Grundlagen

Zahlen und Fakten

Im Jahr 2025 waren weltweit insgesamt 117,8 Millionen Menschen auf der Flucht. Aber nur ein kleiner Bruchteil davon flieht nach Europa. In Deutschland stellten 2025 beispielweise nur 168.543 Menschen einen Asylantrag, 32,8 Prozent weniger als im Vorjahr. (BAMF 2026). Die regelmäßig veröffentlichten Zahlen liefern eine gute Möglichkeit, sich ein Bild über die gegenwärtigen Fluchtbewegungen zu machen. Wie bei jeder Statistik lohnt sich dabei ein Blick auf die Herkunft der Daten: Nicht erfasste Fluchtbewegungen, unterschiedliche Zählweisen oder politische Rahmenbedingungen können das Bild verschieben.

I. Geflüchtete Menschen weltweit
II. Die Fluchtwege
III. Geflüchtete Menschen in der EU
IV. Geflüchtete Menschen in Deutschland
V. Geflüchtete Menschen in Baden-Württemberg

I. Geflüchtete Menschen weltweit

5,4 Millionen Menschen flohen allein 2025 vor Gewalt und Verfolgung in ein anderes Land. Die meisten von ihnen kamen aus dem Sudan, wo seit 2023 Krieg herrscht. Auch fünfzehn Jahre nach Kriegsbeginn macht Syrien noch immer einen großen Teil der weltweiten Fluchtbewegungen aus. Die Gewaltherrschaft der Taliban in Afghanistan sowie der Krieg in der Ukraine prägten das Fluchtgeschehen 2025 ebenfalls weiterhin maßgeblich.

Nicht nur Krieg treibt Menschen in die Flucht: Aus Venezuela fliehen viele Menschen vor einer komplexen humanitären Notlage – Hunger, fehlender medizinischer Versorgung und politischer Unterdrückung (UNO Flüchtlingshilfe: 2026).

Ende 2025 waren weltweit insgesamt 117,8 Millionen Menschen auf der Flucht (2024: 123,2 Millionen, 2023: 117,3 Millionen, 2022: 108,4 Millionen). Der Rückgang von rund drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr lässt sich vor allem durch die Rückkehr von Geflüchteten, in ihre Herkunftsländer erklären. Bei vielen der fast 4,4 Millionen Betroffenen geschah die Rückkehr jedoch unfreiwillig und unter widrigen Bedingungen zurück in Gebiete, in denen weiterhin Unsicherheit herrscht. Über 90 Prozent der Betroffenen kehrten so in nur drei Länder zurück: Afghanistan (1,9 Millionen), Syrien (1,3 Millionen) und Sudan (651.500) (UNHCR: 2026, UNO Flüchtlingshilfe: 2026).

Die gesunkenen Zahlen zeigen sich auch in der Zahl der Asylerstanträge im Jahr 2025. Mit einem Rückgang von ca. 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2025: 4,7 Millionen), wurden die meisten Asylanträge in den Vereinigten Staaten von Amerika (912.000), Ägypten (292.000) und Deutschland (113.236) gestellt (UNO Flüchtlingshilfe: 2026). Der Großteil der insgesamt 117,8 Millionen Menschen flüchtete allerdings nicht ins Ausland: Mehr als 68 Millionen Menschen (2024: 73 Millionen) und damit ungefähr 58 Prozent aller Flüchtenden suchten Zuflucht innerhalb des eigenen Landes (sog. Binnenvertriebene).

Nur 29 Prozent der Geflüchteten lebten 2025 in Ländern mit hohem Einkommen („high-income countries“) (UNHCR: 2026). 26 Prozent befanden sich in den Ländern mit dem geringsten Einkommen („lowest-income countries“), während die große Mehrheit aller Geflüchteten (68 Prozent) in Ländern mit mittlerem und geringem Einkommen („low-and-middle-income countries“) lebte. In Kolumbien lebten Ende 2025 2,8 Millionen geflüchtete Menschen, gefolgt von Deutschland (2,7 Millionen), der Türkei (2,4 Millionen), Uganda (1,9 Millionen), dem Iran (1,7 Millionen) und dem Tschad (1,5 Millionen) (UNO Flüchtlingshilfe: 2026).

39 Prozent der 117,8 Millionen Geflüchteten sind minderjährig (UNHCR: 2026). Diese Kinder/Jugendliche sind ganz besonders gefährdet, denn sie werden häufig als Kindersoldat*innen rekrutiert, müssen Kinderarbeit leisten oder werden Opfer von Kinderhandel (ECPAT 2023). Lange Jahre der Flucht erschweren außerdem Schulbildung und verstärken das Risiko auf lebenslange Armut.

