Zahlen & Fakten

Zahl der Asylanträge 2015 um 135% angestiegen

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 476.649 Asylanträge gestellt, die meisten (441.899) davon waren Erstanträge. Dies stellt einen Anstieg um 135 % im Vergleich zu 2014 dar. Insgesamt wurde 2015 über 293.968 Asylanträge entschieden, was einer Verdopplung der Entscheidungen entspricht. Mehr als verdoppelt hat sich die Zahl der beim BAMF anhängigen Verfahren (364.664). Die Gesamtschutzquote für 2015 lag bei 49,8 % (2014: 31,5 %), wobei 48,5 % davon auf den Flüchtlingsschutz entfielen, die anderen Schutzformen waren in 2015 nur von marginaler Bedeutung. Ungefähr ein Drittel (32,4 %) aller Asylanträge wurde als unbegründet oder offensichtlich unbegründet abgelehnt. 17,8 % aller Verfahren erledigten sich auf "sonstigem" Weg. Diese Prozentzahl liegt weit niedriger als 2014 (35,2%), was vermutlich auf die zeitweise Aussetzung des Dublinverfahrens für syrische Staatsangehörige zurückzuführen ist. Nach Schätzungen beläuft sich die Gesamtzahl der in 2015 nach Deutschland eingereisten Asylsuchenden auf über 1 Million.

Elf Prozent engagieren sich für Flüchtlinge

Umfrage der EKD bestätigt großes ehrenamtliches Engagement in Deutschland

Viele Menschen in Deutschland engagieren sich in der Flüchtlingsarbeit. Dies bestätigt nun auch eine Umfrage des Sozialwissenschaftlichen Instituts (SI) der EKD. Demnach haben bereits 37% der Befragten etwas für Flüchtlinge gespendet und 11% engagieren sich in einer Flüchtlingsunterkunft in ihrer Nähe. Gleichzeitig hatten aber über 50% der Deutschen bisher noch keinen Kontakt zu geflüchteten Menschen.

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Erstmals Rückgang der Antragszahlen

Im November dieses Jahres sind erstmals weniger Asylsuchende nach Baden-Württemberg gekommen als in den Monaten davor. Laut den Monatsstatistiken des Ministeriums für Integration haben im November 2015 15.361 Menschen einen Asylerstantrag in Baden-Württemberg gestellt. Im Oktober waren es 17.307, im September 14.683, im August 8.991. Die meisten Asylsuchenden, die in Ba-Wü angekommen sind, stammen aus Syrien (47,5%), Afghanistan (19,2%) und dem Irak (12,6%) Alle anderen Herkunftsländer liegen unter 5%. Die Zahl der Asylsuchenden aus den "sicheren Herkunftsstaaten" des Westbalkan, lag im November insgesamt unter 2% aller Asylsuchenden. Insgesamt sind in diesem Jahr über 1 Million neue Asylsuchende nach Deutschland gekommen. Mehr Informationen: Ministerium für Integration BW: Zahlen und Daten

UN: Weniger Flüchtlinge im Mittelmeer, mehr Kinder unter den Flüchtenden

Zum ersten Mal in diesem Jahr ist nach Angaben des UNHCR die Zahl der Flüchtlinge auf der Mittelmeerroute deutlich gesunken. Im November seien rund 140 000 Schutzsuchende über das Mittelmeer nach Europa gekommen und damit rund 80.000 weniger als noch im Oktober. Dieser Rückgang ist insbesondere auf die schlechten Witterungsbedingungen zurückzuführen. Seit Januar 2015 sind nach Angaben der International Organisation of Migration (IOM) mehr als 870 000 Personen über das Mittelmeer geflohen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen gab bekannt, dass in den letzten Monaten so viele Kinder wie nie zuvor unter den Flüchtlingen waren. So sei allein im Oktober jeder dritte Schutzsuchende, der an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien registriert wurde, minderjährig gewesen.

