Policy Paper: Sinkende Schutzquoten für Afghanen trotz desaströser Menschenrechtslage

Repression, Verfolgung, Entrechtung und eine katastrophale humanitäre Situation prägen das Leben in Afghanistan. Trotzdem gewährt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) immer weniger jungen alleinstehenden Männern aus Afghanistan Schutz, während Frauen grundsätzlich Flüchtlingsschutz bekommen. Die Willkür und Irrationalität des Regimes werden verkannt – mit katastrophalen Folgen für Betroffene.

Pro Asyl analysiert die Entscheidungspraxis des BAMF in ihrem Policy Paper Afghanistan und verdeutlicht, warum ein Abschiebestopp und eine Wende der jetzigen Afghanistan-Politik dringend notwendig sind. Das BAMF geht davon aus, Verfolgung beziehe sich nur auf bestimmte Personengruppen, und verkennt somit die vehemente Gefährdung aller Afghan*innen, die unter den Taliban leben müssen.



SG Berlin: Jobcenter muss Passkosten übernehmen

Das Sozialgericht (SG) Berlin entschied mit Gerichtsbescheid vom 27.04.2026 (S 101 AS 4696/25), dass die Kosten zur Beschaffung ausländischer Reisepässe als Mehrbedarf nach § 21 Abs. 6 SGB II vom Jobcenter übernommen werden können.

„[Die] Passbeschaffung ist ein einmaliger […] besondere[r], im Einzelfall auftretende[r] Bedarf [und] nach Auffassung des Gerichts nicht Bestandteil dessen, was typischerweise im Regelbedarf berücksichtigt wird. […] Kosten für ausländische Reisepässe können im SGB II als unabweisbarer Mehrbedarf nach § 21 Abs. 6 SGB II zu übernehmen sein, wenn sie nicht vom Regelbedarf umfasst sind und ein gültiger Pass benötigt wird.“

(Zusammengefasst vom Thomé Newsletter 18/2026)



Save the Date: Sommertagung 2026

Herzliche Einladung zur Sommertagung am Samstag, den 11. Juli 2026, in den Bürgerräumen in Stuttgart-West (Bebelstraße 22, 70193 Stuttgart). Dieses Mal werden wir uns einem gemeinsamen Thema widmen, das zurzeit alle, die im Bereich Flucht und Asyl aktiv sind, beschäftigt: Die GEAS-Reform. Im Hauptvortrag wird Dr. Anja Bartel vom Flüchtlingsrat BW Aktuelles zum Thema Flucht und Migration aus der Landespolitik präsentieren und dabei einen Fokus auf den Koalitionsvertrag legen. In zwei Themenphasen können Sie Ihr Wissen zu unterschiedlichen Aspekten der GEAS-Reform vertiefen. Dazwischen werden neue Initiativen aus Baden-Württemberg vorgestellt und es wird ausreichend Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Austausch geben.

Die Tagung ist kostenlos und richtet sich an Interessierte und Engagierte im Bereich Flucht und Asyl.

Es gibt veganes Mittagessen, Kinderbetreuung und Dolmetscher*innen. Die Bürgerräume sind barrierefrei zugänglich.

Unsere Tagung soll einen möglichst geschützten Raum für alle Beteiligten darstellen. Deshalb bitten wir alle Teilnehmenden, die Vereinbarung zum Umgang miteinander bei der Anmeldung zur Kenntnis und sich bei der Tagung zu Herzen zu nehmen.

Die Tagung findet im Rahmen des Projekts „Aktiv für gesellschaftliche Teilhabe“ statt, unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat. Eine Koförderung besteht durch die Deutsche Postcode Lotterie.

Mehr Informationen zu den Themenphasen und zum Programm folgen!


Lockerung bei Integrationskurszulassung

Anfang Februar 2026 veranlasste das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Zulassungsstopp für Anträge auf freiwillige Teilnahme an Integrationskursen. Das BAMF erklärte, dass solche Kurse vorerst nicht mehr von freiwilligen Teilnehmer*innen besucht werden könnten. Begründet wurde dies durch finanzielle Herausforderungen der Vorjahre und mit stark gestiegenen Kosten von Integrationskursen. Der Blick in den Haushalt 2026 verrät jedoch: Für das Jahr 2026 stehen ca. eine Milliarde Euro für die Finanzierung von Integrationskursen zur Verfügung (eine vergleichbare Summe wie 2025) – es handelt sich also um eine rein politische Entscheidung.

Durch den Zulassungsstopp wurde für rund 130.000 Menschen, schätzungsweise 55 % der Gesamtteilnehmenden, die Möglichkeit, Deutsch zu lernen, abrupt gestoppt.

Diese Situation zieht unmittelbare Folgen für die freiwilligen Teilnehmer*innen nach sich und wirkt sich nachhaltig auf gesellschaftliche Teilhabe durch Spracherwerb aus. Auch Menschen, welche einen gesetzlichen Anspruch auf die Teilnahme an Integrationskursen haben, leiden unter dem Zulassungsstopp, da es vermehrt zu Kursverschiebungen und -ausfällen kommt. Darüber hinaus kommt es zu weitreichenden logistischen und personellen Folgen: Zahlreiche Lehrkräfte mussten entlassen werden, da geplante Kurse nicht stattfinden, zudem mussten sogar einige Träger schließen. Trägernetzwerke lassen sich nicht einfach ein- und ausschalten, je nachdem, wie der politische Wind steht. Trägerstrukturen gehen auch weiterhin verloren, vor allem in bevölkerungsarmen Regionen. Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg hat dies bereits im Februar scharf kritisiert.

Nun einigt sich die Koalition auf eine Änderung des vorangegangenen Zulassungsstopps. Ab Juni sollen auch Menschen ohne gesicherte Bleibeperspektive wieder an den Integrationskursen teilnehmen können. Allerdings gibt es nur ein bestimmtes Kontingent an freiwilligen Teilnehmer*innen, deren Kosten übernommen werden. So soll eine Deckelung der Gesamtausgaben gewährleistet werden. Die konkrete Zahl wird abhängig von der jeweiligen Haushaltsplanung sein und somit variieren. Nicht aufgebrauchtes Budget darf in das nächste Haushaltsjahr mitgenommen werden. Obwohl der Haushalt für 2027 ursprünglich eine Summe von etwas mehr als einer Milliarde Euro für Integrationskurse vorsieht, soll nun eine Reduzierung auf 600 Millionen Euro erfolgen.

Außerdem plant die Koalition eine Priorisierung der Teilnehmer*innen: An vorderer Stelle stehen Ukrainer*innen und Personen, die einen Aufenthalt zum vorübergehenden Schutz nach §24 Aufenthaltsgesetz (AufenthG) haben, sowie EU-Bürger*innen. Für Menschen im Asylverfahren soll es Erstorientierungskurse (EOK) geben, die ab November vermehrt angeboten werden sollen. Diese sind mit 300 Unterrichtseinheiten erheblich kürzer als reguläre Integrationskurse mit 700 Unterrichtsstunden – die direkte Auswirkung der Beinahe-Halbierung des vorgesehenen Haushalts. 

Die Teilrücknahme des Zulassungsstopps ist eine Erleichterung für Ukrainer*innen, EU-Bürger*innen und Menschen mit einem Aufenthalt nach §24 AufenthG. Geduldete Personen und Asylbewerber*innen müssen weiterhin befürchten, dass ihnen die Möglichkeit des Spracherwerbs und die damit einhergehenden Chancen verwehrt bleiben.  Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg kritisiert die Priorisierung von Menschen nach Bleibeperspektive und wirtschaftlichem Nutzen. All das geschieht im Rahmen einer menschenfeindlichen Migrationspolitik, welche die Gesellschaft spaltet, Menschen hierarchisiert und Chancen verwehrt. Es wird deutlich, dass jene, die geflüchteten Menschen „Integrationsverweigerung“ vorwerfen, zeitgleich Teilhabe-Möglichkeiten strukturell einschränken und kein tatsächliches Interesse an der gesellschaftlichen Teilhabe geflüchteter Menschen haben.



Online-Fachtag: Junge Geflüchtete zwischen Schule und Ausbildung

Der Übergang von der Schule in die Ausbildung ist für junge Menschen vielerorts eine Herausforderung. Dies trifft besonders auch auf junge Menschen mit Fluchterfahrung zu, deren Berufsbiografien von mehrfachen Übergängen, Unterbrechungen und Neuanfängen geprägt sind. In Deutschland treffen die jungen Menschen u. a. auf neue Bildungssysteme und Sprachanforderungen.

Auf dem Online-Fachtag des Paritätischen Gesamtverbands werden die komplexen Übergangsprozesse aus einer ganzheitlichen Perspektive betrachtet und gemeinsam praxisnahe Lösungsansätze diskutiert. Neben der individuellen Förderung rücken dabei die Peer Group und sozialraumorientierte Unterstützungsstrukturen in den Fokus.

Im Rahmen des Fachtags werden unterschiedliche Perspektiven aus Praxis und Wissenschaft zusammengeführt. Im Mittelpunkt stehen konkrete Ansätze aus der Praxis:

  • Einblick in eine regionale Jugendagentur am Übergang Schule-Ausbildung-Beruf
  • Jugendmigrationsdienst mit sozialraumorientiertem Unterstützungsansatz
  • Peer-to-Peer-Ansatz für Beteiligung und Empowerment von Mädchen* und jungen Frauen* am Übergang Schule-Ausbildung-Beruf
  • wissenschaftlicher Beitrag mit einer rassismuskritischen Perspektive auf Bildungs- und Berufsbiografien junger geflüchteter Menschen

Der Fachtag bringt Fachkräfte aus Jugendhilfe, Jugendsozialarbeit, Jugendmigrationsarbeit und angrenzenden Arbeitsfeldern zusammen, um gemeinsam praxisnahe Strategien zu diskutieren und weiterzuentwickeln, um Impulse für eine nachhaltige Verbesserung der beruflichen Teilhabechancen junger Menschen mit Fluchterfahrung zu setzen.

Zielgruppe der Veranstaltung: Fachkräfte aus der Jugendhilfe, Jugendsozialarbeit, Jugendmigrationsarbeit, Migrationssozialarbeit und angrenzenden Arbeitsfeldern, Interessierte aus der freien Wohlfahrtspflege, Jobcenter, Agenturen für Arbeit etc.

Die Veranstaltung wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfeplans (KJP) gefördert.

Für die Teilnahme an der Fachveranstaltung werden keine Beiträge erhoben.
Anmeldeschluss: 8. Juni 2026.

Anmeldung und weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.


Inhaltliche Rückfragen bitte an:

Angelina Bemb, Referentin Jugendsozialarbeit und Migration, Gefährdetenhilfe, jumis@paritaet.org, Tel 030-246 36-406
Jennifer Puls, Referentin Arbeitsmarktpolitik/Jugendsozialarbeit, jsa@paritaet.org, 030-246 36-325

Organisatorische Rückfragen bitte an:

Mandy Gänsel, Sachbearbeitung, mandy.gaensel@paritaet.org, 030-246 36-476


Freiburg: Straßenfußball-Turnier „Abseits abpfeifen“

beneFit e.V. lädt ein zum Straßenfußball-Turnier auf den Bolzplätzen im Freiburger Seepark – zum Mitfeiern, Mitspielen und Austauschen.

Mitfeiern:
Alle Fans von Begegnung und Bewegung sind herzlich willkommen! Eintritt frei – mit Snacks & Getränken, einer Bewegungsecke, musikalischer Begleitung und kurzen Redebeiträgen. 

Mitspielen:
Im 4 gegen 4 treffen Teams unterschiedlicher Hintergründe aufeinander. Fairplay und Spaß stehen im Mittelpunkt der Straßenfußballspiele.

Austauschen:
Infostände, Moderation und Redebeiträge zum Projekt begleiten das Turnier.

Das Projekt „Abseits abpfeifen“ nutzt Fußball als Begegnungsformat, um für soziale Ausgrenzung zu sensibilisieren und soziale Teilhabe zu stärken. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für Zusammenhalt – auf und neben dem Platz! Anschließend an die deutsche Straßenfußball-Meisterschaft 2024 auf dem Stühlinger Kirchplatz, rollt nun der Ball auf den Bolzplätzen im Freiburger Seepark.

Interessierte Teams aus Freiburg und ganz Baden-Württemberg können sich bei beneFit e.V. anmelden:
E-Mail: info@benefit-bewegung.de
Website: https://benefit-bewegung.de/abseits-abpfeifen/
Instagram: @benefit.freiburg


Flüchtlingsrat BW: Beratungsangebot

Sie brauchen Beratung rund um Fragen zu Flucht und Asyl? Wir beraten telefonisch und per E-Mail.

Telefonisch erreichen Sie uns vorübergehend montags von 09:00 bis 10:30 Uhr unter 0711 55 32 834. Die Telefonberatung richtet sich an Geflüchtete und Ehrenamtliche.

Per E-Mail gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Welche auch immer Sie wählen, schreiben Sie uns gerne auch Ihre Telefonnummer, sodass wir Sie bei Rückfragen schnell erreichen können.

  • Beratung für geflüchtete Menschen, Angehörige, Freund*innen und ehrenamtliche Unterstützer*innen im Rahmen des Projekts „Aktiv für gesellschaftliche Teilhabe“.

    Schicken Sie Ihre Fragen an info@fluechtlingsrat-bw.de. Die Beratung von Ehrenamtlichen und Geflüchteten wird über das vom Land Baden-Württemberg geförderte Projekt „Aktiv für gesellschaftliche Teilhabe“ finanziert und ist kostenlos.
  • Beratung für Hauptamtliche in der Geflüchtetenarbeit.

    Schicken Sie uns Ihre Anfrage bitte an hauptamtlichenberatung@fluechtlingsrat-bw.de. Die Beratung von Hauptamtlichen wird vom Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfen der Diözese Rottenburg-Stuttgart und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg gefördert.
  • Beratung für junge Geflüchtete im Rahmen des Projekts „I know my rights“.

    Die Beratung richtet sich ausschließlich an Teilnehmer*innen der „Legal Power Hours“ (Workshops, z.B. zu Bleiberechtsoptionen für junge geflüchtete Menschen). Die Beratung erfolgt per Messenger-Dienst, wie beispielsweise Signal oder WhatsApp.
  • Unterstützen Sie besonders schutzbedürftige Geflüchtete ehrenamtlich, schreiben Sie uns an partizipation@fluechtlingsrat-bw.de.

    Zur Gruppe besonders schutzbedürftiger Personen zählen beispielsweise Menschen mit Behinderung, (unbegleitete) Minderjährige, LSBTTIQ-Geflüchtete, Alleinerziehende, Folteropfer, kranke oder traumatisierte Menschen. Die Beratung erfolgt über das von der Aktion Mensch geförderte Projekt „Perspektive durch Partizipation“ und ist kostenlos. Inhaltlich liegt unsere größte Expertise auf Fragestellungen im Kontext des Asyl-, Asylbewerberleistungs- und Aufenthaltsgesetzes. In darüber hinaus gehenden Fragen kooperieren wir mit Fachberatungsstellen.

Spendenaufruf: Schutzwohnung für Abgeschobene in Nigeria

Seit 2019 unterstützt der Verein Refugees4Refugees das Projekt Deportees Emergency Reception and Support (DERS) als wichtigen Ausdruck von Solidarität für Menschen, die von Abschiebungsgewalt betroffen sind. Viele werden unter schwierigen Umständen festgenommen und in Charter-Abschiebeflüge gesetzt – nur um schließlich am Flughafen von Lagos (Nigeria) ohne jegliche Unterstützung anzukommen.

Für viele dieser Menschen ist Nigeria längst kein vertrauter Ort mehr. Einige haben Jahrzehnte im Ausland verbracht und stehen nun vor der großen Herausforderung, sich in einer fremd gewordenen Stadt zurechtzufinden und wieder Kontakt zu Familie oder Freund*innen aufzubauen. Andere – darunter auch Kinder – kommen in äußerst verletzlichen Zuständen an: körperlich geschwächt, emotional belastet oder mit erheblichen psychischen Problemen. All dies erschwert die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erheblich.

Seit seiner Gründung im Jahr 2019 ist DERS auf Spenden aus der Zivilgesellschaft angewiesen, um Nothilfe zu leisten. Dazu gehören kurzfristige Unterbringung, Unterstützung bei der Wiederherstellung des Kontakts zu Angehörigen, medizinische Erstversorgung, Transport sowie weitere grundlegende Hilfen – mit dem Ziel, das Trauma und die Verzweiflung infolge gewaltsamer Abschiebungen zu lindern.

Im Jahr 2022 konnte DERS mit Unterstützung der Omid Foundation eine Vier-Zimmer-Wohnung in Flughafennähe anmieten. Dieses wichtige Projekt – bekannt als „Schutzwohnung“ – schuf einen verlässlichen und leicht zugänglichen Anlaufpunkt. Seitdem dient der Ort als Raum für Sicherheit, Solidarität und kollektive Selbstermächtigung für abgeschobene Personen.

Die Schutzwohnung bietet mehr als nur ein Dach über dem Kopf – sie vermittelt ein Gefühl von Zuhause. Die Bewohner*innen werden ermutigt, sich gegenseitig zu unterstützen und eine Gemeinschaft der Fürsorge aufzubauen. Durch das Engagement von freiwilligen Helfer*innen, die selbst Abschiebung erlebt haben, entsteht ein Raum für gegenseitiges Verständnis, Heilung und Resilienz im Umgang mit traumatischen Erfahrungen.

Doch wie jeder intensiv genutzte Raum zeigt auch diese Wohnung im Laufe der Zeit deutliche Abnutzungserscheinungen. Sie benötigt nun dringend eine sorgfältige Renovierung. Materialien und Strukturen, die bisher zuverlässig funktioniert haben, reichen für die aktuellen Anforderungen nicht mehr aus. Verschleiß und Umwelteinflüsse machen Reparaturen und Erneuerungen unvermeidbar. Dabei geht es nicht nur um Instandhaltung, sondern um den Erhalt einer würdevollen und sicheren Umgebung – insbesondere angesichts zunehmender Abschiebungsmaßnahmen.

Um weiterhin eine sichere, funktionale und einladende Umgebung bieten zu können, muss die Wohnung instand gehalten und weiter verbessert werden. Dazu gehören umfangreiche Renovierungsarbeiten. Angesichts der schlechten Situation der Stromversorgung und der mit den Benzin-Generatoren verbundenen Umweltverschmutzung, soll nun auf Solarenergie umgestiegen werden. Die Frage der Elektrizität ist auch wegen der extremen Hitze, die für viele Abgeschobene ungewohnt ist, sehr wichtig.

Darüber hinaus wird grundlegende Ausstattung wie Matratzen, Bettwäsche, Vorhänge, Moskitonetze, Hygieneartikel, Basismedikamente, Küchenutensilien sowie langlebiges Spielzeug für Kinder benötigt.

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Mit Ihrer Spende kann die Schutzwohnung erhalten bleiben und gestärkt werden, sodass sie weiterhin als Grundlage für Stabilität, Hoffnung und Neuanfang für Menschen dient, die von ungerechten Migrationssystemen betroffen sind. Jeder Beitrag zu dieser Renovierung ist eine direkte Investition in Menschen. Er trägt dazu bei, dass abgeschobene Personen Zugang zu einem Ort haben, der nicht nur bewohnbar, sondern sicher, unterstützend und würdevoll ist.

Was bereits ein Ort der Zuflucht ist, kann noch widerstandsfähiger, inklusiver und wirkungsvoller werden – besonders für diejenigen, die ihn am dringendsten brauchen.

Das wird schnell und ganz konkret benötigt:

  • € 1.250,- für Sanitär-, Reinigung und Schädlingsbekämpfung und Malerarbeiten
  • € 420,- für Wartung der Klimaanlagen und Elektroarbeiten
  • € 650,- für den Austausch von Deckenventilatoren
  • € 1.550,- für Holzarbeiten (Reparaturen an Türen, Betten, Schränken, Küche usw.
  • € 625,- für Erneuerung der Grundausstattung: 5 Matratzen, Bettwäsche, Vorhänge, Moskitonetze, etc.
  • € 1.200,- für Hygieneartikel, Basismedikamente, Handtücher, Küchenutensilien
  • € 800,- für langlebige Gegenstände für Kinder, einschließlich Spielzeug
  • € 1.300,- für Büroausstattung, gerne auch gebraucht (Computer, Drucker und Büromaterial)
  • € 1.900,- Installation und Anschluss von Solarpanelen, Wechselrichter und Batterie

Das Team der DERS-Schutzwohnung bedankt sich im Namen aller Beteiligten für Ihre Unterstützung.

Spendenkonto:

Flüchtlinge für Flüchtlinge e.V / GLS Bank / IBAN: DE80 4306 0967 7033 0742 00

Verwendungszweck: Schutzwohnung in Lagos

Paypal: https://www.paypal.com/donate?hosted_button_id=9VPH22CHYBEWG

Selbstverständlich sind Ihre Spenden steuerlich absetzbar.


Enttäuschung nach dem Koalitionsvertrag

Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg zeigt sich enttäuscht vom neuen Koalitionsvertrag für Baden-Württemberg. Statt den Kurs hin zu einer menschlichen Flüchtlingspolitik im Bundesland einzuschlagen, ist im migrationspolitischen Kapitel vor allem von Abschiebungen zu lesen.

Migration „ordnen, steuern und begrenzen“, heißt es direkt in der Einleitung des Kapitels 7 „Justiz und Migration“ des neuen Koalitionsvertrags für Baden-Württemberg. Das gibt den Ton an für eine Migrationspolitik, die den Fokus neben der Fachkräfteeinwanderung vor allem auf Abschreckung, Abschottung und Abschiebung richten soll.

So bekennt sich die neue Landesregierung z.B. zur Notwendigkeit der aktuellen Kontrollen an den deutschen Grenzen, möchte nur noch Asylsuchende mit Bleibeperspektive auf die Kommunen verteilen und außerdem die „Rückkehrberatung“ intensivieren. Darüber hinaus soll es zusätzliche Mittel geben für den Sonderstab mit dem rassistischen Titel „gefährliche Ausländer“, die Abschiebungshaft in Pforzheim soll weiter ausgebaut und eine zusätzliche Abschiebungshaft am Stuttgarter Flughafen eingerichtet werden. „Es ist schockierend, welche Hebel die neue Landesregierung in Bewegung setzen möchte, um Menschen aus Baden-Württemberg zu entfernen. Abschiebungshaft ist bereits jetzt häufig rechtswidrig, extrem teuer und es bleibt einfach grundfalsch, Menschen einzusperren, nur weil sie durch migrationsrechtliche Raster fallen“, kommentiert Lara Böllhoff vom Flüchtlingsrat.

Nur wenige positive Maßnahmen haben es in dieses Kapitel des Koalitionsvertrags geschafft: Kleine Trostpflaster sind die Versprechen, endlich 20 bis 35 Familienangehörige zu den im Rahmen des Sonderkontingents in Baden-Württemberg aufgenommenen Jesid*innen nachziehen zu lassen, ein gemeinsames Gewaltschutzkonzept für Landeserstaufnahmeeinrichtungen zu erarbeiten, den „Runden Tisch Abschiebungshaft“ fortzuführen sowie Versicherungsbeiträge im Rahmen der obligatorischen Anschlussversicherung zu übernehmen.

Doch nicht nur mit Blick auf die angekündigten Maßnahmen lässt der Koalitionsvertrag aus der Perspektive des Flüchtlingsrats zu wünschen übrig. Zum Teil schürt er außerdem faktenferne Vorurteile gegenüber geflüchteten Menschen und bedient sich dabei einer Sprache, die die Spuren der sich zunehmend brutalisierenden öffentlichen Debatte über Flucht und Migration der letzten Monate aufweist. So folgt beispielsweise dem grundsätzlich wünschenswerten Bekenntnis zum Grundrecht auf Asyl und den Menschenrechten die Ansage: „Wir unterscheiden klar zwischen Asyl und Zuwanderung. Die Zuwanderung von Fachkräften […] fördern wir, während wir die Migration in die Sozialsysteme verhindern […].“ „Es traurig, dass die neue Landesregierung im Koalitionsvertrag das Narrativ schürt, geflüchtete Menschen würden in die Sozialsysteme einwandern und damit üble Vorurteile gegenüber geflüchteten Menschen verbreitet – und das in einem Kontext, in dem es wichtiger denn je wäre, sich für eine offene, gleichberechtigte, rassismuskritische Gesellschaft einzusetzen“, kommentiert Anja Bartel vom Flüchtlingsrat.


Leitfaden: Abschiebungen im Kontext Schule

Der baden-württembergische Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat eine aktualisierte Version des Leitfadens Abschiebungen im Kontext Schule. Rechtslage und individuelle Handlungsmöglichkeiten veröffentlicht. Es handelt sich dabei um Informationen für Lehrkräfte.