II. Die Fluchtwege

Da es kaum legale Möglichkeiten zur Flucht gibt, werden Menschen zu gefährlichen und teuren irregulären Grenzüberschreitungen gezwungen, weshalb die meisten in ihrem Land oder in angrenzenden Staaten bleiben. Die allerwenigsten begeben sich auf den Weg nach Europa. Wurden 2015 laut FRONTEX, der Europäischen Agentur für Grenz- und Küstenwache, noch mehr als 1,8 Millionen irreguläre Grenzüberschreitungen gezählt, lag die Zahl 2025 bei ca. 178 000 (FRONTEX: 2026).

Wenn Menschen sich auf die Flucht begeben, sind sie vielen Gefahren ausgesetzt. Im Jahr 2025 sind weltweit ungefähr 8.000 Menschen auf der Flucht gestorben oder wurden vermisst gemeldet – die Dunkelziffer wird aber weit höher geschätzt (IOM: 2026).

Auf der Flucht sind Betroffene mit bewaffneten Konflikten, extremer Armut, mangelndem Zugang zu medizinischer Versorgung und Nahrungsmitteln, Menschenhandel und geschlechterspezifischer Gewalt konfrontiert. Zu den weltweit häufigsten und gefährlichsten Fluchtrouten gehörten auch im Jahr 2025 die Mittelmeerroute, sowie die Darién Gap, ein langer Weg durch den Dschungel im Grenzgebiet zwischen Panama und Kolumbien und die Sahelroute, welche geprägt ist von politischer Instabilität, gewaltsamen Bedingungen, extremen Temperaturen und Wassermangel(UNO Flüchtlingshilfe: 2026).

Die Mittelmeerroute wird als „tödlichste Seeroute der Welt“ bezeichnet. Obwohl die Gesamtzahl der Ankünfte auf den drei Haupt-Fluchtrouten über das Mittelmeer 2025 mit 154.500 Menschen um rund 23 Prozent zurückging, starben mindestens 2.950 bei der Überquerung oder werden noch vermisst (Quellen: UNHCR 2026). Die europäische Politik unternimmt weiterhin keinerlei Anstrengung in Richtung einer institutionalisierten Seenotrettung. Die Bundesrepublik Deutschland streicht sogar Fördermittel für die bestehende zivile Seenotrettung (Tagesschau: 2025). Stattdessen häufen sich völkerrechtswidrige und gewaltsame „Push-Backs“ (Zurückdrängung) von Flüchtenden an den Außengrenzen (PRO ASYL: 2022; Tagesschau: 2024). Als Antwort auf die vielen Sterbenden im Mittelmeer gründeten sich private Initiativen wie die internationale Bewegung „Seebrücke“, die diese Lücke zu schließen versuchen, zunehmend aber behindert und kriminalisiert werden (Human Rights Watch: 2025).

Wie sich die Zahlen der Menschen, die übers Mittelmeer nach Europa kamen, in den letzten Jahren entwickelt haben, ist in der folgenden Grafik zu sehen:

(Quelle: UNHCR 2026)

Weitere Informationen:

  • Alarmphone: ein selbstorganisiertes Call-Center für Geflüchtete, die auf dem Mittelmeer in Seenot geraten

III. Geflüchtete Menschen in der EU

Im Jahr 2025 wurden in der EU 822.000 Asylanträge gestellt, das ist ein Rückgang um rund 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist vor allem auf die politischen Entwicklungen in Syrien zurückzuführen, welche in einem rund 72-prozentigen Rückgang von syrischen Asylanträgen resultierten. Die meisten Asylanträge wurden von Personen aus Afghanistan gestellt (14 Prozent), gefolgt von Venezuela (11 Prozent), Syrien (5 Prozent), Türkei und Bangladesch (mit jeweils 4 Prozent). Insgesamt wurden 29 Prozent der Asylsuchenden innerhalb der EU als schutzberechtigt anerkannt. Dies stellt einen drastischen Rückgang von 13 Prozent dar, was vor allem durch die stark gesunkene Anerkennungsquote syrischer Anträge zu erklären ist (EUAA: 2026). Die Anerkennungsquoten innerhalb der EU unterscheiden sich stark: Beispielsweise lag im Jahr 2025 die Schutzquote für Menschen aus Afghanistan zwischen 45 Prozent in Belgien und 97 Prozent in Griechenland (EUAA: 2026).

IV. Geflüchtete Menschen in Deutschland

2025 stellten 168.543 Personen einen Asylantrag in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr (250.945) bedeutet dies einen Rückgang um 32,8 Prozent. Von den 113.236 Erstanträgen entfallen 15,6 Prozent auf Anträge, die für in Deutschland geborene Kinder gestellt wurden. Die meisten Menschen, die 2025 in Deutschland Erstanträge stellten, kamen aus Afghanistan (21,1 Prozent), Syrien (20,5 Prozent) und der Türkei (10,5  Prozent) (BAMF: 2026). Diese Zahlen liegen deutlich hinter jenen von 2015 (476.469) und 2016 (745.545). Die vergleichsweise niedrigen Zahlen haben u.a. mit der europäischen Abschottungspolitik zu tun (Deutsches Institut für Menschenrechte: 2026).

