BVerwG: Kein Flüchtlingsschutz für Wehrdienstverweigerer aus Syrien

Die Frage, welcher Schutzstatus Wehrdienstverweigerern aus Syrien zuzusprechen ist, ist seit Jahren umstritten. In vielen Fällen gewähren Gerichte lediglich subsidiären Schutz anstatt eine Flüchtlingsanerkennung zuzusprechen. Das OVG Berlin-Brandenburg hatte allerdings aufgrund einer Entscheidung des EuGH jüngst als einziges Obergericht seine Rechtsprechung geändert und Flüchtlingsschutz gewährt. Die entsprechenden Urteile des OVG wurden nun wiederum vom BVerwG aufgehoben.

Der Informationsverbund Asyl & Migration stellt auf seiner Homepage weiterführende Informationen dazu zur Verfügung.


Der Flüchtlingsrat macht Weihnachtspause!

Die Geschäftsstelle des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg ist vom 22.12.2022 bis einschließlich 15.01.2023 geschlossen. In dieser Zeit beantworten wir keine E-Mails und bieten keine telefonische Beratung an. Eingegangene Bestellungen bearbeiten wir im neuen Jahr. Wir wünschen entspannte Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!


Closing gaps between parents and children / youth welfare services

*German version below*

On 21 of November at 2 pm an online exchange meeting with parents affected by negative experiences with children and youth welfare services is taking place. Anyone interested is welcome to join.

Background:

Many migrant families in Germany have experienced trauma by losing legal custody of their children. The resulting widespread fear has continued to hinder communication between parents and institutions responsible for the proper development of a child i.e. nursery schools, Jungendamt and its affiliated agencies.

Exchange meeting:

Therefore, we are challenged with a necessity to develop a platform for affected families to express themselves and share their experiences as part of efforts to empower one another with a better understanding of the responsibility and obligation of the Jugendamt in relation to KITA and other agencies.

This meeting is also expected to identify the lapses in relation to the massive discrimination and repression of migrants parents through administrative arbitrariness of the institutions involved.

Future objective:

The outcome of the meeting is intended to project a next meeting that involves representatives of the Jugendamt, KITA, the childcare department, family lawyers, anti-discrimination experts and other stakeholders involved as guests on the topic.

Please spread the information and invite as many parents as possible to our first meeting – especially asylum seekers and migrants around you.

Login details:

https://us06web.zoom.us/j/82295350169?pwd=WFZSeEpibG9tb2ZNZHdCbWRSSUJjQT09

Meeting-ID: 822 9535 0169

Kenncode: 310557

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Am 21. November um 14 Uhr findet ein Online-Austauschtreffen mit Fokus auf die negativen Erfahrungen von Eltern mit der Kinder- und Jugendhilfe statt. Teilnehmen können sowohl Betroffene als auch Ehren- und Hauptamtliche, die sich zu dem Thema austauschen  möchten.

Hintergrund:

Für viele Migrantenfamilien in Deutschland geht der Verlust des Sorgerechts für ihre Kinder mit einer traumatischen Lebenserfahrung einher. Die daraus resultierende weit verbreitete Angst behindert die konstruktive Kommunikation zwischen Eltern und Institutionen, die im Rahmen der Entwicklung eines Kindes eine Rolle spielen, z. B. Kindergärten, Jungendamt und andere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Austauschtreffen:

Daher halten wir es für notwendig, eine Plattform für betroffene Familien zu bieten, auf der sie sich äußern und ihre Erfahrungen austauschen können. Ziel ist es, gemeinsam ein besseres Verständnis der Verantwortung und der Verpflichtungen der Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe zu entwickeln.

Bei diesem Treffen soll auch die massive Diskriminierung und Unterdrückung von Migranteneltern durch Verwaltungswillkür der beteiligten Institutionen diskutiert werden.

Zukünftiges Ziel:

Als Ergebnis des Treffens soll ein nächstes Treffen mit Vertretern des Jugendamtes, der KITA, der Kindertagespflege, Familienanwälten, Antidiskriminierungsexperten und weiteren Beteiligten als geplant werden.

Bitte verbreitet die Informationen und ladet so viele Eltern und Interessierte wie möglich zu unserem ersten Treffen ein, insbesondere Asylbewerber*innen und Migrant*innen in eurem Umfeld.

