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Freiburg: Vortrag & Diskussion „Die autoritär-populistische Grenze“

Das europäische Grenzregime radikalisiert sich: Rechtsverstöße wie Pushbacks sind systemische Praxis, Gerichtsurteile werden ignoriert und illiberale Praktiken in Recht gegossen. Gleichzeitig erleben wir europaweit einen massiven Rechtsruck, begleitet von aggressiven anti-migrantischen Debatten und Politiken. Mit Sabine Hess (Direktorin des Centers for Global Migration Studies, Universität Göttingen) zeichnet Aktion Bleiberecht nach, wie beides die autoritären Entwicklungen befeuert.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe Solidarisches Handeln im Dreiländereck. Gegen den autoritären Umbau des Asyl- & Grenzsystems statt. Der Eintritt ist frei.

Wann? 13. März 2026, 20 Uhr 

Wo? Mensa der Hebelschule, Engelbergerstr. 2, 79106 Freiburg


Podiumsdiskussion: Asylpolitik der Bundesregierung

Zehn Monate nachdem die aktuelle Bundesregierung ihr Amt angetreten hat, gilt es eine erste Bilanz zu ziehen. Daher lädt der Sprecherrat* der Ehrenamtlichen Helferkreise im Landkreis Konstanz zur öffentlichen Podiumsdiskussion unter dem Titel „Auf dem Prüfstand: Migrations- und Asylpolitik der Bundesregierung“ ein. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 11. März 2026, um 19 Uhr in Engen im Katholischen Gemeindezentrum St. Martin (Hexenwegle 2) statt. Der Einlass beginnt um 18 Uhr. Auf dem Podium sitzt neben Bundestagsabgeordneten aus der Region und einer Stimme aus den Kommunen auch der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg:

  • Dr. Lina Seitzl (SPD-MdB), Mitglied der Regierungskoalition und des SPD-Landesvorstandes BaWü
  • Andreas Jung (CDU- MdB), Mitglied der Regierungskoalition und des CDU-Bundesvorstandes
  • Benjamin Mors, Bürgermeister der Gemeinde Steißlingen und Sprecher des Gemeindebundes im Landkreis KN
  • Meike Olszak, Co-Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg e.V.
  • Moderation: Manfred Hensler, Mitglied des Beirats von inSi e.V. Singen, Mitglied des Internationalen Ausschusses Stadt Konstanz, FDP-Mitglied im Gemeinderat KN und im Kreistag

Gerne nimmt das Podium in einer Schlussrunde auch Stellung zu Fragen des Publikums. Der Eintritt ist frei.

Anmeldung bis zum 9. März 2026 per E-Mail an: bernhard.grunewald@gmail.com

* Aktuelle Mitglieder des Sprecherrats: Save me Konstanz e.V, Freundeskreis Asyl Radolfzell e.V., Unser Buntes Engen e.V, Kulturbrücke Stockach e.V., inSi e.V. Integration in Singen, BiG Bürgerhilfe in Gottmadingen, IOF Initiative Offenes Hilzingen, UFRW Unterstützerkreis Flüchtlingshilfe Rielasingen-Worblingen. Der Sprecherrat kooperiert mit INKO, dem Interkulturellen Netzwerk in KN.


Online-Austausch: Alterseinschätzung und GEAS

Diese Veranstaltung richtet sich explizit an Mitarbeitende der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendämter, Ministerien, Landesjugendämter). Aufgrund der hohen Nachfrage nach der Online-Austauschveranstaltung für Jugendämter zum Thema Alterseinschätzung und GEAS findet diese Veranstaltung am 15. April 2026 von 11.00 bis 12.30 Uhr zum zweiten Mal statt.

Die Alterseinschätzung unbegleiteter junger Menschen gem. § 42f SGBVIII ist eine Regelaufgabe der Kinder- und Jugendhilfe. Die vorrangige Methode der qualifizierten Inaugenscheinnahme ist gesetzlich verankert und dient der Prüfung, ob die Voraussetzungen für eine (vorläufige) Inobhutnahme vorliegen.

