Roma-Flüchtlinge

Westbalkan-Regelung: Wie eine Bevölkerungsgruppe ausgeschlossen wird

Experte: Roma profitieren kaum von Arbeitsvisums-Regelung

In einem Beitrag im Fluchtforschungsblog erklärt der Westbalkan-Experte Stephan Müller, wie die Roma aus den Westbalkanländern 2015 benutzt wurden, um eine Verschärfung des Asylrechts durchzusetzen. Von den Maßnahmen, die in diesem Zusammenhang die Kritik besänftigen sollten - zum Beispiel das erleichterte Arbeitsvisum für Menschen aus den Westbalkanstaaten - profitieren sie jedoch kaum, so seine These.

Einleitung eines landesweiten Roma-Netzwerks

Die Anlaufstelle Pro Roma der katholischen Seelsorgeeinheit Waldkirch hatte in Kooperation mit dem Roma-Büro Freiburg zum ersten landesweiten Treffen von Roma nach Waldkirch eingeladen, es kamen über 90 Menschen aus ganz Baden-Württemberg. Kenan Emini (Vorsitzender des Roma-Centers Göttingen und Mitglied des Bundes Roma Verband) sprach im Einführungsvortrag über die Arbeit der Initiative "Alle bleiben", die sich für die Rechte von Roma, die von Abschiebung bedroht sind, einsetzt. Mit Gästen, Kemal Ahmed (Pro Roma) und Sean McGinley (Flüchtlingsrat Baden-Württemberg) wurde im Anschluss die Gründung eines landesweiten Netzwerkes eingeleitet.

Vertrieben, vergiftet und vergessen

20 Jahre nach dem Kosovo-Krieg: Die Rom*nija und andere Minderheiten sind die vergessenen Opfer

20 Jahre nach dem Kosovo-Konflikt erinnert die Rosa-Luxemburg-Stiftung an ein weitgehend unbekanntes Kapitel dieser Geschichte: Die gewaltsame Vertreibung der Minderheiten - neben Serb*innen auch Rom*nija, Ashkali und Ägypter*innen - durch albanische Nationalist*innen unter den Augen der NATO-Truppen in der unmittelbaren Nachkriegszeiten.

Dem wachsenden Antiziganismus entgegentreten!

Gemeinsame Pressemitteilung der Beratungsstelle Pro Roma und des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg zum Internationalen Roma-Tag am 8. April

Anlässlich des Internationalen Roma-Tages am 8. April erinnern die Roma-Gemeinschaft und ihre Unterstützer*innen an den Beginn der weltweiten Roma-Bürgerrechtsbewegung und mahnen die fortwährende Diskriminierung und Ausgrenzung dieser Minderheit an. Dieser Tag erinnert aber auch an Verfolgung und Diskriminierung, denen die Roma über Jahrhunderte hinweg ausgesetzt waren, und an den auf Vernichtung zielenden Rassismus des NS-Regimes. Erst nach vier Jahrzehnten hat die Bundesregierung den Völkermord an Sinti und Roma anerkannt. Dass sie dies überhaupt getan hat, war ein Verdienst der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in Deutschland, die viele Jahre hierfür gekämpft hat.

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Gewalt-Vorwürfe gegen Securities in Karlsruhe

Betroffene und Zeug*innen wenden sich an Beratungsstelle "Pro Roma"

Die Beratungsstelle "Pro Roma" in Waldkirch berichtet von gewaltsamen Übergriffen von Security-Person in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in der Felsstraße in Karlsruhe gegen Geflüchtete aus Mazedonien. Laut Betroffenen und Zeug*innen hatten sich die Securities über spielende Kinder auf den Fluren beschwert und hätten anwesende Personen anschließend geschlagen und zu Boden geworfen. Betroffene und Zeug*innen berichten ebenfalls, dass sie anschließend von den Securities angewiesen worden seien, niemand zu sagen, was passiert sei. Eine Zeugin hat im Interview mit Radio Dreyeckland über den Vorfall gesprochen.