Login-Daten:

https://us06web.zoom.us/j/82295350169?pwd=WFZSeEpibG9tb2ZNZHdCbWRSSUJjQT09

Meeting-ID: 822 9535 0169

Kenncode: 310557


Vorgriffserlass jetzt!

Das neue Chancen-Aufenthaltsrecht wird voraussichtlich im Dezember diesen Jahres in Kraft treten. Es soll der bisherigen Praxis der Kettenduldungen entgegenwirken. Menschen, die bis zum 1. Januar 2022 nur den unsicheren Status der Duldung hatten, sollen ein einjähriges Aufenthaltsrecht auf Probe erhalten, das als Brücke in ein längerfristiges Bleiberecht dienen soll.

Viele Bundesländer haben daher bereits vor Monaten entsprechende Weisungen erlassen bzw. ihre früheren Erlasse und Anwendungshinweise ergänzt: Von Rückführungsmaßnahmen sei demnach für jenen Personenkreis abzusehen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit unter das Chancen-Aufenthaltsrecht fällt.

In Baden-Württemberg hingegen häufen sich die Abschiebungen von Menschen, die von den anstehenden Gesetzesänderungen profitieren würden. Aus der Perspektive des Flüchtlingsrats BW besteht daher die dringende Notwendigkeit, die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkt auf diese fragwürdige Praxis zu lenken und zu verhindern, dass Menschen abgeschoben werden, die schon in Kürze die Möglichkeit zum Bleiben gehabt hätten.

Es kann einfach nicht sein, dass die Landesregierung absolut entgegen ihrer Versprechen aus dem Koalitionsvertrag von 2021 handelt. Darin heißt es, dass „für diejenigen, die viele Jahre im Land leben, nicht straffällig geworden und gut integriert sind, alle Möglichkeiten im Land genutzt werden, um ein Bleiberecht zu ermöglichen“. Nun steht es der Landesregierung offen, die rechtlichen Möglichkeiten zu schaffen. Es mangelt also lediglich am politischen Willen.

Werden auch Sie aktiv und fordern gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat einen Vorgriffserlass. Es muss dringend verhindert werden, dass noch mehr Menschen die seit Jahren in Baden-Württemberg leben ohne nachvollziehbaren Grund das Land verlassen müssen. Darunter leider die Betroffenen, ihre Familienangehörigen aber auch Arbeitgeber*innen und ehrenamtlich Engagierte.

Nutzen Sie gerne unsere aktuelle Briefvorlage! Am besten wenden Sie sich direkt an die Abgeordneten der Regierungsparteien aus Ihrem Wahlkreis. Deren Kontaktadressen finden Sie hier.


Wir brauchen eine Vorgriffsregelung für das Chancenaufenthaltsrecht

Sehr geehrte*r Abgeordnete*r der Christlich-Demokratischen Union,

sehr geehrte*r Abgeordnete*r von Bündnis 90/Die Grünen,

wir wenden uns heute an Sie mit der dringenden Bitte, dass die Landesregierung in dem genannten Sachverhalt zeitnah eine Vorgriffsregelung für das Chancenaufenthaltsrecht erlässt:

Geflüchtete, die seit vielen Jahren hier leben sollen laut Gesetzesentwurf der Bundesregierung vom 6. Juli 2022 das so genannte Chancenaufenthaltsrecht erhalten (§104c AufenthG). Im Hinblick darauf haben Bundesländer wie Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz bereits vor Monaten entsprechende Weisungen erlassen bzw. ihre früheren Erlasse und Anwendungshinweise ergänzt: Von Rückführungsmaßnahmen sei demnach für jenen Personenkreis abzusehen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit unter das Chancenaufenthaltsrecht fällt. So hat z.B. das rheinland-pfälzische Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration bereits am 15.07.2022 in einem Rundschreiben an alle Ausländerbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte klar formuliert:

„Es besteht ein erhebliches öffentliches Interesse daran, bei anspruchsberechtigten Personen im Vorgriff auf das nach der parlamentarischen Sommerpause des Deutschen Bundestages zu erwartende Inkrafttreten der Regelung bereits jetzt von aufenthaltsbeendenden Maßnahmen abzusehen. Ausländischen Staatsangehörigen, die die Voraussetzungen des Chancen-Aufenthaltsrechts gemäß § 104c AufenthG-E erfüllen, soll deshalb eine Ermessensduldung auf der Rechtsgrundlage des § 60a Abs. 2 Satz 3 AufenthG erteilt werden.“