Auch im Rahmen der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) bleibt diese Zuständigkeit bestehen. Die vorläufige Inobhutnahme muss – wie bisher – unmittelbar nach der Einreise erfolgen und parallel zum neuen Screening-Verfahren durchgeführt werden. Ungeachtet dessen ist davon auszugehen, dass Altersangaben künftig häufiger als bisher durch das BAMF angezweifelt und erneut geprüft werden. Grundlage hierfür ist Artikel 25 der Asylverfahrensverordnung. Damit würden Alterseinschätzungen parallel zu bereits durchgeführten Verfahren der Kinder- und Jugendhilfe erfolgen.

Vor diesem Hintergrund lädt der Bundesfachverband Minderjährigkeit und Flucht zu einer Austauschveranstaltung ein, die sich exklusiv an Jugendämter, Landesjugendämter und zuständige Ministerien richtet.

Ziel der Veranstaltung ist es, frühzeitig über absehbare Veränderungen zu informieren, fachliche Positionen der Kinder- und Jugendhilfe zu stärken und Möglichkeiten einer abgestimmten Zusammenarbeit zu diskutieren.

Geplante Inhalte:

  1. Vorstellung der geplanten Veränderungen im Kontext von GEAS (Stand der Kenntnisse)
  2. Fachlicher Austausch zur Rolle der Alterseinschätzung durch die Jugendämter:
    • Welche Auswirkungen haben zusätzliche Alterseinschätzungen durch das BAMF auf die Arbeit der Jugendämter?
    • Wie können Jugendämter ihre fachliche Expertise in der Alterseinschätzung künftig wirksam positionieren?
    • Wie könnte aus Sicht der Jugendämter ein sachgerechtes und koordiniertes Zusammenwirken mit dem BAMF gestaltet werden?

Die Teilnahme kostet 10€, eine Anmeldung ist notwendig.


Projektmitarbeiter*in mit Schwerpunkt Beratung gesucht

Wir suchen ab sofort eine*n engagierte*n Mitarbeiter*in zur Verstärkung unseres Beratungsteams. Die Stelle ist im Rahmen einer Krankheitsvertretung befristet. Der Arbeitsort ist Stuttgart. Präsenz im Büro wird bevorzugt; teilweises oder vollständiges Remote-Arbeiten ist nach Absprache möglich.

Die asyl- und aufenthaltsrechtliche Beratung von geflüchteten Menschen und (ehrenamtlichen) Unterstützer*innen findet in dem vom Land Baden-Württemberg geförderten Projekt „Aktiv für gesellschaftliche Teilhabe“ statt. Sie umfasst die Auseinandersetzung mit komplexen Fallkonstellationen, unter anderem zu Bleiberechtsoptionen, sozialrechtlichen Angelegenheiten, dem Asylverfahren oder zur Aufenthaltsverfestigung. Beraten wird per E-Mail und Telefon.

Zusätzliche Aufgaben können sein:

  • Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Fortbildungen für verschiedene Zielgruppen und Themen rund um das Asyl- und Aufenthaltsrecht
  • Ggfls. Erstellung von Informationsmaterialien (z.B. Verfassen von Homepage-Artikeln und Aktualisierung und Pflege des Grundlagen-Bereichs des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg auf die Webseite)
  • Übernahme von Aufgaben im Bereich Büroorganisation

Erforderliche Voraussetzungen:

  • Erfahrung in der asyl- und aufenthaltsrechtlichen Beratung
  • gute Kenntnisse im Migrationsrecht
  • sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache

Wünschenswerte Voraussetzungen:

  • Interesse an der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Fortbildungen
  • Identifikation mit den Zielen und Positionen des Flüchtlingsrates
  • Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Rassismus
  • Mehrsprachigkeit

Wir bieten:

  • eine abwechslungsreiche und vielseitige Tätigkeit in einem engagierten und wertschätzenden Arbeitsumfeld einer angesehenen Menschenrechtsorganisation
  • regelmäßige kollegiale Beratung, u.a. wöchentlicher Austausch mit einem Volljuristen
  • einen Stellenumfang von bis zu 100 %, nach Absprache in geringerem Umfang 
  • eine Entlohnung in Anlehnung an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD BUND), Einstufung in Entgeltgruppe 10
  • stellenbezogene Weiterbildungsmöglichkeiten
  • ein Netzwerk haupt- und ehrenamtlich Engagierter
  • eine Vertretungsstelle, deren Fortführung nicht gänzlich auszuschließen ist

Vollständige Bewerbungen (Motivationsschreiben und Lebenslauf ohne Bewerbungsfoto) bitte mit dem Betreff „Bewerbung Vor- und Nachname“ per E‑Mail an info@fluechtlingsrat-bw.de senden.

