Härtefallkommission Baden-Württemberg

Härtefallkommission BW: Jahresbericht 2016

Erhöhung der Antragszahlen sowie der Ablehnungen

Dem 11. Tätigkeitsbericht der baden-württembergischen Härtefallkommission ist zu entnehmen, dass sich die Zahl der eingegangen Härtefallanträge deutlich erhöht hat — von 393 im Vorjahr auf 610 im Jahr 2016. Knapp ein Drittel davon wurde aus formalen Gründen (z.B. wegen noch nicht abgeschlossener Verwaltungs- oder Gerichtsverfahren) bereits in der Vorprüfung abgelehnt. Fast drei Viertel der Anträge, mit denen sich die Kommission inhaltlich auseinandergesetzt hat, wurden mit der Begründung einer sehr kurzen Aufenthaltsdauer und/oder einer noch nicht ausreichend erfolgten Integration als offensichtlich unbegründet abgelehnt. In 36 Fällen hat die Kommission ein Härtefallersuchen an den Innenminister gestellt, der in 34 Fällen ein Aufenthaltsrecht gewährt hat.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Tätigkeitsberichts empfiehlt der Flüchtlingsrat BW eine umfassende Prüfung, ob ein Härtefallantrag das Mittel der Wahl ist, sowie eine sehr sorgfältige Ausarbeitung eines Härtefallantrags. Personen, die einen Härtefallantrag für eine geflüchtete Person einreichen möchten, können sich gerne mit Fragen an uns wenden. Zudem weisen wir darauf hin, dass ein Härtefallantrag NICHT von Rechtsanwält*innen eingereicht werden sollte, dies schmälert die Erfolgsaussichten drastisch.

Was muss ich bei einem Härtefallantrag in Baden-Württemberg beachten?

Ausführlicher Reader von Caritas und Diakonie

Nach der Ablehnung im Asylverfahren gibt es in Deutschland nur wenige Möglichkeiten, einen Aufenthalt zu erhalten. In einigen Fällen kann der Härtefallantrag eine Chance sein.

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Neue Adresse der Härtefallkommission

Die Härtefallkommission ist nun beim Innenministerium angegliedert. 
Der Antrag ist per Fax (0711/279-4444) oder per Post zu richten an:

Härtefallkommission beim Ministerium für Inneres, Digitalisierung
und Migration Baden-Württemberg
- Geschäftsstelle -
Postfach 10 34 65
70029 Stuttgart


Härtefallkommission: Jahresbericht 2015

Starke Zunahme der Anträge und der Ablehnungen, nur 31 Härtefallersuchen

Aus dem aktuell vom Ministerium für Integration herausgegebenen Tätigkeitsbericht der Härtefallkommission (HFK) des Landes Baden-Württemberg ergibt sich, dass sich die Zahl der Anträge bei der HFK im Jahr 2015 mehr als verdoppelt hat. Im Jahr 2015 wurden laut Bericht insgesamt 393 Anträge eingereicht (2014: 185). Tatsächlich entschieden hat die HFK im Jahr 2015 über 297 Anträge. Von diesen wurden bereits in der Vorprüfung 105 Anträge aus rechtlichen Gründen (z.B. noch laufendes Gerichtsverfahren) und 144 Anträge als "offensichtlich unbegründet" wegen zu kurzem Aufenthalt und damit nicht ausreichender sozialer und wirtschaftlicher Integration abgelehnt. Von den lediglich 48 im Jahr 2015 eingehend beratenen und geprüften Eingaben wurden schließlich 31 positiv beurteilt und dem Innenminister als Gesuch vorgelegt. Die vorgelegten Gesuche wurden vom Innenminister alle angenommen und somit in diesen Fällen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt. Im Vergleich zum Jahr 2014 sind damit bei gleichzeitig massiv verschärften Asylgesetzen auch die Chancen für einen erfolgreichen Härtefallantrag stark gesunken. Die HFK sieht die Gründe in der Zunahme der Ablehnung in der zu geringen Aufenthaltsdauer / Integrationsleistung und auch in der sonstigen mangelnden Qualität vieler Anträge.

Kurz-Info Härtefallgesuch bei der Härtefallkommission des Landes BW

 

Wenn der Asylantrag rechtskräftig abgelehnt ist, kann ein Gesuch bei der Härtefallkommission den Vollzug der Ausreisepflicht oder auch die jahrelange Perspektivlosigkeit in der Duldung vermeiden. In jedem Fall sollte sorgfältig abgewogen werden, ob ein Härtefallgesuch sinnvoll und aussichtsreich ist. Es ist empfehlenswert, dass ein Härtefallgesuch von den Unterstützer/innen der Flüchtlinge eingereicht wird und nicht vom Rechtsanwalt / der Rechtsanwältin, der / die im Asylverfahren tätig war. Das Kurz-Info gibt eine Übersicht über die Erteilungsvorausssetzungen und möglichen Ausschlussgründe und stellt heraus, worauf es bei der Abfassung eines Härtefallgesuchs inhaltlich ankommt.

