Flüchtlingsarbeit in BW - Übersicht

Kiron-Universität: Fernstudium für Flüchtlinge

Flüchtlinge, die regulär in Deutschland studieren möchten, müssen grundsätzlich ihre Identität, Deutschkenntnisse sowie Schulabschlüsse nachweisen. Nur sehr wenigen ist dies aus naheliegenden Gründen möglich. Um Flüchtlingen dennoch die Aufnahme eines Studiums zu ermöglichen, haben zwei junge Deutsche die Kiron-Universität gegründet (bisheriger Arbeitstitel: Wings-University). Im Oktober sollen die ersten Studiengänge starten. Bisher haben sich bereits 5.000 Asylsuchende beworben, die meisten stammen aus Syrien. Damit das Studium auch finanziell niederschwellig ist, werben die Gründer der Kiron-Universität derzeit über Crowdfunding Spendengelder ein.

Kostenlose Bahntickets für Flüchtlinge und ihre BegleiterInnen

Um einen Asylantrag zu stellen, müssen sich Flüchtlinge in die Erstaufnahmestellen begeben. Meistens geschieht dies mit öffentlichen Verkehrsmitteln, für die Asylsuchende in der Regel kein Geld haben. Das hat auch die Deutsche Bahn erkannt und befördert daher ab sofort Flüchtlinge und ihre BegleiterInnen unter bestimmten Bedingungen kostenlos. So erhalten Flüchtlinge nach Abgabe ihres Asylgesuchs (z.B. bei der Ausländerbehörde oder Polizei) einen Gutschein, den sie in den Reisezentren der Deutschen Bahn gegen ein Ticket für die Fahrt in die Erstaufnahmestelle eintauschen können. Sollten Flüchtlinge dennoch ohne Fahrschein in den Zügen angetroffen werden, erhalten Sie im Zug einen Ersatzfahrschein. Im Zweifelsfall entscheiden die Schaffner darüber, ob es sich bei einem Fahrgast tatsächlich um eine/n Asylbewerber/in handelt.

Weissach im Tal bekennt Farbe

Ende August ging in Weissach im Tal ein geplantes Asylbewerberheim in Flammen auf. Seitdem wehren sich die BürgerInnen der Stadt im Rems-Murr-Kreis dagegen, dass ihr Heimatort in die rechte Ecke gestellt wird. Kurz nach dem Brand versammelten sich rund 500 Menschen zu einer Mahnwache, um unter dem Motto "Weissach bekennt Farbe" ihre Solidarität mit Flüchtlingen kund zu tun. Das "Bazärle", ein Secondhandladen für Flüchtlinge, kann sich seit dem Anschlag vor Spenden kaum retten. Bürgermeister Schölzel möchte das zerstörte Gebäude wieder als Flüchtlingsunterkunft aufbauen und hofft auf eine Mehrheit im Gemeinderat. "Ihr könnt das Haus abbrennen, so oft ihr wollt, wir bauen es wieder auf", so bekräftigte ein örtlicher Pfarrer die Haltung des Bürgermeisters.

Solidaritätsfest als Antwort auf Anschlag in Neckargemünd

Vergangenen Sonntag (7.9.2015) warfen Unbekannte gegen Mitternacht zwei Rauchbomben in die Hofanlage einer Flüchtlingsunterkunft in Neckargemünd (Rhein-Neckar-Kreis). Wegen der Rauchentwicklung mussten 15 Bewohner das Gebäude vorübergehend verlassen. (Körperliche) Verletzungen erlitt Gott sei Dank keiner der insgesamt 50 Bewohner. Die Fahndung nach den Tätern läuft. Als Reaktion auf den feigen Anschlag soll am Freitag, den 11.09.2015, 17 Uhr, unter Federführung des örtlichen Asylarbeitskreises ein Solidaritätsfest in der Walkmühle stattfinden. Damit soll ein Zeichen gegen jedwede ausländerfeindlichen Aktionen gesetzt und die Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen demonstriert werden. Die Veranstaltung wird von sämtlichen Neckargemünder Parteien und Kirchen unterstützt; auch die Stadt hat ihre Beteiligung angekündigt.

Sporttag für Asylbewerber in Schwäbisch-Hall

Der Stadtverband für Sport und der Freundeskreis Asyl Schwäbisch-Hall haben am 5. September einen Sporttag für Asylsuchende durchgeführt. Rund 80 Flüchtlinge aus Unterkünften in Schwäbisch-Hall und Umgebung nahmen an dem Event teil, weitere Veranstaltungen sind geplant.

Flüchtlingsfrauen in Schwäbisch Gmünd

Der Dost Ladies Club

Seit Januar 2015 gibt es in Schwäbisch-Gmünd den Dost Ladies Club. Montags und Freitags von 17 bis 19 Uhr treffen sich dort Flüchtlingsfrauen aus aller Welt, um gemeinsam zu nähen, zu kochen und sich auszutauschen. Auch einige Ausflüge in die Umgebung wurden bereits organisiert.

"Lächeln schenken" - passgenaues Spenden per App

Die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge ist dieser Tage sehr groß, viele Menschen möchten Geld, Kleidung oder gar Möbel spenden. Doch was wird eigentlich gebraucht? Welche Spende ist wirklich sinnvoll? Das Programm "Lächeln schenken", das seit 1. September in Betrieb ist, möchte Stuttgarter Sozialdienste, die genau wissen, was ihre Schützlinge brauchen, mit potenziellen Spendern vernetzen und somit für gezieltere Sachspenden sorgen. "Lächeln schenken" kann durch Download der "hoomn"-App benutzt werden.

Erster Schwimmverein für Flüchtlinge in Schwäbisch Gmünd gegründet

Passend zu der heißen Sommerzeit Ende August konnte in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) der erste Schwimmverein für Flüchtlinge ("Erster Flüchtlings-Schwimmverein") in Deutschland gegründet werden. Neben zahlreichen anderen Projekten entstammt auch diese Idee der seit 2013 in Schwäbisch Gmünd bestehenden „Lernwerkstatt für Flüchtlinge“. Die Gmünder Engagierten bieten den in ihrer Stadt fast vierhundert lebenden Flüchtlingen viele facettenreiche Möglichkeiten sich in Deutschland zu integrieren an. Neben acht deutschen Rentnern konnten schon zu Beginn der Gründung des Schwimmvereins zwanzig Flüchtlinge aus den verschiedensten Ländern als Mitglieder gewonnen werden. Viele von ihnen wollen in der Gruppe das Schwimmen lernen. Mit dem Eintrag in das Vereinsregister darf die internationale Schwimmgruppe nun bald ihr Können unter Beweis stellen.

Integratives Wohnprojekt in Leonberg

Flüchtlinge und Einheimische unter einem Dach - das soll ab Mitte 2016 in Leonberg Realität werden. Angestoßen wurde das Projekt durch die Hoffnungsträger-Stiftung, die am Stadtrand von Leonberg drei Häuser gekauft hat. Neben Wohnungen sollen dort auch Schulungs- und Begegnungsräume entstehen, um das Miteinander zu fördern und den Flüchtlingen die Integration zu erleichtern.

Netzwerk zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit (NIFA)

Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg ist seit Juli 2015 Projektpartner im "Netzwerk zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit (NIFA)" (ehemals: Netzwerk Bleiberecht Stuttgart-Tübingen-Pforzheim).

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