Wir möchten ausdrücklich Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte zu einer Bewerbung ermutigen.

Ein Bewerbungsschluss ist nicht vorgesehen. Wir prüfen Bewerbungen fortlaufend und besetzen die Stelle, sobald wir eine geeignete Person gefunden haben.



Umsetzung der GEAS-Reform: Freiheitsbeschränkungen minimieren und Rechte Geflüchteter wahren

Der Bundestag hat am Freitag, 27. Februar 2026, den Weg für die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) freigemacht. Der Flüchtlingsrat fordert nun ein klares Signal aus Baden-Württemberg: Die Landesregierung steht in der Verantwortung, ihre Spielräume bei der landesweiten Umsetzung so zu nutzen, dass Schaden begrenzt und Grund- und Menschenrechte konsequent gewahrt werden.

Mit den nun im Bundestag beschlossenen Gesetzen setzt Deutschland die GEAS-Reform um. Der Flüchtlingsrat warnt vor einer weiteren Aushöhlung der Rechte schutzsuchender Menschen: Die Reform droht Schutzstandards abzusenken, Freiheitsrechte weiter einzuschränken und den Zugang zu fairen Verfahren zu erschweren.

„Die Reform verspricht europäische Solidarität, schafft in der Praxis aber ein äußerst kompliziertes System abgestufter Rechte für unterschiedliche Personengruppen. Statt Schutz zu stärken, drohen beschleunigte Grenzverfahren, haftähnliche Unterbringung und höhere Hürden im Rechtsschutz – mit besonders harten Folgen für Kinder und andere schutzbedürftige Menschen“, erklärt Meike Olszak vom Flüchtlingsrats Baden-Württemberg. „Baden-Württemberg muss bei der Umsetzung von GEAS jetzt Transparenz schaffen, die Zivilgesellschaft einbinden und jede vermeidbare Freiheitsbeschränkung unterlassen.“

Worum geht es?

Nach langjährigen und intensiven Verhandlungen haben sich das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten im Mai 2024 auf die GEAS-Reform geeinigt. Die entsprechenden europäischen Gesetzgebungsakte sind bereits im Juni 2024 in Kraft getreten. Die Neuregelungen werden weitreichende Auswirkungen auf die aktuelle Praxis haben. Die heute beschlossene nationale Umsetzung bedeutet: noch mehr Schnellverfahren an Grenzen, strengere Kontrollen sogenannter Sekundärmigration, größere Sammelunterkünfte mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit, mehr Datenerhebung und weniger Zeit für Beratung und Rechtsmittel. Das trifft besonders Kinder, Familien und traumatisierte Menschen.

Spielräume der Länder

Allerdings haben die Bundesländer trotz des nationalen Anpassungsgesetzes bei der Umsetzung der europäischen Reform Spielräume und können somit schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen verhindern. Vor allem auf Ausgestaltung der Freiheitsbeschränkungen können die Länder Einfluss nehmen. Diesen Spielraum sollte das Land Baden-Württemberg nutzen, denn sonst drohen langfristige negative Konsequenzen: Ein defacto Inhaftierung tagsüber wie nachts verursacht bei den Betroffenen Verzweiflung, Stress und Depressionen und verunmöglicht das Ankommen in Deutschland. Geflüchtete Menschen zunehmend zu isolieren und auszugrenzen ist unverantwortlich und verhindert gesellschaftliche Teilhabe.

