Veranstaltungen

Sommertagung Flüchtlingsrat Baden-Württemberg

Digitale Veranstaltungsreihe vom 04. Juli bis 11. Juli 2020

Herzliche Einladung an alle Interessierten zur diesjährigen digitalen Sommertagung! Ohne Infektionsgefahr können Sie von zu Hause aus spannende Veranstaltungen mitverfolgen und online Ihre Fragen stellen. Es wird drei Vorträge zu flüchtlingspolitisch brisanten Themen geben: Zur Situation auf den griechischen Inseln, zu Geflüchteten in Zeiten von Corona und zu Konflikten im Nahen Osten/Nordafrika. In drei Arbeitsgruppen haben Sie die Möglichkeit praxisrelevante Fragen zu vertiefen in den Bereichen Geflüchtete mit Behinderung, Mitwirkungspflichten und Registrierung von Neugeborenen. Die digitale Veranstaltungsreihe findet im Rahmen des Projekts "Aktiv für Integration" statt, gefördert vom Land Baden-Württemberg, Ministerium für Soziales und Integration. Für die Teilnahme benötigen Sie ein internetfähiges Gerät, eine stabile Internetverbindung und einen Kopfhörer bzw. Lautsprecher.

Technische Hinweise

Zu den drei Vorträgen müssen Sie sich nicht anmelden, denn alle können diese live mitverfolgen (Livestream), über die Plattformen YouTube und Facebook. Für beide Plattformen ist keine Anmeldung erforderlich. Wenn Sie den YouTube-Kanal des Flüchtlingsrats abonniert haben oder uns auf der Facebook-Seite des Flüchtlingsrats folgen, werden Sie automatisch über den Beginn der Veranstaltunge informiert. Ansonsten rufen Sie rechtzeitig die gewünschte Plattform vor Beginn der Veranstaltungen auf. Fragen können Sie bei YouTube und Facebook über die Kommentarfunktion stellen (hierfür ist eine Anmeldung erforderlich) oder über einen Link, der Ihnen unter dem Video angezeigt wird. Hier gelangen Sie dann auf eine Internetseite, auf der Sie Ihre Fragen einfach tippen können.

Für die drei Arbeitsgruppen ist eine Anmeldung erforderlich. Über den jeweiligen Link werden Sie zur Anmeldeseite weitergeleitet. Diese Veranstaltungen werden nicht per Livestream auf YouTube oder Facebook übertragen. In den Arbeitsgruppen können Sie gerne Fragen im Chat stellen.

Als internetfähige Geräte eignen sich insbesondere PCs und Laptops, u.U. auch Tablets, deren Bildschirm groß genug ist. Smartphones übertragen natürlich auch die Veranstaltungen, haben aber sehr kleine Bildschirme.

Achten Sie darauf, dass Ihre Lautsprecher (teilweise extern, teilweise im Gerät integriert) funktionieren. Dies können Sie testen, indem Sie beispielsweise Musik abspielen lassen. Gerne können Sie auch Kopfhörer benutzen, denn diese minimieren Umgebungsgeräusche.

Programm 04. Juli bis 11. Juli 2020

Samstag, 04.Juli, 14:00-15:30 Uhr

Vortrag: Situation auf den griechischen Inseln

Die Lage in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln ist schon seit Jahren katastrophal. Die Corona-Krise offenbart erneut, unter welch menschenunwürdigen Bedingungen die Flüchtenden dort ausharren müssen und wie wenig die europäische Politik gewillt ist, die Situation zu verändern. Dies zeigt sich auch in den geringen Aufnahmezahlen von Flüchtenden, die von den Inseln nach Deutschland evakuiert werden. Die Solidarität aus der Zivilgesellschaft ist jedoch groß, sei es durch Kampagnen, Spenden oder Hilfseinsätze vor Ort. Christian Schmidt wird aus seinen persönlichen Erfahrungen vor Ort als Ehrenamtlicher berichten und Karl Kopp über die menschenrechtlichen Dimensionen der europäischen Abschreckungspolitik.

