Plakate: Infos für Kinder in Gemeinschaftsunterkünften

Auch geflüchtete Kinder haben ein Recht auf Information und Selbstbestimmung. Deshalb sind mehrsprachige und kindgerecht gestalteten Plakate super, sodass sich Kinder in ihrer neuen Umgebung besser zurecht finden können. Die Plakate informieren über konkrete Freizeitangebote und Beratungsstellen vor Ort und enthalten einen QR-Code, der zu einer mehrsprachigen Internetseite mit Informationen zu Rechten, Gesundheit, Bildung, Erziehung, Freizeit und psychosozialer Hilfe führt.

Die Plakate können heruntergeladen und kostenlos bestellt werden. Die örtlichen Freizeit- und Beratungsangebote wie Vereine, Bibliotheken usw. können dann selbstständig eingetragen werden. Die Plakate wurden von Save the Children im Rahmen des Projekts „Mitmachen, dazugehören: Wege zur Teilhabe geflüchteter Kinder im Sozialraum“ erstellt.


Online-Seminar: Asylverfahrensberatung für Dublin- und Anerkannten-Fälle

Fälle von Schutzsuchenden, die sich im Dublin-Verfahren befinden oder denen bereits Schutz in einem anderen europäischen Staat zuerkannt wurde (sog. Anerkannte) gehören zu den komplexesten Konstellationen in der Asylverfahrensberatung. Sie stellen besondere Anforderungen an die fachliche Qualifikation der Beratenden und erfordern fundiertes Wissen über Zuständigkeitsregelungen und Zulässigkeitsprüfungen sowie die Rechte der Betroffenen.

Die Fortbildung beschäftigt sich mit den Fragen:

  • Was sind die rechtlichen und fachlichen Anforderungen an eine qualifizierte, unabhängige Asylverfahrensberatung und wie gestaltet sich der Zugang zu Rechtsberatung nach der GEAS-Reform?
  • Grundlagen der Zuständigkeitsprüfung: Wie funktioniert die Dublin-Verordnung und welche Änderungen ergeben sich durch die GEAS-Reform?
  • Grundlagen zu sog. Anerkannten-Fällen: Was gilt rechtlich für Personen, die bereits in einem anderen EU-Staat Schutz erhalten haben?
  • Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen der Asylverfahrensberatung und wann ist die Einbeziehung anwaltlicher Unterstützung erforderlich?

Referentin: Johanna Mantel (Juristin)

Das kostenlose Online-Seminar findet im Rahmen der Qualifizierungsreihe „Einführung Asylverfahren“ des Flüchtlingsrats Thüringen statt. Es richtet sich an an Hauptamtliche in der Arbeit mit Geflüchteten.

Weitere Informationen und Anmeldung.


Internetseite: Rainbow Shelter – Gewaltfrei Ankommen

Queere Geflüchtete in Aufnahmeeinrichtungen stehen vor vielen Herausforderungen und machen leider immer wieder leidvolle Gewalterfahrungen. Dann ist es wichtig, dass Betroffene Unterstützung bekommen und Mitarbeitende in den Einrichtungen, bei der Polizei und weiteren Stellen wissen, wie sie handeln sollen. Dabei hilft das Projekt „Rainbow Shelter – Gewaltfrei Ankommen: Die Rechte von queeren Geflüchteten in Aufnahmeeinrichtungen„.

Im Rahmen des Projekts wurde eine tolle mehrsprachige Internetseite mit Informationen für Betroffen und Beratungsstellen erstellt. Zudem finden kostenlose Beratung und Schulungen zu Gewaltschutz und Prävention und den Rechten von queeren Geflüchteten statt.

Rainbow Shelter ist ein deutschlandweites Projekt des Familien- und Sozialvereins des LSVD+-Verbands Queere Vieltfalt Köln e.V. und Partnerorganisation der Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ des LSVD+.


Freiburg: Tag der offenen Gesellschaft und Tag des Flüchtlings

Anlässlich des Tags der Offenen Gesellschaft und des Weltflüchtlingstags der Vereinten Nationen, die beide im Juni stattfinden, lädt der Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald ein:

Wir wollen gemeinsam zu erschiedenen Aspekten von Integration miteinander ins Gespräch kommen. Über das Format „Worldcafe“ wollen wir uns zu Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration, Gesundheitsversorgung, aufenthaltsrechtlichen Fragen und Empowerment von Frauen u.a.m. austauschen. Zu jedem Thema werden Expert:innen vor Ort sein. Und(!), wir haben auch die frisch gewählten Landtagsabgeordneten aus der Region eingeladen.