Daher fordert der Flüchtlingsrat BW von der baden-württembergischen Landesregierung:

  • Freiheitsbeschränkungen minimieren: Keine geschlossenen oder haftähnlichen Einrichtungen; vorrangig offene, dezentrale Unterbringung. In Baden-Württemberg darf kein sogenanntes Sekundärmigrationszentrum entstehen!
  • Transparent informieren: Einen öffentlichen, laufend aktualisierten Umsetzungsplan vorlegen – mit Zuständigkeiten, Zeitplan, Auswirkungen auf Kommunen und Rechte der Betroffenen.
  • Zivilgesellschaft einbeziehen: Wohlfahrtsverbände, Fachberatungsstellen, Kommunen, Selbstorganisationen und Betroffene früh und kontinuierlich an der GEAS-Umsetzung beteiligen.
  • Rechte sichern, Schaden begrenzen: Unabhängige Beratung, Dolmetschen und wirksamen Rechtsschutz garantieren; Zugang zu Anwält*innen in allen Einrichtungen; Zugang zu Schule, Kita, Gesundheitsversorgung und psychosozialer Beratung ab Tag eins.
  • Schutz für Kinder und besonders Schutzbedürftige: Besondere Bedarfe konsequent erkennen; kindgerechte Verfahren; Familienzusammenführung priorisieren; keine haftähnliche Unterbringung.

„Baden-Württemberg kann ein Zeichen setzen: Schutz statt Abschreckung, Rechte statt Restriktionen. Wir appellieren an die Landesregierung, die Spielräume zu nutzen, auf ein Sekundärmigrationszentrum zu verzichten und die Zivilgesellschaft als Partnerin einzubeziehen. Systematische Inhaftierungen Schutzsuchender müssen unbedingt verhindert werden.“, so Lucia Brass vom Flüchtlingsrat Baden-Württemberg.


Praktikant*innen gesucht: Du möchtest dich aktiv für die Rechte von Geflüchteten einsetzen?

Dann bist Du bei uns genau richtig. Ab Mai 2026 suchen wir noch engagierte Praktikant*innen, die unsere Arbeit unterstützen, und in Baden-Württemberg auf eine menschlichere Flüchtlingspolitik hinwirken wollen.

Während Deines Praktikums bei uns erhältst Du nicht nur spannende Einblicke in die Arbeit einer NGO, die sich leidenschaftlich für die Rechte von Geflüchteten einsetzt, sondern kannst auch aktiv in verschiedenen Bereichen mitwirken. Ob eine Hospitation in der Beratung und die Teilnahme an Fortbildungen im Asyl- und Aufenthaltsrecht oder die kreative Gestaltung von Social-Media-Posts und dem Verfassen von Artikeln für unser Magazin „Perspektive“ – bei uns kannst Du wertvolle Erfahrungen sammeln. Dich erwarten zudem flache Hierarchien, ein junges, engagiertes Team und die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte je nach Interessen und Fähigkeiten zu setzen.

Interesse geweckt? Dann bewirb Dich jetzt für ein mindestens 6-wöchiges Praktikum.

Aufgabenprofil

  • Arbeit im Bereich Migrationsrecht: Hospitation in der Beratung, Rechercheaufgaben, Unterstützung bei und Teilnahme an Fortbildungen und Tagungen
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Teilnahme an Lobbyterminen, Mitarbeit bei Pressemitteilungen und Social Media-Veröffentlichungen sowie Verfassen von Artikeln auf der Homepage und im Magazin „Perspektive“
  • Büroorganisation & administrative Aufgaben
  • Flexible Schwerpunktsetzung nach Deinen Interessen und Fähigkeiten

Anforderungen

  • Interesse an Migrationsrecht, Asylpolitik und sozialen Themen
  • Bereitschaft zur Unterstützung im Büromanagement und -verwaltung
  • Gute schriftliche Ausdrucksfähigkeit und Erfahrung im Verfassen von Texten
  • Eigeninitiative, Teamgeist und Engagement
  • Kommunikations- und Organisationsfähigkeit
  • Rechtswissenschaftliche Grundkenntnisse (v.a. Asyl- und Aufenthaltsrecht) von Vorteil, aber nicht notwendig

