Zahlen & Fakten

UN: Weniger Flüchtlinge im Mittelmeer, mehr Kinder unter den Flüchtenden

Zum ersten Mal in diesem Jahr ist nach Angaben des UNHCR die Zahl der Flüchtlinge auf der Mittelmeerroute deutlich gesunken. Im November seien rund 140 000 Schutzsuchende über das Mittelmeer nach Europa gekommen und damit rund 80.000 weniger als noch im Oktober. Dieser Rückgang ist insbesondere auf die schlechten Witterungsbedingungen zurückzuführen. Seit Januar 2015 sind nach Angaben der International Organisation of Migration (IOM) mehr als 870 000 Personen über das Mittelmeer geflohen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen gab bekannt, dass in den letzten Monaten so viele Kinder wie nie zuvor unter den Flüchtlingen waren. So sei allein im Oktober jeder dritte Schutzsuchende, der an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien registriert wurde, minderjährig gewesen.

Ergänzende Informationen zur Asylstatistik für das zweite Quartal 2015

  • Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Jan Korte, Sevim Dağdelen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.– Drucksache 18/5544



Flüchtlingszahlen: Starker Anstieg insgesamt - Rückgang der Westbalkanflüchtlinge

Im September wurden in Deutschland 163.000 Flüchtlinge registriert. Mehr als die Hälfte dieser Menschen sind syrische Staatsangehörige. Lediglich 9.774 kamen aus den Balkanländern Serbien, Mazedonien, Bosnien, Kosovo, Montenegro und Albanien. Diese Tendenz widerspricht laut Ulla Jelpke (Die Linke) der beschworenen Gefahr vom "massenhaften Missbrauch des Asylrechts". "Die geplanten Abschreckungsmaßnahmen gehen also völlig an der Realität vorbei“, sagte sie in einer Pressemitteilung. Nach Angaben des Bundes befinden sich derzeit weitere 290.000 Flüchtlinge im Land, die noch nicht registriert sind.

BAMF: Über 256.000 Asylanträge bis Ende August

In der Zeit von Januar bis August 2015 haben insgesamt 256.938 Personen in Deutschland Asyl
beantragt. 231.302 waren Erst- und 25.636 Folgeanträge. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr
bedeutet dies eine Erhöhung um 122,0 Prozent. Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Asylgeschäftsstatistik August. Insgesamt erwartet das BAMF im Jahr 2015 über 800.000 Asylanträge (vgl. Meldung BAMF vom 19.08.2015)

Weiterer Ausbau der Erstaufnahmekapazitäten in Baden-Württemberg

Nach Angaben des Ministeriums für Integration kamen im September insgesamt rund 27.000 Flüchtlinge nach Baden-Württemberg. Das entspricht in etwa allen Erstantragstellern im gesamten Jahr 2014. An folgenden Orten wurden im Laufe der letzten Wochen neue Erstaufnahmeeinrichtungen, z.T. behelfsmäßige Notunterkünfte in Industriehallen und dgl., geschaffen: Wertheim (ehemalige Polizeiakademie, Kapazität ca. 600 Personen), Mannheim (Benjamin-Franklin-Village, weitere 400), Stuttgart (Martinushaus des Caritasverbands, 300), Esslingen (300), Rottenburg-Ergenzingen (600), Ulm (Messehallen, 1.200). Auch in Tübingen soll in Kürze eine "BEA" eröffnet werden. Trotzdem ist es dem Land noch nicht gelungen, die Überlegungen in den LEA, insbesondere in Ellwangen, abzubauen. Mehr Informationen: http://www.integrationsministerium-bw.de

Höchste Zahl an Asylanträgen, höchste Zahl an nicht bearbeiteten Anträgen

Mit 79.000 Asylantragsteller/innen (BaWü: 7.100) gab es im Juli 2015 laut BAMF-Präsident Schmidt einen "Allzeitrekord". Im ersten Halbjahr 2015 haben in Deutschland knapp 180.000 Menschen einen Asylantrag gestellt, darunter knapp 20.000 Asylfolgeanträge. Hauptherkunftsland ist mit weitem Abstand Syrien. Aus den Balkanstaaten Serbien, Mazedonien, Bosnien, Kosovo, Montenegro und Albanien stammen 33% aller Asyl-Erstantragsteller/innen, wobei die Zahl der Flüchtlinge aus dem Kosovo seit März 2015 wieder deutlich zurückgegangen ist. Die Gesamtschutzquote beträgt im 1. Hj 2015 36,1 %. Die Zahl der vom BAMF unbearbeiteten Asylanträge ist mit ca. 209.000 doppelt so hoch als noch 2014.

