Flüchtlingsarbeit BW - Stadt- & Landkreise

Solidaritätsfest als Antwort auf Anschlag in Neckargemünd

Vergangenen Sonntag (7.9.2015) warfen Unbekannte gegen Mitternacht zwei Rauchbomben in die Hofanlage einer Flüchtlingsunterkunft in Neckargemünd (Rhein-Neckar-Kreis). Wegen der Rauchentwicklung mussten 15 Bewohner das Gebäude vorübergehend verlassen. (Körperliche) Verletzungen erlitt Gott sei Dank keiner der insgesamt 50 Bewohner. Die Fahndung nach den Tätern läuft. Als Reaktion auf den feigen Anschlag soll am Freitag, den 11.09.2015, 17 Uhr, unter Federführung des örtlichen Asylarbeitskreises ein Solidaritätsfest in der Walkmühle stattfinden. Damit soll ein Zeichen gegen jedwede ausländerfeindlichen Aktionen gesetzt und die Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen demonstriert werden. Die Veranstaltung wird von sämtlichen Neckargemünder Parteien und Kirchen unterstützt; auch die Stadt hat ihre Beteiligung angekündigt.

Sporttag für Asylbewerber in Schwäbisch-Hall

Der Stadtverband für Sport und der Freundeskreis Asyl Schwäbisch-Hall haben am 5. September einen Sporttag für Asylsuchende durchgeführt. Rund 80 Flüchtlinge aus Unterkünften in Schwäbisch-Hall und Umgebung nahmen an dem Event teil, weitere Veranstaltungen sind geplant.

Flüchtlingsfrauen in Schwäbisch Gmünd

Der Dost Ladies Club

Seit Januar 2015 gibt es in Schwäbisch-Gmünd den Dost Ladies Club. Montags und Freitags von 17 bis 19 Uhr treffen sich dort Flüchtlingsfrauen aus aller Welt, um gemeinsam zu nähen, zu kochen und sich auszutauschen. Auch einige Ausflüge in die Umgebung wurden bereits organisiert.

"Lächeln schenken" - passgenaues Spenden per App

Die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge ist dieser Tage sehr groß, viele Menschen möchten Geld, Kleidung oder gar Möbel spenden. Doch was wird eigentlich gebraucht? Welche Spende ist wirklich sinnvoll? Das Programm "Lächeln schenken", das seit 1. September in Betrieb ist, möchte Stuttgarter Sozialdienste, die genau wissen, was ihre Schützlinge brauchen, mit potenziellen Spendern vernetzen und somit für gezieltere Sachspenden sorgen. "Lächeln schenken" kann durch Download der "hoomn"-App benutzt werden.

Erster Schwimmverein für Flüchtlinge in Schwäbisch Gmünd gegründet

Passend zu der heißen Sommerzeit Ende August konnte in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) der erste Schwimmverein für Flüchtlinge ("Erster Flüchtlings-Schwimmverein") in Deutschland gegründet werden. Neben zahlreichen anderen Projekten entstammt auch diese Idee der seit 2013 in Schwäbisch Gmünd bestehenden „Lernwerkstatt für Flüchtlinge“. Die Gmünder Engagierten bieten den in ihrer Stadt fast vierhundert lebenden Flüchtlingen viele facettenreiche Möglichkeiten sich in Deutschland zu integrieren an. Neben acht deutschen Rentnern konnten schon zu Beginn der Gründung des Schwimmvereins zwanzig Flüchtlinge aus den verschiedensten Ländern als Mitglieder gewonnen werden. Viele von ihnen wollen in der Gruppe das Schwimmen lernen. Mit dem Eintrag in das Vereinsregister darf die internationale Schwimmgruppe nun bald ihr Können unter Beweis stellen.

Integratives Wohnprojekt in Leonberg

Flüchtlinge und Einheimische unter einem Dach - das soll ab Mitte 2016 in Leonberg Realität werden. Angestoßen wurde das Projekt durch die Hoffnungsträger-Stiftung, die am Stadtrand von Leonberg drei Häuser gekauft hat. Neben Wohnungen sollen dort auch Schulungs- und Begegnungsräume entstehen, um das Miteinander zu fördern und den Flüchtlingen die Integration zu erleichtern.

Freies Internet für Flüchtlinge in Stuttgart Süd

Aus Haftungsgründen verweigern staatliche Stellen meist die Bereitstellung von Internetzugang für Flüchtlingsunterkünfte. Die BewohnerInnen einer Unterkunft in Stuttgart Süd können nun dennoch kostenlos im Netz surfen. Zu verdanken haben sie dies dem Freundeskreis Stuttgart Süd, der den Internetvertrag über Spenden finanziert. Die Sicherheit wird über den Verein Freifunk gewährleistet, der sich für freie WLAN-Netze einsetzt.

So können Ehrenamtliche Flüchtlingen in Heidelberg helfen

In einem Beitrag vom 19.07.2015 gibt die Rhein-Neckar-Zeitung einen detaillierten Überblick, wie (potenzielle) Ehrenamtliche die Heidelberger Flüchtlingsarbeit der karitativen (Caritas, Diakonie, DRK) und ehrenamtlichen (Asylarbeitskreis Heidelberg) Organisationen vor Ort konkret unterstützen können. Zudem wird unter Angabe von Kontaktdaten darüber informiert, wer für Ihr Hilfsangebot der richtige Ansprechpartner ist. Unterstützung – etwa in Form von Spenden oder Hausaufgaben- und Kindebetreuung – wird sowohl in der Notunterkunft in der Patrick Henry Village als auch für die dauerhaft in Heidelberg untergebrachten Flüchtlinge benötigt.

Erleichterung beim Arbeitsmarktzugang für Flüchtlinge - Fehlanzeige?

Erfahrungen des Arbeitskreis Asyl Benningen

Karlheinz Hassis hilft den Flüchtlingen in Benningen dabei, eine Arbeit zu finden. Dabei macht er nicht selten frustrierende Erfahrungen. Insbesondere der Mindestlohn verhindere in der Praxis häufig den ersten Kontakt von Flüchtlingen mit der Arbeitswelt, da er selbst bei kurzfristigen Aushilfsjobs gezahlt werden muss, was viele Arbeitgeber abschrecke.  Auch kurzfristige Praktika zur Berufsorientierung würden bei Asylsuchenden mit dem Verweis auf den Mindestlohn häufig abgelehnt. Lange Bearbeitungszeiten und die Vorrangprüfung täten ihr Übriges, um Flüchtlinge von der Aufnahme einer Arbeit abzuhalten, so Hassis. Erst kürzlich wurde der AK Asyl Benningen für sein Engagement mit dem Karl-Mommer-Preis der Kreis-SPD ausgezeichnet.

Gaienhofen zeigt sich offen und soldiarisch

Gaienhofen ist eine kleine Gemeinde mit gerade einmal 3000 (im Kernort 1000) Einwohnern im Landkreis Konstanz. Bald sollen in Gaienhofen bis zu 100 Flüchtlinge untergebracht werden.
An manch anderen Standorten haben weit geringere Flüchtlingszahlen schon zu Protesten sogenannter „besorgter BürgerInnen“ geführt. Anders in Gaienhofen.
Hier kamen 500 BürgerInnen zusammen um sich über die Unterbringung zu erkundigen, über Hilfsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu informieren und die Ankündigungen des Ladratsamtes kritisch zu begleiten. Auch ein Helferkreis ist bereits in Planung und genießt volle Unterstützung des Bürgermeisters und der Gemeinde Gaienhofen.