Rahmenbedingungen

  • Aufwandsentschädigung von 600€ pro Monat für Vollzeitpraktika
  • Teilzeitpraktika nach Absprache möglich
  • Mindestdauer von 6 Wochen (bis maximal 3 Monate bei freiwilligen Praktika, bei Pflichtpraktika gerne auch länger) 
  • nur studien- oder ausbildungsbegleitend oder als Orientierungspraktikum nach dem Schulabschluss möglich
  • Präsenzpraktikum im Herzen des schönen Stuttgarter Westens
  • Weiterbildungsmöglichkeiten, inklusive monatlichem rassismuskritischen Austausch
  • Einblicke in die Arbeitsweise und Abläufe einer NGO

Bewerbung

Interesse geweckt? Bewirb Dich jetzt mit Anschreiben, Lebenslauf und relevanten Zeugnissen unter info@fluechtlingsrat-bw.de mit dem Betreff ‚Praktikum (gewünschter Zeitraum)‘. Der Flüchtlingsrat behandelt alle Bewerbungen vertraulich und freut sich besonders über Bewerbungen von migrantisierten Menschen, People of Colour und Menschen mit Fluchtgeschichte.

Lass uns gemeinsam für eine menschlichere Flüchtlingspolitik aktiv werden – werde Teil unseres Teams!


Karlsruhe: Film „On the Border – Europas Grenzen in der Sahara“

Tausend Kilometer vor dem Mittelmeer wird die Wüstenstadt Agadez zum Außenposten europäischer Migrationspolitik. Die nomadischen Tuareg transportieren hier seit Jahrhunderten Menschen durch die Wüste – bis neue Gesetze sie zu Schleusern erklären. Deutschland und Europa investieren Millionen in die lokale Sicherheit, die USA stationieren Drohnen. Doch was bringen Grenzkontrollen ohne wirtschaftliche Perspektiven für die Menschen? Ein Bürgermeister, eine Journalistin und ein Händler erzählen – bis ein Militärputsch 2023 alles verändert.

Der Film On the border wird am 23. März 2026 um 18 Uhr in der Kinemathek (Kaiserpassage 6, 76133 Karlsruhe) gezeigt. Danach findet ein Gespräch mit dem Regisseur Gerald Igor Hauzenberger statt.


Nürtingen: Vortrag von Dr. Kerem Schamberger von medico international

Wenn Menschen fliehen müssen, bleibt die Menschenwürde auf der Strecke. So berichtet Dr. Kerem Schamberger von seinen aktuellen Dienstreisen im Auftrag der Hilfsorganisation medico international nach Polen und in den Senegal. Zudem erläutert er die Verschärfungen des nationalen und europäischen Asylrechts und zeichnet Szenarien von deren Auswirkungen.

Der Vortrag findet am 18. März 2026 um 19 Uhr in der Alten Seegrasspinnerei in Nürtingen statt (Plochinger Straße 14, 72622 Nürtingen). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist kostenlos.

Veranstaltet von: Bündnis für Asyl, Menschenwürde und Verantwortung im Rahmen der Nürtinger Internationalen Wochen gegen Rassismus.


Tübingen: Film & Gespräch „Vom Pfeifen im Walde“

Europa schottet sich vor Geflüchteten ab. Und mit ihm Polen. Fast 200 Kilometer lang und mehr als fünf Meter hoch ist die Mauer, die die polnische Regierung in den letzten Jahren an der Grenze zu Belarus errichtet hat, gespickt mit Stacheldraht, überwacht von tausenden Soldaten und Grenzbeamten. Sie soll Geflüchtete davon abhalten nach Europa zu kommen. Diejenigen, die es dennoch schaffen, werden zurückgewiesen, durch den Wald gejagt, geschlagen. Einen Asylantrag können sie nicht mehr stellen, seitdem die sogenannte Bürgerkoalition unter Ministerpräsident Donald Tusk im März 2025 das Recht auf Asyl suspendiert hat. Ein offener Verstoß gegen Europarecht, der von der EU jedoch nicht kritisiert wird. Trotz alledem gibt es im Grenzgebiet nach wie vor Menschen, die Solidarität zeigen und Geflüchteten bei ihrer gefährlichen Reise beistehen. Durch Anklagen und Repression versucht der polnische Staat diese Unterstützung zu brechen.