Die baden-württembergische Landesregierung hat bisher keine derartige Vorgriffsregelung erlassen und schiebt im Gegenteil noch Personen ab, die alle Kriterien für dieses neue Chancenaufenthaltsrecht erfüllen könnten. Dies ist aus unserer Sicht in keinster Weise mit dem Koalitionsvertrag vom Mai 2021 (!) vereinbar, der formuliert, dass „für diejenigen, die viele Jahre im Land leben, nicht straffällig geworden und gut integriert sind, alle Möglichkeiten im Land genutzt werden, um ein Bleiberecht zu ermöglichen“ (Koalitionsvertrag, S. 85).

Es kann angesichts dieser Ziele aus unserer Sicht nicht sein und entspricht keiner fairen und  menschenwürdigen Behandlung der betroffenen Personen, dass ausgerechnet in unserem Bundesland Menschen, die exakt zur Zielgruppe des direkt vor der Tür stehenden Chancenaufenthaltsrechtes gehören, kurz vor Inkrafttreten dieser Regelung noch immer in Abschiebehaft gebracht, in Flugzeuge gesetzt und abgeschoben werden.

Dazu einige Beispiele: Es handelt sich bei den Betroffenen um Menschen, die für das Chancenaufenthaltsrecht in Frage gekommen wären.

Am 7.9. 2022 wurde ein gambischer Geflüchteter aus Reutlingen abgeschoben. Er war seit 2014 in Deutschland, spricht fließend Deutsch, arbeitete in Vollzeit, hatte eine eigene Wohnung und keine schwerwiegenden Straftaten. Das zuständige Verwaltungsgericht lehnte den Eilantrag gegen die Abschiebung und den Antrag auf eine Ermessensduldung mit der Begründung ab, dass das geplante Gesetz zum Chancenaufenthaltsrecht noch nicht in Kraft getreten sei.

Am 15.9. 2022 wurde ein Tamile aus Sri Lanka aus Schwaikheim nach Sri Lanka abgeschoben, der seit 7 Jahren in Deutschland lebte, seit 5 Jahren arbeitet.

Am 20.9. 2022 wurden Menschen nach Nigeria abgeschoben, die seit mehreren Jahren in Deutschland gelebt haben und berufstätig waren.

Für Arbeitgeber*innen sind diese Abschiebungen eine Katastrophe. Ehrenamtlich Engagierte haben sich lange für diese Menschen eingesetzt. Die Betroffenen selbst waren in regulären Arbeitsprozessen, haben Steuern gezahlt und sich in Baden-Württemberg eingelebt.

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Regelungen, die die Landesregierung bisher beschlossen hat, nicht dafür ausgereicht haben, die Betroffenen vor Abschiebungen zu schützen. Mit unserem Brief appellieren wir dringend an Sie, die von Ihnen im Landeskoalitionsvertrag von 2021 formulierten Zusagen umzusetzen und fordern Sie im Sinne der potentiell betroffenen Geflüchteten und ihrer Arbeitgeber*innen auf, jetzt so schnell wie möglich eine Vorgriffsregelung analog zu anderen Bundesländern zu erlassen.

Es kann nicht sein, dass diese Abschiebungen weitergehen. Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass diese so schnell wie möglich gestoppt werden.

Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank für Ihre Bemühungen,

Lucia Braß
(1. Vorsitzende)


Schreiben, Verteidigungs- und Verhandlungsgeschick und Bewerbung

Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg führt gemeinsam mit der international tätigen Kanzlei DLA Piper eine Vortragsreihe für Migrantinnen durch. In insgesamt neun Sitzungen werden Ihnen von hochqualifizierten Anwältinnen von DLA Piper wichtige Grundlagen des deutschen Rechts verständlich und praxisorientiert nähergebracht. Das vermittelte Wissen soll Ihnen dabei helfen, ein informiertes und selbstbestimmteres Leben in Deutschland zu führen. Erforderlich sind fundierte Deutschkenntnisse (ca. B2) und eine technische Ausrüstung, die es Ihnen erlaubt, von zu Hause aus an Online-Kursen teilzunehmen.

