Herzliche Einladung zur diesjährigen Frühjahrstagung am Samstag, den 18. April 2026, in Stuttgart. Wir haben ein spannendes und vielfältiges Programm auf die Beine gestellt, das Sie unten finden. Der Hauptvortrag behandelt die Kämpfe geflüchteter Menschen in Baden-Württemberg. Anschließend gibt es kleine Vernetzungsrunden, in welchen die Projekte Heval, Justice for Mahdi und Vertrauensperson Abschiebehaft vorgestellt werden. Nach der Mittagspause können Sie innerhalb der Themenphase an einem Vortrag bzw. einem Workshop von insgesamt vier Möglichkeiten teilnehmen. Es gibt eine Teilnahmebegrenzung pro Vortrag/Workshop.
Die Tagung ist kostenlos und richtet sich an Engagierte im Bereich Flucht und Asyl. Es gibt veganes Mittagessen, Kinderbetreuung und eine*n Dolmetscher*in für Englisch und/oder Dari. Bitte melden Sie sich bis zum 15. April 2026 über das untenstehende Formular an.
Ort: Bürgerräume West in der Bebelstraße 22, 70193 Stuttgart (barrierefrei)
Unsere Tagung soll einen möglichst geschützten Raum für alle Beteiligten darstellen. Deshalb bitten wir alle Beteiligten, die Vereinbarung zum Umgang miteinander bei der Anmeldung zur Kenntnis und sich bei der Tagung zu Herzen zu nehmen.
Die Tagung findet im Rahmen des Projekts „Aktiv für gesellschaftliche Teilhabe“ statt, unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat. Eine Koförderung besteht durch die Deutsche Postcode Lotterie.
PROGRAMM
10:00 Begrüßung durch Lucia Braß, 1. Vorsitzende Flüchtlingsrat BW
10:15 Interview und Vortrag mit Rex Osa: Die Kämpfe geflüchteter Menschen
Seit Jahrzehnten engagieren sich geflüchtete Menschen (auch) in Baden-Württemberg. Sie kämpfen für bessere Lebensbedingungen, gegen rassistische Ausschlüsse und für die Sichtbarkeit von Fluchtursachen.
Rex Osa ist Gründer der Organisation Refugees4Refugees und seit langer Zeit aktivistisch in Baden-Württemberg sowie international aktiv. Mit ihm wollen wir auf erfolgreiche Kämpfe geflüchteter Menschen in Baden-Württemberg zurückblicken und diskutieren, was wir heute daraus lernen können.
11:00 Kaffeepause
11:15 Ehrenamtliches Engagement – Vernetzungsrunde
12:15 Mittagspause
13:15 Themenphase
(1) Demokratische Selbstverwaltung in Rojava: Errungenschaften und Herausforderungen
mit Mizgin Ibin
Im Workshop wird ein Überblick über die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation in Rojava gegeben. Thematisiert werden insbesondere demokratische Selbstverwaltungsstrukturen, soziale Entwicklungen sowie zentrale Herausforderungen durch anhaltende Konflikte und äußeren Druck. Zudem wird das neue Abkommen zur Integration zwischen der Selbstverwaltung in Rojava und der syrischen Übergangsregierung eingeordnet und diskutiert. Ein weiterer Fokus liegt auf Fragen von Gleichberechtigung, gesellschaftlicher Teilhabe und zivilgesellschaftlichem Engagement sowie auf der Frage, inwieweit der Druck auf Rojava eine Fluchtursache dartsellt. Neben einem inhaltlichen Input bietet der Workshop Raum für Austausch und Diskussion über die internationale Bedeutung der Entwicklungen sowie Möglichkeiten der Solidarität.
(2) Ukrainische Roma* im Fokus
mit Seán McGinley und Volodymyr Shcherbakov
Der Umgang mit geflüchteten Roma* aus der Ukraine ist stark geprägt von historischen gewachsenen Stereotypen und von Diskriminierung. In diesem Workshop geht es um eine kritische Bestandsaufnahme des medialen und politischen Diskurses zu diesem Thema, um die Lebensrealitäten ukrainischer Roma* vor und während des Krieges, um ihre Situation und Erfahrungen in Deutschland sowie die Arbeit von Selbstorganisationen, die sich dafür einsetzen, dass die Bedarfe und Interessen geflüchteter Roma* angemessen beachtet werden.
(3) Workshop: Rassistische Polizeigewalt verstehen und Betroffene unterstützen
mit Jordan Schwarz und Julian Staiger
Rassistische Polizeigewalt betrifft viele geflüchtete und migrantische Menschen. Im Workshop wird zunächst eine kurze Einführung in Ursachen und Hintergründe gegeben – mit Fokus auf Rassismus und postkoloniale Perspektiven. Anschließend geht es um die Praxis: Wie können Betroffene gut unterstützt werden? Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es vor, während und nach Polizeikontakten?
Der Workshop verbindet Input mit Austausch. Ziel ist es, Handlungssicherheit zu stärken und Raum für Fragen und gemeinsame Strategien zu schaffen.
(4) Aktuelle Informationen zu GEAS
mit Jürgen Blechinger
Am 12.06.2026 tritt die GEAS-Reform in Kraft. Was wird sich für Geflüchtete, die in Baden-Württemberg Schutz suchen, ändern? Es geht zum einen um die generellen Änderungen im Asylverfahren. Weiter sollen wichtige Neuerungen im Blick sein, wie das neue Außengrenzverfahren für Ankommende an den Flughäfen im Land, die Umsetzung der sog. „Sekundärmigrationszentren“ sowie das neue Screening Verfahren. Thema wird außerdem sein, wie Verbesserungen für besonders schutzbedürftige Personengruppen erreicht werden können.
14:45 Ende des inhaltlichen Programms
15:00 Mitgliederversammlung des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg e.V.
Herzliche Einladung an alle Mitglieder, Fördermitglieder und Interessierte an der Mitgliederversammlung teilzunehmen.