Wir schließen das Zusammentreffen gegen 19.30 Uhr mit einem Buffet und Kaltgetränken – bei gutem Wetter im Freien – ab.

Wir freuen uns auf bereichernde Gespräche und ein buntes Miteinander!


Wo: Räumlichkeiten des Caritasverbandes Breisgau-Hochschwarzwald, Alois-Eckert-Str. 6, 79111 Freiburg

Anmeldungen bis zum 10. Juni: marion.marzel[at]caritas-bh.de


Pro Asyl bereitet Klagen gegen EU-Asylpaket GEAS vor

In Zeiten der zunehmenden Angriffe auf Menschenrechte und Flüchtlingsschutz müssen der Rechtsstaat und die Rechte von Flüchtlingen verteidigt werden. Das betont das PRO ASYL-Netzwerk und kündigt an, künftig auch vor Gericht gegen die Verschärfungen des EU-Asylpakts (GEAS) vorzugehen.

„Den Angriffen stellen wir uns bewusst, konsequent und solidarisch entgegen. Wir kämpfen für das Recht auf Schutz, ein Leben in Würde und Glück. Wir benennen Rechtsbrüche, verteidigen Schutzrechte, unterstützen Betroffene, schaffen Öffentlichkeit und wenden uns gegen jede Politik, die auf Abschreckung, Ausgrenzung und Entwürdigung setzt“, steht in der am Freitag verabschiedeten Schmerlenbacher Erklärung zum Flüchtlingsschutz.

Angesichts des massiven Abbaus der Flüchtlingsrechte heißt es weiter: „Wir weigern uns, die Entrechtung Schutzsuchender als neue Normalität hinzunehmen. Wir widersprechen einer Politik, die Leid und Tod an den Grenzen hinnimmt und die Aushöhlung von Recht als Handlungsfähigkeit verkauft. Rechtsbindung ist kein Hindernis. Flüchtlingsschutz ist kein Gnadenakt, sondern eine rechtliche, politische und moralische Verpflichtung.“

Ein Frontalangriff auf das europäische und deutsche Flüchtlingsrecht ist das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS), das vom 12. Juni an in den EU-Mitgliedstaaten angewendet wird. Das PRO ASYL-Netzwerk erwartet unter anderem, dass mehr Menschen zu Unrecht im Asylverfahren abgelehnt und von neuen harten Abschiebungs- und Haftregelungen betroffen sein werden.

Halima Gutale, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft PRO ASYL, kündigt an: „Wir sind vorbereitet. Wir dokumentieren Rechtsbrüche, verteidigen Grundrechte, unterstützen Betroffene, schaffen Öffentlichkeit und werden gegen Menschenrechtsverletzungen infolge der GEAS-Umsetzung vor nationalen und internationalen Gerichten klagen. Diese Politik der Abschreckung, Ausgrenzung und Entwürdigung muss gestoppt werden.“


693 Abschiebungen aus BW im ersten Quartal 2026

Im ersten Quartal 2026 wurden insgesamt 693 Menschen aus Baden-Württemberg abgeschoben. Dies entspricht in etwa den Abschiebungen im ersten Quartal 2024 (650 Abschiebungen) und liegt somit unter den Abschiebungen im letzten Jahr (1003 Abschiebungen).

Das häufigste Zielland ist weiterhin Nordmazedonien mit jeweils 62 abgeschobenen Personen (davon eine Person mit einer nicht-nordmazedonischen Staatsangehörigkeit). Das zweithäufigste Zielland ist die Türkei mit 58 Personen. Insgesamt wurden allerdings 94 Personen mit türkischer Staatsangehörigkeit abgeschoben. Die Differenz erklärt sich damit, dass einige Personen in andere Länder, eventuell im Rahmen des Dublin-Verfahrens abgeschoben wurden. An dritter Stelle steht der Irak als Zielland mit 43 und Herkunftsland mit 46 Personen.

Erstmals seit Jahrzehnten gab es wieder eine Abschiebung nach Syrien. Dies betraf eine Person mit Straftaten. Auch nach Afghanistan wurden drei Personen abgeschoben. Zudem wurde eine Person in den Iran abgeschoben.

In der Tabelle wird zwischen Ziel- und Herkunftsland unterschieden. Anhand der Zahlen zu den Zielländern wird ersichtlich wie viele Personen in ein bestimmtes Land abgeschoben worden sind. Die Zahlen zu Herkunftsländern geben die Anzahl der Personen mit einer bestimmten Staatsangehörigkeit an, die abgeschoben worden sind.