Ergänzende Informationen zur Asylstatistik für das zweite Quartal 2015

  • Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Jan Korte, Sevim Dağdelen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.– Drucksache 18/5544



Flüchtlingszahlen: Starker Anstieg insgesamt - Rückgang der Westbalkanflüchtlinge

Im September wurden in Deutschland 163.000 Flüchtlinge registriert. Mehr als die Hälfte dieser Menschen sind syrische Staatsangehörige. Lediglich 9.774 kamen aus den Balkanländern Serbien, Mazedonien, Bosnien, Kosovo, Montenegro und Albanien. Diese Tendenz widerspricht laut Ulla Jelpke (Die Linke) der beschworenen Gefahr vom "massenhaften Missbrauch des Asylrechts". "Die geplanten Abschreckungsmaßnahmen gehen also völlig an der Realität vorbei“, sagte sie in einer Pressemitteilung. Nach Angaben des Bundes befinden sich derzeit weitere 290.000 Flüchtlinge im Land, die noch nicht registriert sind.

BAMF: Über 256.000 Asylanträge bis Ende August

In der Zeit von Januar bis August 2015 haben insgesamt 256.938 Personen in Deutschland Asyl
beantragt. 231.302 waren Erst- und 25.636 Folgeanträge. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr
bedeutet dies eine Erhöhung um 122,0 Prozent. Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Asylgeschäftsstatistik August. Insgesamt erwartet das BAMF im Jahr 2015 über 800.000 Asylanträge (vgl. Meldung BAMF vom 19.08.2015)

Weiterer Ausbau der Erstaufnahmekapazitäten in Baden-Württemberg

Nach Angaben des Ministeriums für Integration kamen im September insgesamt rund 27.000 Flüchtlinge nach Baden-Württemberg. Das entspricht in etwa allen Erstantragstellern im gesamten Jahr 2014. An folgenden Orten wurden im Laufe der letzten Wochen neue Erstaufnahmeeinrichtungen, z.T. behelfsmäßige Notunterkünfte in Industriehallen und dgl., geschaffen: Wertheim (ehemalige Polizeiakademie, Kapazität ca. 600 Personen), Mannheim (Benjamin-Franklin-Village, weitere 400), Stuttgart (Martinushaus des Caritasverbands, 300), Esslingen (300), Rottenburg-Ergenzingen (600), Ulm (Messehallen, 1.200). Auch in Tübingen soll in Kürze eine "BEA" eröffnet werden. Trotzdem ist es dem Land noch nicht gelungen, die Überlegungen in den LEA, insbesondere in Ellwangen, abzubauen. Mehr Informationen: http://www.integrationsministerium-bw.de

Höchste Zahl an Asylanträgen, höchste Zahl an nicht bearbeiteten Anträgen

Mit 79.000 Asylantragsteller/innen (BaWü: 7.100) gab es im Juli 2015 laut BAMF-Präsident Schmidt einen "Allzeitrekord". Im ersten Halbjahr 2015 haben in Deutschland knapp 180.000 Menschen einen Asylantrag gestellt, darunter knapp 20.000 Asylfolgeanträge. Hauptherkunftsland ist mit weitem Abstand Syrien. Aus den Balkanstaaten Serbien, Mazedonien, Bosnien, Kosovo, Montenegro und Albanien stammen 33% aller Asyl-Erstantragsteller/innen, wobei die Zahl der Flüchtlinge aus dem Kosovo seit März 2015 wieder deutlich zurückgegangen ist. Die Gesamtschutzquote beträgt im 1. Hj 2015 36,1 %. Die Zahl der vom BAMF unbearbeiteten Asylanträge ist mit ca. 209.000 doppelt so hoch als noch 2014.

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Trauriger Rekord: Fast 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

Weltweit waren Ende 2014 rund 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Das geht aus dem UN-Jahresbericht „Global Trends 2014“ hervor, der anlässlich des Weltflüchtlingstags (20. Juni) veröffentlicht wurde. Ein Jahr zuvor hatten die Flüchtlingszahlen noch bei 51,2 Millionen Personen gelegen. Damit ist die Steigerung von 2013 auf 2014 die höchste, die jemals im Laufe eines Jahres vom UNHCR dokumentiert wurde. 13,9 Millionen Menschen wurden allein im Jahr 2014 neu vertrieben. UN-Flüchtlingskommissar António Guterres beschrieb die dramatische Entwicklung mit folgenden Worten: "Wir geraten in eine Epoche, in der das Ausmaß der globalen Flucht und Vertreibung sowie die zu deren Bewältigung notwendigen Reaktionen alles davor Gewesene in den Schatten stellen"

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