Termine

Herbsttagung 2026

14. November 2026 - 10:00 bis 17:00 Uhr

Herzliche Einladung zur Herbsttagung am Samstag, den 14. November 2026, in den Bürgerräumen in Stuttgart-West (Bebelstraße 22, 70193 Stuttgart).

Wir haben dieses Mal ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Im Hauptvortrag wird Prof. Dr. Natalie Welfens einen kritischen Blick darauf werfen, welche Auswirkungen der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Kontext von Flucht und Asyl hat. In zwei Themenphasen können Sie zudem wählen zwischen den Themen Europäische Außengrenzen, vulnerable Geflüchtete im GEAS, Kriminalisierung von Menschenrechtsorganisationen sowe einem rassismuskritischen Workshop. Dazwischen wird es insbesondere bei einem Markt der Möglichkeiten genügend Zeit für Vernetzung und Austausch geben.

Die Tagung ist kostenlos und richtet sich an Interessierte und Engagierte im Bereich Flucht und Asyl.

Es gibt veganes Mittagessen, Kinderbetreuung und Dolmetscher*innen. Die Bürgerräume sind barrierefrei zugänglich.

Unsere Tagung soll einen möglichst geschützten Raum für alle Beteiligten darstellen. Deshalb bitten wir alle Teilnehmenden, die Vereinbarung zum Umgang miteinander bei der Anmeldung zur Kenntnis und sich bei der Tagung zu Herzen zu nehmen.

Weltweit werden zunehmend digitale Technologien entwickelt und eingesetzt, um Flucht- und Migrationsbewegungen zu steuern, Grenzen zu überwachen und Asylgesiuche zu prüfen. Auch in Deutschland soll ein aktueller Gesetzesentwurf die rechtlichen Grundlagen für den Einsatz Künstlicher Intelligenz schaffen – mit dem Versprechen, asyl- und aufenthaltsrechtliche Verfahren effizienter, sicherer und kostengünstiger zu gestalten. Gleichzeitig können mittels neuer Technologien auch Beratungs- und Integrationsangebote für Geflüchtete ausgebaut und potentiell verbessert werden.

Doch welche Auswirkungen hat der zunehmende Einsatz algorithmischer Technologien auf Menschen auf der Flucht und im Asylverfahren? Welche Risiken entstehen im Hinblick auf den Rechtsschutz, neue Formen der Diskriminierung oder auch die Verstärkung sozialer Ungleichheiten? Und welche Rolle sollte Künstliche Intelligenz in einem sensiblen Bereich wie dem Asyl- und Aufenthaltsrecht überhaupt spielen?

Prof. Dr. Natalie Welfens forscht aktuell zu den technologischen Veränderungen in der Migrations- und Asylpolitik und wird in ihrem Vortrag diesen Fragen kritisch nachgehen. Dabei wird es genügend Zeit für Fragen und Diskussion geben.

Referierende: Prof. Dr. Natalie Welfens, Universität Frankfurt am Main

Im Juni 2026 trat nach mehr als zehnjähriger Diskussion die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) in Kraft. Damit hat die Europäische Union ein Grenzregime institutionalisiert, das Abschreckung über Schutz stellt. Doch die ohnehin schon repressiven Reformvereinbarungen wurden direkt im Anschluss rechts überholt – mit der Rückführungsverordnung, die sogenannte „Return Hubs“ in Drittstaaten vorsieht. Als Ende Juli in der spanischen Exklave Ceuta zehntausende Menschen versuchten einen Weg in ein besseres Leben zu finden, erklärte EU Innenkommissar Magnus Brunner, Europa habe einen Härtetest bestanden. De facto wurde das geltende Recht jegoch großteils ignoriert – ähnlich wie an den meisten EU-Außengrenzen, an denen Pushbacks zum Alltag geworden sind. Der Vortrag gibt einen Überblick über das Europäische Grenzregime nach der GEAS-Reform, die anhaltende Rechtslosigkeit und die Verbindung zum europäischen Rechtsruck.

Referentin: Valeria Hänsel, Migrationsforscherin und Referentin für Flucht und Migration bei medico international

Migrant*innenorganisationen und weitere zivilgesellschaftliche Akteur*innen gestalten gesellschaftliche und politische Debatten aktiv mit. Gleichzeitig stehen sie vor der Herausforderung, auch unter schwieriger werdenden politischen Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben und solidarische Strukturen zu sichern. Ausgehend von Erfahrungen aus Sachsen-Anhalt und der Arbeit von LAMSA e.V. beschäftigt sich der Workshop mit der politischen Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen, dem Aufbau von Schutz- und Unterstützungsstrukturen sowie der Frage, wie regionale und länderübergreifende Vernetzung praktisch gestärkt werden kann. Anhand konkreter Szenarien entwickeln die Teilnehmer*innen gemeinsam Handlungsstrategien für mögliche politische und gesellschaftliche Veränderungen.

Referierender: Mahdi Osmani, Projektmanager bei LAMSA e.V. (Landesnetzwerk Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt)

Geflüchtete mit besonderem Schutzbedarf stehen im Zentrum dieses Workshops. Wir werfen einen kritischen Blick auf die rechtlichen Grundlagen und die praktische Umsetzung des Schutzes vulnerabler Geflüchteter in der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems. Wer fällt unter die Definition der vulnerablen Gruppen und wlche besonderen Rechte ergeben sich daraus für Asylsuchende? Wie ist das Verfahren in den Aufnahmeeinrichtungen geregelt? Wie wird Vulnerabilität in der Praxis tatsächlich festgestellt und wo bestehen bei der Umsetzung bislang Lücken? Diesen Fragen wollen wir in juristischer und praktischer Perspektive nachgehen.

Weißsein ist keine neutrale Normalität, sondern eine gesellschaftliche Position, die mit Privilegien verbunden ist und oft unsichtbar bleibt, solange man sie nicht hinterfragt. In diesem Workshop schauen wir gemeinsam darauf, wie Rassismus im Alltag, in Institutionen und im eigenen Denken wirkt und welche Rolle Weißsein dabei spielt. Mit Impulsen, Austausch und praktischen Übungen entdecken Sie Wege, Rassismus zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und im eigenen Umfeld aktiv etwas zu verändern.

Referierende: Prof.in Dr.in Isabelle Ihring, Professur für Jugend und Soziale Arbeit, Evangelische Hochschule Freiburg

Unterschiedliche Organisationen und Initiativen im Bereich Flucht und Migration stellen ihr Engagement und ihre Arbeitsschwerpunkte vor. An dezentralen Infotischen besteht die Möglichkeit, sich zu informieren, ins Gespräch zu kommen und sich zu vernetzen.

Wählen Sie ein Thema aus den vier folgenden aus. Es handelt sich um eine Wiederholung der Themenphase am Vormittag.

Die Tagung findet im Rahmen des Projekts „Aktiv für gesellschaftliche Teilhabe“ statt, unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat. Eine Koförderung besteht durch die Deutsche Postcode Lotterie.

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Herbsttagung 2026

 

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