ZiellandAbschiebungen
Gesamtergebnis693
Nordmazedonien62
Türkei58
Irak43
Griechenland42
Kroatien40
Tunesien38
Algerien31
Marokko27
Schweiz22
Georgien21
Frankreich20
Kosovo20
Spanien20
Nigeria19
Österreich18
Rumänien18
Bulgarien16
Gambia16
Guinea16
Serbien15
Niederlande12
Polen12
Albanien10
Italien10
Indien8
Kamerun7
Schweden6
Slowenien6
Pakistan5
Togo5
Bosnien-Herzegowina4
China4
Sri Lanka4
Vietnam4
Afghanistan3
Belgien3
Portugal3
Ruanda3
Brasilien2
Libanon2
Moldawien2
Montenegro2
Ägypten1
Armenien1
Iran1
Jordanien1
Korea1
Lettland1
Litauen1
Luxemburg1
Marokko1
Niger1
Syrien1
Tschechische Republik1
Unbekannt1
USA1
HerkunftslandAbschiebungen
Gesamtergebnis693
Türkei94
Nordmazedonien61
Algerien46
Irak46
Syrien42
Tunesien40
Marokko30
Unbekannt27
Afghanistan26
Nigeria22
Georgien21
Gambia20
Kosovo20
Guinea19
Rumänien19
Serbien16
China15
Indien11
Albanien10
Kamerun10
Russische Föderation9
Polen8
Sri Lanka7
Pakistan6
Togo6
Iran5
Bosnien-Herzegowina4
Italien4
Kroatien4
Vietnam4
Bulgarien3
Somalia3
Brasilien2
Chile2
Eritrea2
Griechenland2
Moldawien2
Montenegro2
Niederlande2
Portugal2
Slowenien2
Ägypten1
Armenien1
Äthopien1
Jordanien1
Korea1
Libanon1
Litauen1
Marokko1
Niger1
Ruanda1
Senegal1
Staatenlos1
Tschechische Republik1
Turkmenistan1
Ukraine1
Ungarn1
USA1

Mannheim: Rechtliche Unterstützung für Inhaftierte in der Abschiebehaft

Werden Personen in Abschiebehaft genommen, dann ist die Not der Betroffenen meist groß. Viele fragen sich, warum sie überhaupt inhaftiert sind und ob das rechtlich richtig ist. Es macht Sinn, Inhaftierungen gerichtlich überprüfen zu lassen. Bei der gerichtlichen Überprüfung brauchen die Betroffenen Hilfe. Hast du Lust, dich rechtlich in das Themengebiet einzuarbeiten und Betroffene in der Abschiebehaft Pforzheim als sogenannte Person des Vertrauens zu unterstützen?

Es sind keine Vorkenntnisse notwendig. Die Fortbildung richtet sich an alle Interessierte, die sich vorstellen können, als Personen des Vertrauens tätig zu werden. Die Personen des Vertrauens in Baden-Württemberg sind untereinander vernetzt und unterstützen sich. Möchtest du mehr Informationen zu der Tätigkeit als Person des Vertrauens, dann schreib an info@fluechtlingsrat-bw.de oder info@probono-mannheim.de.

Referent: Frank Gockel (Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.)

Ort: Universität Mannheim (genaue Adresse erhaltet ihr zeitnah zur Veranstaltung)

Uhrzeiten: Freitag: 18:00 – 20:00 Uhr, Samstag: 10:00 – 13:00 und 14:00 – 18:00 Uhr, Sonntag: 10:00 – 13:00 Uhr

Die Fortbildung ist begrenzt auf 18 Personen. Es sind leider bereits alle Plätze vergeben. Bei einer Anmeldung setzen wir euch auf die Warteliste. Für Übernachtungsmöglichkeiten wird eine Bettenbörse organisiert.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Pro Bono Mannheim und Heidelberg statt. Sie wird im Rahmen des Projekts „Aktiv für gesellschaftliche Teilhabe“ veranstaltet, unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat.


1841 Abschiebungen im ersten Halbjahr 2025

Im ersten Halbjahr 2025 wurden insgesamt 1841 Menschen aus Baden-Württemberg abgeschoben. Die Zahlen steigen an (2024: 1356). Das häufigste Herkunfts- und Zielland ist Georgien mit jeweils 207 und 206 abgeschobenen Personen. Das zweithäufigste Herkunftsland ist die Türkei mit 205 Personen. Davon wurden 118 Personen in die Türkei abgeschoben. Die Differenz erklärt sich damit, dass die verbliebenen Personen in andere Länder, vermutlich im Rahmen des Dublin-Verfahrens abgeschoben wurden. An dritter Stelle steht Nordmazedonien als Herkunfts- und Zielland mit jeweils 176 Personen.