2025 wurden 4.926 Asylerstanträge von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten gestellt (2024: 13.344). 30,7 Prozent dieser kamen aus Syrien, 18,1 Prozent aus Afghanistan und 17,6 Prozent aus Somalia. Unbegleitete minderjährige Geflüchtete sind Personen unter 18 Jahren, die ohne Begleitung eines für sie verantwortlichen Erwachsenen einreisen. Damit sind sie besonders vulnerabel (BAMF: 2026).

Die folgende Grafik schlüsselt alle Asylerstanträge aus dem Jahr 2025 nach den Staatsangehörigkeiten der Antragsteller*innen auf.

(Zahlen:  BAMF 2026)

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat 2025 über insgesamt 310.930 Asylanträge (Erst- und Folgeanträge) entschieden (2024: 301.350). Dabei lag die Gesamtschutzquote für alle Staatsangehörigkeiten und Schutzformen (Asylberechtigung, Flüchtlingseigenschaft, subsidiärer Schutz oder nationales Abschiebungsverbot, >> Anerkennungsformen) bei 28,1 Prozent. Im Ergebnis ging weniger als ein Drittel aller Asylverfahren positiv aus. Rechnet man die Anträge heraus, die aus formellen Gründen abgelehnt wurden (z.B. weil ein anderer EU-Mitgliedstaat für das Asylverfahren zuständig ist), lag die sog. „bereinigte“ Schutzquote bei etwa 38 Prozent (Mediendienst Integration: 2026). Personen aus Eritrea (71,3 Prozent) und Afghanistan (67,2 Prozent) bekamen deutlich häufiger einen Schutzstatus (BAMF: 2025).

Gegen Entscheidungen des BAMF im Jahr 2025 klagten insgesamt 52,0 Prozent der Geflüchteten, bei den Ablehnungen als „unbegründet“ beträgt dieser Wert 89,9 Prozent (Kleine Anfrage, BT-Drs.: 21/4448).

Insgesamt wurden 2025 22.800 Menschen und damit deutlich mehr Menschen als im Vorjahr (2024: 20.084 Menschen) aus Deutschland abgeschoben (Kleine Anfrage, BT-Drs.: 21/4103).

Weitere Informationen:

V. Geflüchtete Menschen in Baden-Württemberg

Jedes Bundesland ist dazu verpflichtet, einen bestimmten Prozentanteil der Geflüchteten, die nach Deutschland kommen, aufzunehmen. Dieser Anteil wird jedes Jahr durch den Königsteiner Schlüssel berechnet, der sich zu 2/3 aus den Steuereinnahmen und zu 1/3 aus der Bevölkerungszahl ergibt. Dementsprechend nahm Baden-Württemberg im Jahr 2026 13,04 Prozent der registrierten Geflüchteten auf ( DT Fachbereich WD 4 – 3000 – 012/25: 2025).

Zu den Hauptherkunftsländern Geflüchteter in Baden-Württemberg gehörten 2025 die Türkei (18,56 %), Afghanistan (17,43 %), Syrien (19,96 %), China (7,56 %) und Algerien (JUM BW: 2026).

Der Anteil von bearbeiteten Asylanträgen eines bestimmten Herkunftslandes in den Bundesländern ist nicht zufällig, sondern ergibt sich aus der sogenannten EASY-Liste (Erstverteilung Asylbegehren), welche als Quotensystem für die Verteilung Schutzsuchender gedacht ist (BAMF: 2026). Sie klärt die Zuständigkeiten der BAMF-Außenstellen bundesweit und gibt so an, welche Herkunftsländer an welchen BAMF-Standorten in die Asylverfahrenszuständigkeit gehören, woraus sich die unterschiedlichen Anteile bestimmter Herkunftsländer von Geflüchteten in den unterschiedlichen Bundesländern ergeben. Baden-Württemberg ist unter anderem allein für die Bearbeitung von Asylanträgen aus Sri Lanka, Kap Verde und den Malediven verantwortlich. Außerdem teilt es sich die Zuständigkeit für China mit NRW, was sich deutlich in den Hauptherkunftsländern Geflüchteter in Baden-Württemberg widerspiegelt.

Die Zuständigkeiten der EASY-Liste sind in vielen Fällen nicht exklusiv. Mehrere (oder auch alle) Länder können also verantwortlich für die Bearbeitung der Asylanträge eines Herkunftslandes sein, was vor allem bei den Hauptherkunftsländern Schutzsuchender der Fall ist (FragDenStaat: 2026). Sofern länderübergreifende Zuständigkeiten bestehen, wird unter den möglichen Zielaufnahmeeinrichtungen die nächstgelegene gewählt (BAMF:2026).

In Baden-Württemberg werden die Geflüchteten zunächst in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht, die über das ganze Land verteilt sind. Mehr dazu unter >> Unterbringung und Wohnen.