Flüchtlingsarbeit BW - Stadt- & Landkreise

Solidarität mit Flüchtlingen in Wertheim

Nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Wertheim haben rund 1500 Bürgerinnen und Bürger der Stadt im Main-Taunus-Kreis an einem Schweigemarsch teilgenommen. Sie wollten ein Zeichen setzen für Mitmenschlichkeit und gegen Rassismus. Der Marsch endete in der Mitte September in Betrieb genommenen Landeserstaufnahmestelle.

Weissach im Tal bekennt Farbe

Ende August ging in Weissach im Tal ein geplantes Asylbewerberheim in Flammen auf. Seitdem wehren sich die BürgerInnen der Stadt im Rems-Murr-Kreis dagegen, dass ihr Heimatort in die rechte Ecke gestellt wird. Kurz nach dem Brand versammelten sich rund 500 Menschen zu einer Mahnwache, um unter dem Motto "Weissach bekennt Farbe" ihre Solidarität mit Flüchtlingen kund zu tun. Das "Bazärle", ein Secondhandladen für Flüchtlinge, kann sich seit dem Anschlag vor Spenden kaum retten. Bürgermeister Schölzel möchte das zerstörte Gebäude wieder als Flüchtlingsunterkunft aufbauen und hofft auf eine Mehrheit im Gemeinderat. "Ihr könnt das Haus abbrennen, so oft ihr wollt, wir bauen es wieder auf", so bekräftigte ein örtlicher Pfarrer die Haltung des Bürgermeisters.

Solidaritätsfest als Antwort auf Anschlag in Neckargemünd

Vergangenen Sonntag (7.9.2015) warfen Unbekannte gegen Mitternacht zwei Rauchbomben in die Hofanlage einer Flüchtlingsunterkunft in Neckargemünd (Rhein-Neckar-Kreis). Wegen der Rauchentwicklung mussten 15 Bewohner das Gebäude vorübergehend verlassen. (Körperliche) Verletzungen erlitt Gott sei Dank keiner der insgesamt 50 Bewohner. Die Fahndung nach den Tätern läuft. Als Reaktion auf den feigen Anschlag soll am Freitag, den 11.09.2015, 17 Uhr, unter Federführung des örtlichen Asylarbeitskreises ein Solidaritätsfest in der Walkmühle stattfinden. Damit soll ein Zeichen gegen jedwede ausländerfeindlichen Aktionen gesetzt und die Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen demonstriert werden. Die Veranstaltung wird von sämtlichen Neckargemünder Parteien und Kirchen unterstützt; auch die Stadt hat ihre Beteiligung angekündigt.

Sporttag für Asylbewerber in Schwäbisch-Hall

Der Stadtverband für Sport und der Freundeskreis Asyl Schwäbisch-Hall haben am 5. September einen Sporttag für Asylsuchende durchgeführt. Rund 80 Flüchtlinge aus Unterkünften in Schwäbisch-Hall und Umgebung nahmen an dem Event teil, weitere Veranstaltungen sind geplant.

Flüchtlingsfrauen in Schwäbisch Gmünd

Der Dost Ladies Club

Seit Januar 2015 gibt es in Schwäbisch-Gmünd den Dost Ladies Club. Montags und Freitags von 17 bis 19 Uhr treffen sich dort Flüchtlingsfrauen aus aller Welt, um gemeinsam zu nähen, zu kochen und sich auszutauschen. Auch einige Ausflüge in die Umgebung wurden bereits organisiert.

"Lächeln schenken" - passgenaues Spenden per App

Die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge ist dieser Tage sehr groß, viele Menschen möchten Geld, Kleidung oder gar Möbel spenden. Doch was wird eigentlich gebraucht? Welche Spende ist wirklich sinnvoll? Das Programm "Lächeln schenken", das seit 1. September in Betrieb ist, möchte Stuttgarter Sozialdienste, die genau wissen, was ihre Schützlinge brauchen, mit potenziellen Spendern vernetzen und somit für gezieltere Sachspenden sorgen. "Lächeln schenken" kann durch Download der "hoomn"-App benutzt werden.

Erster Schwimmverein für Flüchtlinge in Schwäbisch Gmünd gegründet

Passend zu der heißen Sommerzeit Ende August konnte in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) der erste Schwimmverein für Flüchtlinge ("Erster Flüchtlings-Schwimmverein") in Deutschland gegründet werden. Neben zahlreichen anderen Projekten entstammt auch diese Idee der seit 2013 in Schwäbisch Gmünd bestehenden „Lernwerkstatt für Flüchtlinge“. Die Gmünder Engagierten bieten den in ihrer Stadt fast vierhundert lebenden Flüchtlingen viele facettenreiche Möglichkeiten sich in Deutschland zu integrieren an. Neben acht deutschen Rentnern konnten schon zu Beginn der Gründung des Schwimmvereins zwanzig Flüchtlinge aus den verschiedensten Ländern als Mitglieder gewonnen werden. Viele von ihnen wollen in der Gruppe das Schwimmen lernen. Mit dem Eintrag in das Vereinsregister darf die internationale Schwimmgruppe nun bald ihr Können unter Beweis stellen.

Integratives Wohnprojekt in Leonberg

Flüchtlinge und Einheimische unter einem Dach - das soll ab Mitte 2016 in Leonberg Realität werden. Angestoßen wurde das Projekt durch die Hoffnungsträger-Stiftung, die am Stadtrand von Leonberg drei Häuser gekauft hat. Neben Wohnungen sollen dort auch Schulungs- und Begegnungsräume entstehen, um das Miteinander zu fördern und den Flüchtlingen die Integration zu erleichtern.

Freies Internet für Flüchtlinge in Stuttgart Süd

Aus Haftungsgründen verweigern staatliche Stellen meist die Bereitstellung von Internetzugang für Flüchtlingsunterkünfte. Die BewohnerInnen einer Unterkunft in Stuttgart Süd können nun dennoch kostenlos im Netz surfen. Zu verdanken haben sie dies dem Freundeskreis Stuttgart Süd, der den Internetvertrag über Spenden finanziert. Die Sicherheit wird über den Verein Freifunk gewährleistet, der sich für freie WLAN-Netze einsetzt.

So können Ehrenamtliche Flüchtlingen in Heidelberg helfen

In einem Beitrag vom 19.07.2015 gibt die Rhein-Neckar-Zeitung einen detaillierten Überblick, wie (potenzielle) Ehrenamtliche die Heidelberger Flüchtlingsarbeit der karitativen (Caritas, Diakonie, DRK) und ehrenamtlichen (Asylarbeitskreis Heidelberg) Organisationen vor Ort konkret unterstützen können. Zudem wird unter Angabe von Kontaktdaten darüber informiert, wer für Ihr Hilfsangebot der richtige Ansprechpartner ist. Unterstützung – etwa in Form von Spenden oder Hausaufgaben- und Kindebetreuung – wird sowohl in der Notunterkunft in der Patrick Henry Village als auch für die dauerhaft in Heidelberg untergebrachten Flüchtlinge benötigt.