Veranstaltungen

"Hier und dort" - Bilder aus Afghanistan

Vom 10. bis 24. November, von 10 bis 15 Uhr in der Konkordienkirche in Mannheim

Der Verein „Mannheim sagt Ja!“ lädt ein zu der Ausstellung „Hier und dort – aus der unsicheren Heimat in die unsichere Zukunft“. Dabei werden vom 10. bis 24. November, montags bis samstags von 11 bis 15 Uhr in die Konkordienkirche in Mannheim (R2, Haupteingang zwischen R2 und Q2, Straßenbahnhaltestelle „Marktplatz“) Bilder von Geflüchteten aus Afghanistan gezeigt. Die Eröffnung ist am Freitag, 10. November um 18 Uhr.

Das Leben in Afghanistan ist nach wie vor von Gewalt geprägt. Seit Jahrzehnten gibt es viele bewaffnete Konflikte und Kriege. Die radikalislamischen Taliban und der „Islamische Staat“ (IS) verüben häufig Terroranschläge. Ganze Volksgruppen und insbesondere Frauen werden unterdrückt. Seit 2009 sind nach UN-Angaben mehr als 26.000 Zivilisten getötet und fast 49.000 verletzt worden. Aber Deutschland schiebt weiter abgelehnte Asylbewerber ab.

Aus der unsicheren Heimat haben junge Fotografen Bilder aus Afghanistan geschickt und vor dem dortigen Krieg und Terror zu uns Geflüchtete, dokumentieren mit Bildern aus ihrer Flüchtlingsunterkunft ihr Warten in die unsichere Zukunft.

Während die deutschen und europäischen Medien die afghanische Bevölkerung als Opfer der Taliban darstellen, geht es dem Initiator der Ausstellung "Hier und dort", Sharif Tavakuli, darum, auf Verstrickungen und Machtinteressen der afghanischen sowie europäischer Regierungen aufmerksam zu machen und Eindrücke von einer Gegenbewegung innerhalb und außerhalb Afghanistans zu vermitteln, in der Menschen sich keineswegs in eine Opferposition drängen lassen.

Wie die Menschen nicht nur durch die Medien, sondern auch durch die Politik in Deutschland in eine Opferrolle gedrängt werden, greift die Ausstellung mit Bildern aus einer Asylunterkunft ebenfalls auf und kritisiert die kapitalistische Kosten-Nutzen-Logik der Asylpolitik:

"Wir sind vor Diskriminierung und Unsicherheit geflohen, nur um uns wieder in eine Situation der Entrechtung zu begeben. Uns werden grundlegende Menschenrechte verwehrt. Menschen werden wie Produkte behandelt. Sie werden zusammen in ein Lager gesteckt, ihre Unterbringung und Ernährung wird durch Aufträge an kapitalistische Firmen abgetreten, die mit ihnen Profit machen. Solange sie Geld bringen, werden sie irgendwie akzeptiert. Ist ihr „Haltbarkeitsdatum“ abgelaufen und erscheinen sie nicht mehr brauchbar, werden sie weggeworfen.

Egal wie viel und wie lange wir davon erzählen, werden Sie nicht verstehen, was es bedeutet Flüchtling zu sein. Sie haben nie die Flüchtlingskleidung getragen, Sie haben nie die Flüchtlingsschuhe getragen. Unsere Kleidung ist Kriegskleidung, unsere Schuhe sind Kriegsschuhe, zerrissen und durchlöchert von Erfahrungen, die wir nie wieder loswerden".

Bei der Ausstellungseröffnung am 10. November 2017 um 18 Uhr werden die Bilder sprechen und die Geflüchteten berichten.Die Gäste sind dann zu kleinen afghanischen Speisen eingeladen.

Die Organisator*innen bedanken sich bei der Citygemeinde Hafen-Konkordien, die ihre Kirche für diese Ausstellung zur Verfügung stellt.

Dieses Projekt wird gefördert durch den Flüchtlingsfonds der Stadt Mannheim.

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