Romakinder - Schule ohne Abschiebung!

Auf ihre Kampagne "Zukunft für Alle – Schule ohne Abschiebung" wies kürzlich das Roma-Center in Göttingen hin. Danach werden viele Roma-Kinder, auch die, die in Deutschland geboren werden und eine Schule besuchen, abgeschoben. Ca. 75% von ihnen gehen danach nie wieder in die Schule, da sie die Sprache ihres vermeintlichen Herkunftsland nicht beherrschten oder diskriminiert würden. Weitere Informationen bzw. Kontaktdaten anbei.

Spendenaufruf Serbienreise und Deutschlandaufenthalt für jugendlichen Roma

Solifonds Perspektiven besucht im Juli Familien in Serbien

Vom 12.-16. Juli werden zwei Aktive aus dem Netzwerk des Solifonds Perspektiven nach Serbien reisen, um drei oder vier Roma-Familien, die sie in den letzten Jahren unterstützt haben, zu besuchen und sich nach deren Situation und Lebensbedingungen vor Ort zu erkundigen. Einen jugendlichen Rom wollen sie abholen und ihm einen zweiwöchigen Besuchsaufenthalt zur Berufsorientierung in Deutschland ermöglichen. Für die Finanzierung der Kosten der Reise (ca. 1.200 Euro) und der Kosten für den Besuchsaufenthalt (ca. 800 Euro) wird um Spenden gebeten.

Es werden auch Sachspenden in Form von Kleidung für Babys und Kleinkinder (ca. 2 Jahre) sowie gebrauchte Mobiltelefone gesammelt. Wer etwas beitragen möchte, kann sich bei info@solifonds-perspektiven.org melden.

Segregation, Ausgrenzung und fehlende Rechtshilfe

UNO-Komitee gegen Rassismus sieht erheblichen Verbesserungsbedarf in Serbien

Das UNO-Komitee zur Beseitigung rassistischer Diskriminierung hat sich zur Situation in Serbien geäußert. Nach Auffassung des Komitees gibt es großen Verbesserungsbedarf in Sachen Schutz vor rassistischer Diskriminierung und Gewalt. Ferner spricht das Komitee von „Segregation“ im Bildungs- und Wohnungsbereich, die Angehörige der Minderheit der Rom*nja ausgrenzt. Mangels finanzieller Unterstützung könnten sich Betroffene von Diskriminierung oft nicht rechtlich zur Wehr setzen – und selbst wenn: Die Unabhängigkeit der Justiz scheint nicht immer gewährleistet.

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EGMR: Montenegro hat Roma nicht ausreichend geschützt

Erfolgreiche Klage offenbart Unzulänglichkeiten des Konzeptes der "Sicheren Herkunftsstaaten"

Am Dienstag hat das Europäische Gericht für Menschenrechte über die Klage zweier Männer aus Montenegro entschieden, die aufgrund ihrer ethnische Zugehörigkeit als Roma und ihrer islamischen Religion zur Zielscheibe wiederholter Angriffe geworden waren. Das Gericht entschied, dass die Polizei und andere Behörden des Staates die Rechte der Männer nicht hinreichend geschützt hatten. Deutschland hat Montenegro als "sicheres Herkunftsland" eingestuft. Damit wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass das, was nach Überzeugung des EGMR hier passiert ist, gar nicht passieren kann - nämlich unzureichender Schutz von Minderheiten vor Übergriffen.

Petitionsausschuss lehnt Bleiberecht für Familie Ametovic ab

Mutter mit sechs Kindern soll ins Elend zurückgeschickt werden

Am 28. September hat der Petitionsausschuss des Landtags Baden-Württemberg die Petition „Für ein Bleiberecht aus humanitären Gründen für Frau Ametovic und ihre Kinder!“ einstimmig abgelehnt. Die Mutter und ihre sechs Kinder müssen bis Ende November – also direkt zum bevorstehenden Winter hin – nach Serbien zurückkehren.

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