Referenten: Christian Schmidt (Europe must act - Germany) und Karl Kopp (Leiter der Europa-Abteilung von PRO ASYL)

Samstag, 4. Juli, 16:00-17.30 Uhr

Vortrag: Geflüchtete in Zeiten von Corona

Wie hat sich die Coronavirus-Pandemie auf geflüchtete Menschen in Baden-Württemberg ausgewirkt? Welche Maßnahmen wurden getroffen und wie habe diese sich ausgewirkt? Um diese Fragen geht es in dieser Veranstaltung. Schwerpunktthemen sind Infektionsschutz in Unterkünften, der Vollzug von Abschiebungen und Abschiebungshaft in Corona-Zeiten, Dublin-Überstellungen sowie die Erreichbarkeit von Behörden, Botschaften und anderen offiziellen Stellen. Nach einem allgemeinen Überblick wird im zweiten Teil der Veranstaltung der Verlauf des Coronavirus-Ausbruchs in der LEA Ellwangen genauer in den Blick genommen, aus der Perspektive der Bewohner*innen.

Referenten: Seán McGinley (Flüchtlingsrat BW) und Rex Osa (Refugees4Refugees)

Dienstag, 07. Juli, 19:00-21:00 Uhr

Arbeitsgruppe: "Grenzen überwunden – auf Barrieren gestoßen: Geflüchtete mit Behinderung"

Neben Hintergrundinformationen zum Thema Flucht und Behinderung, wird in diesem Workshop anhand von Praxisbeispielen erörtert, wie man Betroffene gut begleiten kann. Dabei spielen sowohl rechtliche Fragen als auch die Einstellung zum Thema Flucht und Behinderung eine wichtige Rolle.

Referentin: Maria Stehle (Arbeitskreis Behinderte an der Christuskirche und Treffpunkt Inklusion Freiburg)

Mittwoch, 08.Juli, 19:00-21:00 Uhr

Arbeitsgruppe: "Mitwirkungspflichten"

Geduldete (und Gestatte) unterliegen einer Reihe von Mitwirkungspflichten während und nach dem Asylverfahren. Die bekannteste und oftmals problematischste in der Praxis ist die Pflicht zur Klärung der Identität. Mit den Gesetzänderungen 2019 wurden  Mitwirkungspflichten näher definiert, Fristen eingeführt und Sanktionsmöglichkeiten erweitert. Diese Arbeitsgruppe klärt über Mitwirkungspflichten und die weitreichenden Folgen bei Nichterfüllung auf.

Referent: Manfred Weidmann (Rechtsanwalt)

Donnerstag, 09. Juli, 19:00-21:00 Uhr

Arbeitsgruppe: "Herausforderungen bei der Registrierung von Neugeborenen"

Bei der standesamtlichen Registrierung von neugeborenen Kindern stehen Geflüchtete regelmäßig vor bürokratischen Herausforderungen. Problematisch sind oft fehlende Personenstandsurkunden der Eltern, sodass sich die Verfahren in die Länge ziehen. In dieser Online-Arbeitsgruppe geht es um die Rechte und Pflichten bei der Registrierung von Neugeborenen, das standesamtliche Verfahren, mögliche Probleme und Lösungsansätze.

Referentin: Swenja Gerhard (Verband binationaler Ehen und Partnerschaften)

Samstag, 11. Juli, 16:00-17:30 Uhr

Vortrag: Brandherd Nahost und Nordafrika – die Großmächte zündeln, die EU taumelt – wer löscht?

Libyen, Syrien, Irak, Israel/Palästina - die Konflikte in den Ländern südlich und östlich des Mittelmeers kommen nicht
zur Ruhe. Zudem droht weiterhin ein Krieg der USA gegen den Iran mit verheerenden Folgen für die ganze Region.
Während die Großmächte wie auch die Türkei und andere Regionalmächte zündeln, stehen Deutschland und seine
EU-Partner den Herausforderungen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft weitgehend hilflos gegenüber, beschränken
sich im Wesentlichen auf die Abwehr von Flüchtenden oder verfolgen sogar gegensätzliche Interessen.

Referent: Andreas Zumach (Journalist und UNO-Korrespondent für die taz und andere Zeitungen, Rundfunk-und
Fernsehanstalten)

Zurück