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Trauriger Rekord: Fast 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

Weltweit waren Ende 2014 rund 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Das geht aus dem UN-Jahresbericht „Global Trends 2014“ hervor, der anlässlich des Weltflüchtlingstags (20. Juni) veröffentlicht wurde. Ein Jahr zuvor hatten die Flüchtlingszahlen noch bei 51,2 Millionen Personen gelegen. Damit ist die Steigerung von 2013 auf 2014 die höchste, die jemals im Laufe eines Jahres vom UNHCR dokumentiert wurde. 13,9 Millionen Menschen wurden allein im Jahr 2014 neu vertrieben. UN-Flüchtlingskommissar António Guterres beschrieb die dramatische Entwicklung mit folgenden Worten: "Wir geraten in eine Epoche, in der das Ausmaß der globalen Flucht und Vertreibung sowie die zu deren Bewältigung notwendigen Reaktionen alles davor Gewesene in den Schatten stellen"

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UNHCR: Asylantragszahlen in Industrieländern auf höchstem Stand seit 22 Jahren

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zählte 2014 in den Industrieländern 866 000 Asylbewerber. Damit lag die Zahl der Asylanträge um 45 Prozent höher als im Jahr zuvor. Dies geht aus dem UNHCR-Bericht "Asylum Trends 2014" hervor, der am 26. März in Genf veröffentlicht wurde. In absoluten Zahlen war Deutschland mit 173.000 Erstanträgen das Hauptzielland der Flüchtlinge, gefolgt von den USA (121.000) und der Türkei (87.000). Bezogen auf die Einwohnerzahl führt Schweden mit 75.000 Erstanträgen die Liste an.

Für 2015 rechnet der UNHCR mit einem weiteren Anstieg der Antragszahlen, da viele der 3,9 Millionen in die Nachbarstaaten geflohenen Syrer nicht an ein Ende des Krieges in ihrem Heimatland glauben und somit ein Anhalten des Flüchtlingsstroms nach Europa zu erwarten ist.

Jahresstatistik 2014 für Baden-Württemberg: Über 25.000 neue Asylsuchende

Nach Angaben des Ministerium für Integration wurden in Baden-Württemberg im Jahr 2014 insgesamt 25.673 Asylerstantragsteller/innen aufgenommen (BRD: 173.072). Während im zweiten Halbjahr die Zahl der Asylsuchenden aus Syrien und Serbien sank, stieg die Zahl von Antragsteller/innen aus dem Kosovo stark an. Dieser Trend setzte sich auch Anfang 2015 fort. Im Januar 2015 wurden 3.695 Asylsuchende aufgenommen, davon 1.306 aus dem Kosovo.

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Zahl der Asylanträge 2014 um fast 60 % angestiegen

Laut der Asylgeschäftsstatistik des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge stellten im Jahr 2014 202.834 Personen einen Asylantrag. Im Vergleich zum Vorjahr stellte dies einen Anstieg um 59,7 % dar. Mehrheitlich handelte es sich um Erstanträge (173.072), die Zahl der Folgeanträge belief sich auf 29.762. Insgesamt hat das BAMF im vergangenen Jahr über 128.911 Erst- und Folgeanträge entschieden. Die Gesamtschutzquote, d.h. der Anteil der Verfahren, die Asylanerkennungen, Zuerkennungen der Flüchtlingseigenschaft oder Gewährung von subsidiärem Schutz zum Ergebnis hatten, betrug 31,5 % (2013: 24,9 %). Demgegenüber wurden 33,4 % der Anträge als unbegründet bzw. offensichtlich unbegründet abgelehnt (2013: 38,5 %), während 35,2 % „formell“ abgelehnt wurden, was in ca. der Hälfte aller Fälle auf Dublin-Verfahren zurückzuführen war.

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