von Flüchtlingen fordern. Jegliche Vorschläge in dieser Richtung wurden noch im vergangenen Jahr allesamt abgelehnt und mit der Verabschiedung der Dublin-III-Verordnung "business as usual" betrieben. Bei der EU-Innenministerkonferenz in Luxemburg forderte nun der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere ein Quotensystem. Zur Verringerung der Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland forderte auch der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) ein "solidarischeres" Verteilsystem, "etwa nach Wirtschaftskraft". PRO ASYL lehnt ein starres Verteilsystem ab und wirbt dafür, dass Deutschland auch in Zukunft mehr Flüchtlinge als andere Staaten aufnehmen soll: "Das gescheiterte Dublin-System würde nur durch eine noch monströsere EU-Bürokratie ersetzt, die Flüchtlinge weiterhin in Europa umherschiebt", so Geschäftsführer Günter Burkhardt gegenüber der Presse.

Weiterlesen …