Die erste Sitzung findet am 28. September von 17:00 bis 18:30 Uhr statt. Bei der Sitzung „Schreiben, Verteidigungs- und Verhandlungsgeschick und Bewerbung“ werden folgende Fragen im Fokus stehen: Wie setzt man formelle Schreiben auf? Wie tritt man für seine Interessen ein? Wie handelt man Verträge und Geschäfte aus?

Anmeldung:
Bitte melden Sie sich über dieses Anmeldeformular für die Sitzung an. Sie erhalten dann rechtzeitig vor der Veranstaltung per E-mail den Link zu dem entsprechenden Zoom-Meeting. Mit Ihrer Anmeldung zum Online-Seminar erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihren Namen und die E-Mail-Adresse für die interne Projektdokumentation nutzen dürfen.

Liste aller Veranstaltungen im Rahmen der Seminarreihe „Know Your Rights“

Die Veranstaltungsreihe findet im Rahmen des Projekts „Aktiv für Integration“ statt, gefördert durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg.


Vernetzungstreffen Südbaden

Liebe Engagierte in Südbaden,

hiermit laden wir Sie gemeinsam mit dem Freundeskreis Asyl Rottweil e.V. ganz herzlich zu einem regionalen Austauschtreffen für Ehrenamtliche in der Geflüchtetenarbeit ein! Das Vernetzungstreffen findet am Samstag, den 08. Oktober 2022, im Interkulturellen Zentrum “Hasen” (Freundeskreis Asyl Rottweil e.V.) in der Hauptstraße 69 in 78628 Rottweil statt.

Während der vergangenen zwei Jahre war der Raum für Begegnungen stark eingeschränkt. Mit dieser Veranstaltung möchten wir Ihnen daher ermöglichen, andere Engagierte in Südbaden wiederzutreffen, kennenzulernen, sich zu vernetzen und auszutauschen. Das Vernetzungstreffen soll Ihnen Gelegenheit geben, miteinander ins Gespräch zu kommen, Ideen, Erfahrungen und Problemstellungen zu teilen sowie Aktionen, Projekte und Vorgehensweisen zu planen. Außerdem bieten wir Ihnen einen spannenden Input-Vortrag zum Thema Trauma sowie einen Überblick über Angebote für Ehrenamtliche in Ihrer Region.

Wir haben uns das folgende Programm für Sie überlegt:

10:00 – 10:30 Uhr: Begrüßung

10:30 – 12:00 Uhr: Input „Traumatisierten Menschen hilfreich begegnen und gut für sich selber sorgen

Referent: Manfred Kiewald (Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Fachliche Leitung bei Refugio VS)

Der Vortrag soll praxisorientiert Input für den Umgang mit traumatisierten Geflüchteten liefern. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen beantwortet werden: Wie erkenne ich, dass eine Person traumatisiert ist? Wie kann ich dieser Person helfen? Wo hört meine Zuständigkeit als ehrenamtlich Engagierte*r auf? Darüber hinaus wird das Thema „Sekundärtraumatisierung“ im Kontext Selbstfürsorge im Ehrenamt aufgegriffen.

12:00 – 12:30 Uhr: Vorstellung von Initiativen in Südbaden

Möchten Sie Ihre Initiative oder aktuellen Angebote vorstellen? Vermerken Sie dies gerne an der entsprechenden Stelle im untenstehenden Anmeldeformular.

12:30 – 13:30 Uhr: Mittagspause (inkl. Snacks)

13:30 – 15:00 Uhr: Arbeitsgruppen im Welt-Café Format

Wir werden Sie je nach Interesse in fünf bis sechs themenspezifische Arbeitsgruppen einteilen. Hier haben Sie die Möglichkeit sich über das jeweilige Thema auszutauschen. Folgende Themen werden dabei unter anderem zur Auswahl stehen: 

  • Thema Sucht (Moderation durch Jörg Hügel – Sozialarbeiter M.Sc., Suchttherapeut (VDR), Leiter Fachstelle Sucht Rottweil, BaWü Landesverband für Prävention und Rehabilitation gGmbH)
  • Thema FGM/C (Moderation durch Milena Heidger, freiberufliche Hebamme DHV und Vorstandsmitglied Freundeskreis Asyl Rottweil e.V.)

Sollten Sie sich weitere Themen wünschen, vermerken Sie dies gerne im entsprechenden Feld des Anmeldeformulars.

15:00 – 16:00 Uhr: Zusammentragen der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen & gemeinsamer Abschluss

Wir bitten Sie, sich über das untenstehende Formular anzumelden. Den genauen Veranstaltungsort senden wir Ihnen mit der Anmeldebestätigung zu.

Bitte beachten Sie, dass aufgrund der Corona-Pandemie nur zuvor angemeldete Personen an der Veranstaltung teilnehmen können.

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!


Neues Projekt „Frauen im Austausch“

Seit dem 1. April läuft beim Flüchtlingsrat BW ein Projekt, über das ein Austauschangebot für Frauen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte durchgeführt wird.

Für zugewanderte Frauen ist der Zugang zum Arbeitsmarkt und generell zur gesellschaftlichen Teilhabe oft besonders schwierig. Auch aufgrund der Pandemie fehlen vielen Frauen Kontakte zu anderen Frauen in einer vergleichbaren Lebenssituation und somit häufig auch Vorbilder, die ihnen vermitteln, dass auch sie in Deutschland Fuß fassen und eine Arbeit finden können.

Im Rahmen des Projekts wird ein niederschwelliges und regelmäßiges Austauschangebot für zugewanderte Frauen entwickelt.  Der Austausch startet ab Juni/Juli und wird über einen Zeitraum von fünf Monaten digital über die Plattform Zoom stattfinden. Die Gruppen treffen sich circa alle zwei Wochen. Der Austausch wird durch regelmäßige Input-Vorträge zu verschiedenen bedarfsspezifischen Themen im Bereich Arbeit und Bildung ergänzt.

Der Peer-to-Peer-Austausch soll die Teilnehmerinnen ermutigen und empowern, mit Herausforderungen umzugehen und gemeinsam Lösungen zu finden. Ziel ist es unter anderem, die Frauen dem Arbeitsmarkt näher zu bringen.

Das Projekt richtet sich an Frauen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte, die derzeit nicht voll erwerbstätig sind und eine der folgenden Sprachen sprechen: Deutsch, Englisch, Türkisch oder Dari. Auch FLINTA* (Frauen, Lesben, Inter*Personen, Non-Binary*Personen, trans*Personen und Agender*Personen) sind herzlich eingeladen, am Projekt teilzunehmen.

Das Projekt wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.

Die mehrsprachigen Flyer können gerne an interessierte Frauen weitergeleitet werden. Interessierte Frauen können sich gerne an Eylem Ög wenden (E-Mail: oeg@fluechtlingsrat-bw.de, Whatsapp: 0157/52898436).


Arbeitshilfe: Unterstützung geflüchteter Frauen

Rund 50 Prozent aller geflüchteten Menschen weltweit sind Frauen und Mädchen. Viele von ihnen müssen ihre Herkunftsländer aufgrund von geschlechtsspezifischer Verfolgung verlassen. Sowohl auf der Flucht als auch bei der Ankunft in Deutschland stehen Frauen häufig vor ganz besonderen Herausforderungen. Diese ausführliche Online-Arbeitshilfe will ehrenamtlichen Unterstützer*innen von geflüchteten Frauen eine Orientierung zu relevanten Aspekten des Asyl-, Aufenthalts- und Sozialrechts bieten. An einigen Stellen wird zunächst auf allgemeine Informationen, die unabhängig vom Geschlecht der geflüchteten Person gelten, eingegangen. Somit kann diese Arbeitshilfe auch für ehrenamtlich Engagierte, die nicht ausschließlich Frauen unterstützen, interessant sein. An einigen Stellen wird auf vertiefende Arbeitshilfen zum jeweiligen Thema verwiesen. Neben den rechtlichen Informationen enthält die Arbeitshilfe auch einige Impulse zu Fragestellungen, die Handeln und Haltung im ehrenamtlichen Engagement betreffen.

  • Flüchtlingsrat BW, April 2022: Arbeitshilfe: Unterstützung geflüchteter Frauen


Neues Projekt „Perspektive durch Partizipation“

Der Flüchtlingsrat startet mit dem neuen Projekt „Perspektive durch Partizipation“ in das Jahr 2022. Das Projekt zielt darauf ab, ehrenamtlich Engagierte, die besonders schutzbedürftige Geflüchtete unterstützen, umfassend zu sensibilisieren und zu schulen. Der Begriff der besonders schutzbedürftigen Geflüchteten umfasst unter anderem folgende Personengruppen:  

  • (unbegleitete) minderjährige Flüchtlinge
  • LSBTTIQ-Geflüchtete
  • Personen, die Opfer von Folter, Vergewaltigung oder sonstigen schwerwiegenden Formen psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt geworden sind
  • Menschen mit Behinderung
  • ältere Menschen
  • Opfer von Menschenhandel
  • Personen mit schweren körperlichen oder psychischen Erkrankungen

Diese sehr unterschiedlichen Personengruppen haben diverse und sehr spezielle Bedürfnisse und stehen regelmäßig vor enormen Herausforderungen. Die durch das Projekt beratenen und geschulten Ehrenamtlichen sollen daher als Multiplikator*innen fungieren, indem sie ihr neu erworbenes Wissen in ihre Unterstützungsarbeit einfließen lassen und an besonders schutzbedürftige Geflüchtete weitergeben. Darüber hinaus trägt das Projekt zum Empowerment besonders schutzbedürftiger Geflüchteter bei, indem diese in die Konzeption und Umsetzung der Projektaufgaben einbezogen werden.

Angebote des Flüchtlingsrats im Rahmen des Projekts

Im Laufe der kommenden drei Jahre (2022-2024) stellen wir im Rahmen des Projektes folgendes Angebot zur Verfügung:

  • Erst- und Verweisberatung

Ehrenamtlich Engagierte, die besonders schutzbedürftige Geflüchtete unterstützen, können entsprechenden Beratungsanfragen gerne ab dem 15. Februar 2022 per E-Mail an partizipation@fluechtlingsrat-bw.de richten. Inhaltlich liegt unsere größte Expertise auf Fragestellungen im Kontext des Asyl-, Asylbewerberleistungs- und Aufenthaltsgesetzes. Im Rahmen des Projektes bauen wir unsere Kontakte zu Fachberatungsstellen aus, sodass wir zielgerichtet weiterverweisen können, wenn wir ein Anliegen nicht selbst bearbeiten können. 

  • Informationsmaterialien

Außerdem werden wir im Rahmen des Projektes kompakte Arbeitshilfen online und/oder als Printversion erstellen, welche als praktische Hilfestellung bei der Unterstützung besonders schutzbedürftiger Geflüchteter dienen können.

  • Fortbildungen

Der Flüchtlingsrat führt vor Ort Fortbildungen für Ehrenamtliche durch, die die Belange besonders Schutzbedürftiger adressieren. Gerne bieten wir solche Veranstaltungen vor allem in ländlichen Regionen Baden-Württembergs an, um einen Beitrag zum Ausbau der dortigen Unterstützungsstrukturen zu leisten. Darüber hinaus werden wir Online-Seminare anbieten.

  • Workshops Selbstreflexion & Selbstfürsorge:

Workshops zur Selbstreflexion und Selbstfürsorge im Ehrenamt ergänzen unser Angebot und tragen supervisorische Ansätze in die Arbeit der Ehrenamtskreise hinein. In diesem Rahmen wollen wir, mit der Unterstützung von Expert*innen, psychosoziale Themen erörtern und reflektieren sowie Handlungsstrategien erproben.

  • Vernetzungstreffen:

Durch regionale Vernetzungstreffen möchten wir ehrenamtlich Engagierten ermöglichen, ihre Erfahrungen in Bezug auf die Begleitung besonders schutzbedürftiger Geflüchteter auszutauschen.

Sollten Sie Interesse an einer Fortbildung, einem Workshop oder einem Vernetzungstreffen in Ihrer Region haben, wenden Sie sich gerne mit einer themenspezifischen Anfrage an partizipation@fluechtlingsrat-bw.de.

Unseren Projektflyer finden sie hier: Flyer Perspektive durch Partizipation

Dieses Projekt wird gefördert durch die Aktion Mensch. Dank der zahlreichen Spenden von Unterstützer*innen können wir die Finanzierung des Eigenanteils im Projekt in den kommenden Jahren gewährleisten und das Projekt wie geplant umsetzen.