Der Bundesverband Psychosozialer Zentren hat ein Positionspapier zur bedarfsgerechten psychosozialen Versorgung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen veröffentlicht.
Mit Inkrafttreten der europäischen Asylregeln haben mehrere Kinderschutzorganisationen, soziale Träger und der Bundesverband Psychosozialer Zentren ihre Forderungen nach einer bedarfsgerechten Versorgung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen erneuert.
Schutzbedarfe sollen demnach frühzeitig erkannt, der Zugang zur gesundheitlichen Regelversorgung geschaffen und die psychosoziale Versorgungsstruktur substantiell gestärkt werden.
Offensichtlich ist: Viele Kinder mit Fluchterfahrung leiden unter Angst, Depression oder PTBS. 76% berichten von Gewalterfahrungen, doch in der Praxis erhalten viele Kinder und Jugendliche keine Hilfe und werden nicht adäquat versorgt – mit verheerenden Folgen für ihre Integration und Gesundheit.
Die Forderungen im Überblick:
Schutzbedarfe frühzeitig erkennen und sichern
- Vulnerabilität erkennen und Versorgung gewährleisten
- Altersfeststellung im Zweifel für Kinder und Jugendliche
- Keine Ausschlüsse aus der Kinder- und Jugendhilfe
Zugang zur gesundheitlichen Regelversorgung schaffen
- Die vollständige Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen sicherstellen
- Sprachmittlung in der Gesundheitsversorgung verbindlich einführen
Psychosoziale Zentren als spezialisierte Versorgungsstruktur erhalten und ausbauen
- Verlässliche finanzielle Absicherung auf Bundesebene schaffen
- Bedarfsgerechte Finanzierung psychosozialer Leistungen unabhängig vom Aufenthaltsstatus sicherstellen
- Psychosoziale Zentren strukturell verankern
- Bundesverband Psychosozialer Zentren, Juni 2026: Positionspapier zur bedarfsgerechten psychosozialen Versorgung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen