Rechtsgutachten: Inklusion und Diskriminierungsschutz im Asylverfahren

Handicap International e. V. – Crossroads hat ein neues Rechtsgutachten veröffentlicht, das untersucht, wie Asylverfahren und Schutzentscheidungen im Einklang mit der UN-BRK ausgestaltet und getroffen werden müssen. Denn die Bedarfe und Rechte geflüchteter Menschen mit Behinderungen werden im Asylverfahren noch häufig nicht ausreichend berücksichtigt.

Das Gutachten zeigt, welche Anforderungen sich aus der UN-Behindertenrechtskonvention für Asylverfahren und Schutzentscheidungen ergeben, von barrierefreien Verfahren bis zur behinderungssensiblen Prüfung von Verfolgung und Rückkehrgefahren.

Die Veröffentlichung enthält rechtliche Argumentationsansätze, einschlägige Rechtsprechung sowie behinderungsspezifische Herkunftslandinformationen zu Afghanistan, Irak und Syrien. Sie richtet sich insbesondere an Beratungsstellen, Anwaltschaft, Gerichte und Behörden.


Handicap International e.V. – Crossroads, August 2026: Inklusion und Diskriminierungsschutz im Asylverfahren. Schutzgewährung im Einklang mit der UN-BRK


Forschungsbericht: Was die Kinder- und Jugendhilfe von jungen Geflüchteten lernen kann

Wie erleben junge Geflüchtete das Ankommen, den Hilfeverlauf und den Übergang in die Eigenständigkeit im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe? An welchen Stellen können junge Geflüchtete eigene Entscheidungen treffen? Woran werden sie beteiligt und wie gestalten sie mit? Und was können Fachkräfte und Organisationen aus ihren Erfahrungen lernen? Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich die Abschlusspublikation der Servicestelle junge Geflüchtete:

„Selbstständigkeit ermöglichen, Beteiligung leben. Was die Kinder- und Jugendhilfe von jungen Geflüchteten lernen kann. Ein Forschungsbericht mit Praxishinweisen für Fachkräfte.“

Der Bericht basiert in besonderer Weise auf den Erfahrungen und Perspektiven der jungen Menschen, die während des Projektzeitraums kontinuierlich begleitet wurden. In wiederkehrenden Gesprächen haben sie Einblicke in ihre Lebenssituationen gegeben und ihre Wahrnehmungen, Wünsche und Einschätzungen geteilt. Ihre Beiträge bilden die zentrale Grundlage der Veröffentlichung und machen sichtbar, wie Selbstständigkeit und Beteiligung aus Sicht junger Geflüchteter ermöglicht, ausgehandelt oder auch begrenzt werden. Aus den Ergebnissen leitet die Publikation konkrete Hinweise für die Praxis der Kinder- und Jugendhilfe ab.

Dem Bericht ist zudem ein Plakat zu den Beteiligungsrechten junger Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe beigelegt. Das Plakat soll junge Menschen über Ihre eignen Rechte informieren und kann beispielsweise in Einrichtungen, Teamsitzungen oder Fortbildungen eingesetzt werden.

Der Forschungsbericht kann kostenfrei als Print-Version über die Homepage der Servicestelle junge Geflüchtetes bestellt werden, darin ist standardmäßig ein Plakat enthalten. Sie können Plakate gerne auch separat oder in einer größeren Stückzahl bestellen. 

Zur digitalen Ausgabe des Forschungsberichts kommen Sie hier.


Online-Fachtag: Die GEAS-Reform, geflüchtete Familien und Kinder

Mit der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) werden die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Asylverfahren in Europa grundlegend verändert. Die neuen Regelungen betreffen nahezu alle Bereiche des Ankommens und der Teilhabe geflüchteter Menschen – vom Zugang zum Asylverfahren über Unterbringung und Versorgung bis hin zu Bildung und besonderen Schutzbedarfen.

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Beratung und Begleitung geflüchteter Menschen? Welche Veränderungen kommen insbesondere auf Familien, Kinder und andere besonders schutzbedürftige Personen zu? Und wie können Fachkräfte und Ehrenamtliche die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen in ihrer täglichen Arbeit einordnen?

Gemeinsam mit Andrea Kothen, Referentin in den Bereichen Frauen und Soziales bei Pro Asyl, Charlotte Föcking, juristische Referentin bei Equal Rights Beyond Borders e.V., Anna Frölich, Fachanwältin für Migrationsrecht, und Hannah Sommer wirft die Veranstaltung einen praxisnahen Blick auf einige der wichtigsten Änderungen der GEAS-Reform und deren Auswirkungen für Familien und Kinder.

Der Fachtag findet am Donnerstag, den 17. September 2026, von 9:00 – 15:30 Uhr statt und wird vom Bayerischen Flüchtlingsrat organisiert. Er richtet sich an Fachkräfte und interessierte Ehrenamtliche aus den Bereichen Migrations- und Flüchtlingsarbeit, Frauenberatung, Kinder- und Jugendhilfe, Sozialberatung, Bildungs- und Schuleinrichtungen, Integrationsarbeit und zivilgesellschaftliche Initiativen.

Die Kosten für die Teilnahme liegen bei 30 Euro. Der ermäßigte Preis liegt bei 15 Euro nach Selbsteinschätzung.

Anmeldung unter: frauen@fluechtlingsrat-bayern.de