Seit dem Krieg in der Ukraine gab es erstmals wieder Abschiebungen in die russische Föderation (2). In den Iran wurde eine Person abgeschoben.

In der Tabelle wird zwischen Ziel- und Herkunftsland unterschieden. Anhand der Zahlen zu den Zielländern wird ersichtlich wie viele Personen in ein bestimmtes Land abgeschoben worden sind. Die Zahlen zu Herkunftsländern geben die Anzahl der Personen mit einer bestimmten Staatsangehörigkeit an, die abgeschoben worden sind.

Nach Zielland
Ägypten1
Albanien51
Algerien56
Äthopien2
Belgien9
Bosnien-Herzegowina32
Bulgarien43
China4
Dänemark4
Dominikanische Republik1
DR Kongo1
Estland3
Frankreich75
Gambia113
Georgien206
Ghana4
Griechenland36
Guinea2
Indien10
Irak50
Iran1
Island1
Italien34
Jordanien2
Kamerun16
Kasachstan1
Kosovo108
Kroatien74
Lettland6
Libanon1
Litauen4
Luxemburg2
Malta3
Marokko56
Moldawien2
Montenegro6
Niederlande10
Nigeria49
Nordmazedonien176
Österreich29
Pakistan14
Polen31
Portugal6
Rumänien27
Russische Föderation2
Schweden16
Schweiz81
Serbien106
Slowakische Republik1
Slowenien12
Somalia4
Spanien74
Sri Lanka8
Thailand1
Togo4
Tschechische Republik7
Tunesien37
Türkei118
Ungarn3
USA1
Usbekistan1
Venezuela2
Vietnam1
Gesamtergebnis1841

Nach Herkunftsland
Afghanistan69
Ägypten1
Albanien51
Algerien89
Armenien1
Äthopien2
Belgien2
Bosnien-Herzegowina34
Bulgarien10
China12
Dominikanische Republik1
DR Kongo1
Frankreich1
Gambia120
Georgien207
Ghana4
Griechenland3
Guinea16
Indien26
Irak68
Iran11
Italien3
Jordanien2
Kamerun25
Kasachstan1
Kosovo108
Kroatien2
Lettland2
Libanon1
Litauen4
Marokko86
Moldawien2
Montenegro6
Niederlande1
Nigeria72
Nordmazedonien176
Pakistan14
Polen16
Portugal1
Rumänien24
Russische Föderation8
Senegal1
Serbien106
Slowakische Republik1
Somalia22
Spanien1
Sri Lanka18
Staatenlos2
Sudan5
Syrien99
Thailand1
Togo8
Tschechische Republik1
Tunesien56
Türkei205
Ukraine1
Unbekannt24
Ungarn1
USA1
Usbekistan1
Venezuela2
Vietnam2
Gesamtergebnis1841

Herrenberg: Kundgebung „Seenotrettung ist Menschenrecht“

Menschen aus Seenot zu retten ist eine humanitäre Pflicht, die im Völkerrecht verankert ist und nicht verhandelt werden kann. Doch sobald es sich um Flüchtende handelt, scheint diese Pflicht verhandelbar. Zivile Seenotretter*innen werden seit Jahren kriminalisiert und in ihrer Arbeit behindert. Dagegen wird am Samstag, den 26.7.25 um 15 Uhr auf dem Markplatz in Herrenberg demonstriert.

Die Seebrücke, Flüchtlinge und wir e.V. Herrenberg und die Falken in Herrenberg rufen zu der Kundgebung auf.


Kritik an Frontex: Verharmlosung von Abschiebungen

Frontex, die EU-Grenzschutzagentur, die immer wieder in Pushback-Skandale verwickelt ist, versucht sich nun als Verfasserin von Broschüren für Kinder. Dass das nicht gut gehen kann, liegt auf der Hand. Die Broschüre „Mein Leitfaden zur Rückkehr“ soll Kindern erklären, warum Abschiebungen gar nicht so schlimm sind. Deshalb fällt das Wort „Abschiebungen“ einfach nicht in der Broschüre. Es hagelt an Kritik an der Agentur. Zurecht.

Anbei nur ein Ausschnitt der Kritiken. Die Broschüre möchten wir nicht verbreiten, daher ist sie hier nicht verlinkt.