Um über die Situation vor Ort zu sprechen lädt medico international ihre Kooperations-Partnerinnen nach Deutschland ein: zwei Aktivistinnen des Szpila-Kollektivs. Sie unterstützen Menschen, die von staatlicher Repression betroffen sind, weil sie Geflüchteten im polnisch-belarussischen Grenzgebiet geholfen haben.

Herzliche Einladung am Dienstag, den 17. März 2026 um 20 Uhr nach Tübingen ins Kino Blaue Brücke (Friedrichstraße 19, 72070 Tübingen).
Zu Beginn wird der Dokumentarfilm „Forest“ gezeigt. Dieser begleitet Asia, Marek und ihre drei Kinder, die in ihrem eigenen Paradies leben: Ihr Haus liegt mitten in den letzten Urwäldern Europas, fast an den Außengrenzen der EU. Bei den täglichen Streifzügen durch den Wald finden sie eines Tages nicht nur atemberaubende Aufnahmen von Bisons, Elchen und Dachsen auf ihren Wildkameras. Stattdessen bewegen sich hungrige, unterkühlte und oft kranke Menschen durch das Dickicht – auf der Flucht in die EU. Die polnische Familie entscheidet zu helfen und zerbricht fast an den Schicksalen, die sich direkt vor ihrer Haustür abspielen.

Film: Forest, Polen 2024, Regisseur: Lidia Duda; Originalsprache: Polnisch, mit deutschen Untertiteln; Länge: 85 min.

Eintritt: € 8,00
Tickets: im Kino und online
Veranstaltet von: medico international


Weil am Rhein: Dreiländerdemonstration

Mit der am 12. Juni 2026 in Kraft tretenden Reform des Europäischen Migrations- und Asylpakts (GEAS) wird das Asylrecht auf jeder Ebene für geflüchtete Menschen fundamental angegriffen. Die EU-Länder – inklusive der Schweiz – verfolgen eine Abschottungspolitik, durch die Menschen entrechtet und in die Irregularität gedrängt werden. Das individuelle Asylrecht wird durch Verordnungen ausgehebelt und Geflüchtete werden an den EU-Außengrenzen in Haftlagern über Monate festgehalten. Auch im Inneren der Länder werden immer mehr Haftgründe für Geflüchtete geschaffen. 


Gruppen aus dem Dreiländereck rufen zu einer Protestaktion an den Grenzen der Schweiz, Frankreichs und Deutschlands auf. Demonstriert wird am 18. April 2026 für eine solidarische Gesellschaft, für das Recht auf Freizügigkeit und gegen die Gewalt an den Grenzen!

TREFFPUNKTE:


  • Für Menschen aus der Schweiz: 12:30 Uhr, Basel Badischer Bahnhof 
  • Für Menschen aus Deutschland und Frankreich 13:00 Uhr, Europaplatz, Nähe Bahnhof Weil am Rhein

  • Gemeinsame Demonstration mit Schlusskundgebung im Rheinpark (D)


Avec la réforme du pacte européen sur la migration et l’asile (GEAS) qui entrera en vigueur le 12 juin 2026, le droit d’asile des réfugiés est fondamentalement remis en cause à tous les niveaux. Les pays de l’UE, y compris la Suisse, mènent une politique de fermeture des frontières qui prive les personnes de leurs droits et les pousse vers l’irrégularité. Le droit d’asile individuel est vidé de sa substance par des règlements et les réfugiés sont détenus pendant des mois dans des camps aux frontières extérieures de l’UE. À l’intérieur des pays également, de plus en plus de motifs de détention sont créés pour les réfugiés.

Des groupes de la région des trois frontières appellent à une action de protestation aux frontières de la Suisse, de la France et de l’Allemagne. Le 18 avril 2026, nous descendrons ensemble dans la rue pour une société solidaire, pour le droit à la libre circulation et contre la violence aux frontières !

POINTS DE RENDEZ-VOUS :


  • Pour la Suisse : 12h30, gare Bâle Badischer Bahnhof
  • Pour l’Allemagne et la France : 13h00, Europaplatz, près de la gare de Weil am Rhein
 (D) 
  • Manifestation commune avec rassemblement final au Rheinpark (Allemagne)