Veranstaltungen

"Hotspot Flüchtlingspolitik" - Tagung des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg

Samstag, 18. November 2017, 09:30 - 17:00, Bürgerzentrum West, Bebelstraße 22, 70193 Stuttgart

PROGRAMM

 
Anmeldung geschlossen
9.30

Ankunft und Anmeldung (mit Kaffee)

10.00

Begrüßung

Bärbel Mauch (2. Vorsitzende Flüchtlingsrat BW)
10.15

Hauptvortrag


Nach dem Ende der italienischen Seenotrettungsmission "Mare Nostrum" im Herbst 2014 nahm das Sterben auf dem Mittelmeer wieder erschreckende Ausmaße an. Die Seenotrettung wurde verstärkt privaten Hilfsorganisationen überlassen und so sind derzeit bis zu zehn private Rettungsschiffe auf dem zentralen Mittelmeer unterwegs, um zu helfen, wo die Not am größten ist, und Leben zu retten. Die Europäische Union hingegen stellt Migrationsabwehr über die Wahrung von Menschenrechten, z.B. indem es den Grenzschutz an libysche Milizen auslagert. Die NGOs sind dabei störende Zeugen. So sehen sich die Rettungsorganisationen einer beispiellosen Verleumdungs- und Kriminalisierungskampagne ausgesetzt: Schiffe werden verwanzt und beschlagnahmt, es werden immer wieder neue Vorwürfe lanciert, ohne Beweise zu liefern, und auch die ersten Schüsse sind bereits gefallen. Ruben Neugebauer, der Sea Watch mitbegründet hat und an zahlreichen Rettungsmissionen beteiligt war, thematisiert die Lage an der Wohlstandsgrenze im Mittelmeer und macht deutlich, warum die zivile Seenotrettung gerade jetzt weitergehen muss.
11.15

Arbeitsgruppen Phase 1

 

AG 1

Qualitätsmängel im Asylverfahren
Die Anhörung ist das „Herzstück“ des Asylverfahrens. Leider erleben Geflüchtete, Ehrenamtliche und Hauptamtliche teilweise gravierende Mängel bei der Durchführung der Anhörung und auch in anderen Bereichen des Asylverfahrens. Die Referent/innen werden über diese Mängel berichten und Tipps geben, wie auf sie reagiert werden kann, um negative Effekte auf das Asylverfahren zu verhindern.
Referent/in: Johanna Mantel (Informationsverbund Asyl und Migration e.V.), Johannes Moll (Unabhängige Sozial- und Verfahrensberatung des Diakonischen Werkes und des Caritasverbandes Heidelberg)


AG 2

Aktuelles aus der asylrechtlichen Praxis
Nach wie vor ist das Asylrecht auf allen Ebenen in Bewegung. Mit dem Gesetz zur besseren Durchsetzung
der Ausreisepflicht hat der Bund ein weiteres Asylpaket geschnürt, das die ehrenamtliche Arbeit unmittelbar beeinflussen wird. Und auch die Rechtsprechung war und ist aktiv. So sind z.B. Entscheidungen zu Syrien oder Afghanistan gefallen, andere stehen bevor. Diese und andere aktuelle Entwicklungen sollen in dem Workshop vorgestellt und diskutiert werden. Er soll den Teilnehmer/innen zudem als Forum dienen, sich mit konkreten Rechtsfragen einzubringen, vor denen sie in ihrer Alltagsarbeit stehen.
Referent: Sebastian Röder (Geschäftsstelle Flüchtlingsrat BW)


AG 3

Nigeria — Situation im Land und Konsequenzen für nigerianische Geflüchtete
Nigeria ist eines der zehn Hauptherkunftsländer von Asylantragsteller/nnen in Deutschland und die Anerkennungsquote liegt bei rund zehn Prozent. Doch es wird wenig über die Situation in Nigeria und über die Gründe der Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, berichtet. In der Arbeitsgruppe beleuchten wir die gegenwärtige Situation im Land mit besonderem Fokus auf Boko Haram und der Situation für die Frauen.
Referentinnen: Lena Schmid (Fraueninformationszentrum Stuttgart), Eva Ernst (Caritas international, Referat Afrika)


AG 4

Europäische Grenzregime im Mittelmeer und aktuelle Entwicklungen im Dublin-Verfahren
An den Hauptvortrag anknüpfend werden in der Arbeitsgruppe die europäischen Grenzregime im Mittelmeer genauer in den Blick genommen. Der Fokus liegt dabei auf der Situation vor der libyschen Küste, aber auch die Grenzregion Türkei/Griechenland wird in den Blick genommen. Der zweite Teil der Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den aktuellen Entwicklungen im Dublin-Verfahren. Seit Frühjahr 2017 werden wieder Menschen nach Griechenland rücküberstellt. Andererseits sind derzeit die Dublin-Überstellungen nach Ungarn ausgesetzt und auch bezüglich Italien ist gerade viel in Bewegung. Diese und weitere Entwicklungen werden dargestellt und Auswirkungen auf die Praxis ehren- und hauptamtlicher Flüchtlingsunterstützung dargestellt.
Referenten: Manfred Weidmann (Sprecher/innenrat Flüchtlingsrat BW), Ruben Neugebauer (Sea Watch e.V.)
13.15Mittagessen
14.15
Arbeitsgruppen Phase 2
Arbeitsgruppen: siehe vorherige Beschreibung
16.15Kaffeepause
16.30

Ergebnispräsentation und Aktuelles

17.00Ende

TAGUNGSORT: Bürgerräume West, Bebelstr. 22, 70193 Stuttgart

 

Anfahrt

  • Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit den Stadtbahnlinien U2 und U9 sowie mit der Buslinie 42 bis Haltestelle Schwab-/Bebelstraße.
  • Parkmöglichkeiten: Es gibt ein Parkhaus direkt in dem Bürgerzentrum West.
  • Weitere Informationen finden Sie unter www.brs-west.de.

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