Veranstaltungen

"Sprachlos? Nicht mit uns!" - Tagung des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg

Samstag, 10. November 2018, Bürgerräume West, Bebelstraße 22, 70193 Stuttgart

PROGRAMM

 
9.30

Ankunft und Anmeldung (mit Kaffee)

10.00

Begrüßung

Lucia Braß (1. Vorsitzende Flüchtlingsrat BW)
10.15

Vortrag und Diskussion „Die Macht der Sprache“ – Öffentlicher Diskurs zum Thema Flucht und Asyl

„lllegale Migrant*innen“, „Flüchtlingswelle“, „Asyltourismus“ — der Sprachgebrauch zu den Themen Flucht und Asyl in Medien und Politik beschwört Bilder herauf, die sich – so können wir gerade gut beobachten –  auf das gesellschaftliche und politische Klima teilweise drastisch auswirken. Welche Tendenzen lassen sich derzeit im öffentlichen Diskurs erkennen, inwiefern wird Migration als Bedrohung dargestellt und „versicherheitlicht“? Und wie können Ehren- und Hauptamtliche in der Flüchtlingsarbeit reagieren, wenn sie mit sog. „negativem Framing“ in Kontakt kommen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Vortrag von Dr. Stefan Rother vom Arnold-Bergstraesser-Institut an der Universität Freiburg.
 

Hinweis zu den Arbeitsgruppen: Zwei AGs werden doppelt angeboten, der Inhalt am Vor- und Nachmittag wird identisch sein. Die AGs Nr. 1 am Vor- und Nachmittag werden über die DPL gefördert.

11.15

Arbeitsgruppen Phase 1

 

AG 1

Besonderer Schutzbedarf von LSBTTIQ-Geflüchteten
Mindestens 5% der geflüchteten Menschen sind lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, intersexuell oder queer (lsbttiq). Welche Erfahrungen machen sie in ihren Herkunftsländern, auf der Flucht sowie hier in Deutschland? Auf den besonderen Schutzbedarf von LSBTTIQ-Geflüchteten sind viele Unterstützer*innen häufig nicht ausreichend vorbereitet. Doch für eine gute Begleitung und Beratung der Geflüchteten sind Wissen zu den Themen sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität
sowie eine Auseinandersetzung mit den Handlungsmöglichkeiten im eigenen Tätigkeitsfeld Voraussetzungen.
Referentin: Luise Kenntner (VLSP* Stuttgart)


AG 2

Aufenthaltsverfestigung und Widerruf
Wie geht es weiter nach der Anerkennung im Asylverfahren? Welche Möglichkeiten gibt es, zum dauerhaften Aufenthalt und perspektivisch auch zu einer Einbürgerung zu gelangen? Was passiert, wenn sich die Situation im Heimatland verbessert? In diesem Workshop wird das aufenthaltsrechtliche Prozedere nach der Anerkennung dargestellt – es geht um die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis, das Widerrufsverfahren, die unbefristeten Aufenthaltstitel sowie um die Einbürgerung.
Referent: Seán McGinley (Geschäftsstelle Flüchtlingsrat BW)


AG 3

Familiennachzug und Familienasyl
Am 1. August ist das „Familiennachzugsneuregelungsgesetz“ in Kraft getreten, das den Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten in begrenztem Umfang (wieder) zulässt. In der AG sollen die zentralen Regelungen vorgestellt und erste praktische Erfahrungen ausgetauscht werden. Daneben werden der Elternnachzug zu unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, das Familienasyl und seine Bedeutung für den „Kaskadennachzug“ sowie die Familienzusammenführung über die Dublin-III-Verordnung behandelt.
Referenten: Sebastian Röder (Geschäftsstelle Flüchtlingsrat BW), Joachim Glaubitz (Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V.)


AG 4

Aktuelle rechtliche Entwicklungen im Bereich Asyl und Migration
Was gibt's Neues im Asylrecht? Antworten auf diese Frage liefert RA Manfred Weidmann, der aus anwaltlicher Sicht unter anderem die aktuelle Rechtsprechung und Behördenpraxis zu Afghanistan beleuchtet. Auch droht vielen Geflüchteten die Abschiebung nach Italien, sei es als „Dublin-Fall“ oder als „Anerkannter“. Mit Spannung wird hier eine Grundsatzentscheidung des EuGH erwartet. Die AG bringt Sie auch auf den neusten Stand zu den Themen „Ankerzentren“ und „sichere Herkunftsstaaten“. Weitere Themen sind die  „Dauerbrenner“ Ausbildungsduldung und Mitwirkungspflichten. 
Referent: Manfred Weidmann (Sprecher/innenrat Flüchtlingsrat BW)

13.15Mittagessen
14.15
Arbeitsgruppen Phase 2

AG 1

Posttraumatische Belastungsstörung: Hinweise für die Begleitung
Die meisten Geflüchteten machen auf ihrer Flucht traumatische Erfahrungen, bei einem Teil entwickelt sich infolgedessen eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Wie können Unterstützer*innen Anzeichen für eine Traumafolgestörung erkennen? Wie kann man sensibel damit umgehen und welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? Diese und weitere  Fragen werden in der Arbeitsgruppe thematisiert.
Referentin: Katharina Schleifer (Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm)


AG 2

Härtefallanträge erfolgreich stellen
Das Härtefallverfahren bietet eine Möglichkeit für Personen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen. Dieser Workshop informiert über die rechtlichen und formalen Grundlagen und gibt Tipps dazu, worauf beim Inhalt des Antrags zu achten ist.
Referent: Seán McGinley (Geschäftsstelle Flüchtlingsrat BW)


AG 3

Familiennachzug und Familienasyl
Text und Referenten s.o.


AG 4

Aktuelle rechtliche Entwicklungen im Bereich Asyl und Migration
Text und Referenten s.o.

16.15Kaffeepause
16.30
Austausch im Plenum zu aktuellen politischen Aktionen und Sensibilisierungsarbeit
17.00Ende

TAGUNGSORT: Bürgerräume West, Bebelstraße 22, 70193 Stuttgart

Anfahrt:

Mit den Stadtbahnlinien U29 sowie mit der Buslinie 42 bis Haltestelle Schwab-/Bebelstraße.
Es gibt ein Parkhaus direkt im Bürgerzentrum West. Weitere Informationen finden Sie unter www.brs-west.de.

Zurück