Jahresbericht der Härtefallkommission

Zunahme von Anträgen, deutliche Abnahme positiver Entscheidungen durch die Kommission, 2 Gesuche vom Innenminister abgelehnt

Das Ministerium für Integration legte am 26. März den 9. Tätigkeitsbericht der Härtefallkommission für Baden-Württemberg vor. Demnach wurden von den 185 Eingaben des vergangenen Jahres bereits im Rahmen der Vorprüfung 60 Eingaben aus rechtlichen Gründen und 68 Eingaben wegen "kurzen Aufenthalts und darauf beruhender fehlender Integration" als "offensichtlich unbegründet" abgelehnt. (vgl. Bericht S.9) 80 Eingaben wurden von der Kommission eingehend geprüft, davon wurden 52 dem Innenminister als Härtefallersuchen vorgelegt (35% aller Eingaben). In 50 Fällen gab der Innenminister dem Härtefallersuchen statt, in zwei Fällen lehnte er die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 23a AufenthG ab.

8. Tätigkeitsbericht der Härtefallkommission BW

HFK bewilligte in 2013 nur knapp jeden zweiten Antrag

Im Jahr 2013 gab es 148 Anträge bei der Härtefallkommission für Baden-Württemberg. Davon wurden laut Bericht der Kommission 43 Anträge im Vorverfahren abgelehnt. Von den 105 von der Kommission geprüften Anträgen wurde in 46 Fällen das Innenministerium als oberste Ausländerbehörde ersucht, eine Aufenthaltserlaubnis nach der Härtefallverordnung zu erteilen. Der Innenminister stimmte in allen diesen Fällen zu. Im Vergleich zum Jahr 2012 sank die Quote der ans Innenministerium gestellten Ersuchen von 65 auf 45%. Begründet wurde dies damit, dass immer mehr Personen einen Härtefallantrag stellten, die kürzer als zwei Jahre im Land seien und noch keine ausreichenden Integrationsleistungen vorzuweisen hätten. Die Maßstäbe der Kommission seien laut dem Vorsitzenden Dr. Edgar Wais nicht strenger geworden.

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Härtefallkommission beklagt Anstieg der Anträge

Zahl der abgelehnten Härtefallanträge steigt ebenfalls

Wie die dpa und verschiedene Zeitungen berichten, sind die Härtefallgesuche bei der Härtefallkommission von Baden-Württemberg im Jahr 2013 auf 150 angestiegen, ca. 50% mehr als im Vorjahr. Der Kommissions-Vorsitzende Dr. Edgar Wais beklagt laut diesen Medienberichten, dass eine steigende Zahl an Anträgen abgelehnt werden müsse, weil von den Betroffenen aufgrund von Arbeitsverboten zu wenig Integrationsleistungen erbracht werden konnten.

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Härtefallkommission erwartet Rückgang an Anerkennungen

Laut Presseberichten erwartet die Härtefallkommission des Landes Baden-Württemberg, dass im Jahr 2013 weniger Härtefallgesuche als bisher angenommen werden. Die Gründe liegen nach Ansicht des Kommissions-Vorsitzenden Edgar Wais darin, dass immer mehr Asylsuchende bereits nach relativ kurzem Aufenthalt ein Härtefallgesuch stellen würden und zu wenige Integrationsleistungen vorweisen könnten. Letzteres sei aber entscheidend.

Letzte Hoffnung Härtefallkommission

Eine deutsch-jüdische Aussiedlerfamilie kämpft um das Aufenthaltsrecht in Deutschland

Ein kurioser Fall oder typisch für das deutsche Ausländerwesen? Eine Frau, die vor über 20 Jahren im Rahmen des Kontingents jüdischer Flüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland kam und längst eine Niederlassungserlaubnis hatte, ging im Jahr 2007 zurück nach Russland, um ihre kranke Mutter zu pflegen. Nach eineinhalb Jahren kehrte sie zurück nach Deutschland mit der Konsequenz, dass die deutschen Behörden eine Aufenthaltserlaubnis versagten. Der Gerichtsstreit um die Wiederanerkennung des Aufenthaltsrechts, der bis zum BVerfG ging, blieb erfolglos. Am Ende blieb nur die Möglichkeit eines Härtefallgesuchs, über das bisher nicht entschieden ist.