Beiträge

Baden-Württemberg zum Sicheren Hafen machen!

Die Seebrücke Baden-Württemberg und der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg starten den Aufruf „Baden-Württemberg zum sicheren Hafen machen!“ Die Kampagne will das dringende Anliegen einer schnellen Evakuierung und Schließung der Lager an Europas Außengrenzen in der Öffentlichkeit präsent machen und mit dem Einsatz für einen menschenwürdigen Umgang mit geflüchteten Menschen in Baden-Württemberg verbinden. Dazu hat das Bündnis einen offenen Brief an die Landesregierung formuliert. Organisationen, Initiativen und Verbände werden aufgerufen, den Brief mit zu unterzeichnen. Egal ob auf Landesebene oder auf lokaler Ebene – Menschenrechtsorganisationen, lokale Asyl-Arbeitskreise, Landeskirchen und lokale Kirchengemeinden, Gewerkschaften, migrantische Organisationen und andere Akteur*innen der Zivilgesellschaft (keine Einzelpersonen und keine politischen Parteien), können per Email an die Adresse bw@seebruecke.org mitteilen, dass sie den Brief unterschreiben wollen. Es gibt auch eine Online-Petition, die unterschrieben werden kann. Die Seebrücke und der Flüchtlingsrat freuen sich über Ihre Unterstützung: Werben Sie für die Kampagne, organisieren Sie eine Aktion, helfen Sie, den offenen Brief zu verbreiten! Die Kampagne ist auch in den sozialen Medien vertreten, und zwar bei Twitter, Instagram und Facebook.


Aktuelle Studie zeigt direkte Korrelation zwischen Menschenrechtsverstößen und EU-Migrationspolitik

Ein neuer Forschungsbericht des EU-Projekts RESPOND unter der Leitung der Universität Göttingen dokumentiert die Erfahrungen von Geflüchteten, die diese an den Grenzen Europas machen. Der Bericht „Border Experiences and Practices of Refugees“ basiert auf 507 Interviews mit Geflüchteten aus verschiedenen Herkunftsregionen. Er beschreibt die Risiken, die verschiedenen Formen von Gewalt, Entbehrungen und Leid, mit denen die Geflüchteten in Folge der europäischen Migrations- und Grenzpolitik auf ihrem Weg nach Europa konfrontiert waren.

Laut Göttinger Migrationsforscherin Sabine Hess, gibt es eine direkte Korrelation zwischen dem Ausmaß an lebensbedrohlichen Risiken und Menschenrechtsverstößen an den Grenzen sowie den Migrations- und Grenzpolitiken der EU. Die Migrationspolitik der EU wiederspreche den Schutzgeboten, wie sie die internationale Flüchtlingskonvention oder die europäische Menschenrechtscharta vorsieht.


Save the Children und Plan International kritisieren Bedingungen für geflüchtete Kinder in deutschen Unterkünften

In einem von Save the Children e.V. und Plan International  Deutschland e.V. in Auftrag gegebenen Gutachten zeigt sich, dass die Bedingungen, unter denen Familien mit Kindern in Aufnahmeeinrichtungen für lange Zeit leben, häufig nicht vertretbar sind.

Viele von ihnen leben in engen Wohnverhältnissen ohne Rückzugsmöglichkeit und Zugang zu Bildung und Förderung. Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen von geflüchteten Kindern können mangels professioneller Beratungen und Therapien nicht ausreichend behandelt werden. Hilfsorganisationen befürchten, dass diese Lebensbedingungen sogar die gesunde Entwicklung der Kinder beeinträchtigen könnten.

Um dies zu verhindern, fordert Save the Children neben bundesweit gleichen Standards für Kinder und Jugendliche in Aufnahmeeinrichtungen auch die Garantie von professioneller Hilfe und die Förderung von Rückzugsmöglichkeiten.

Auch in der Expertise werden Handlungsempfehlungen ausgesprochen: Gestaltungsfreiräume für ein selbstbestimmtes Familienleben und Angebote für Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen sollten geschaffen werden. Individuelle Bedürfnisse geflüchteter Kinder und Familien in der Gesundheitsvorsorge sowie der Kinder- und Jugendhilfe sollten berücksichtigt und entsprechende Angebote entwickelt werden.


Online-Seminar: „Ehrenamtliche Unterstützung von geflüchteten Frauen“

Das Online-Seminar widmet sich Fragen, die sich rund um das Engagement für geflüchtete Frauen stellen, insbesondere derer, die aufgrund von geschlechtsspezifischer Verfolgung geflüchtet sind. Es werden Hintergründe der Flucht sowie asylrechtliche Möglichkeiten beleuchtet.

Es richtet sich vor allem an Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit und wird von Luam Okbamicael vom Fraueninformationszentrum Stuttgart geleitet. Das Online-Seminar findet am 12. November von 18:30 bis 20 Uhr statt, die Teilnehmendenzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist unter folgendem Link möglich: https://www.edudip.com/de/webinar/ehrenamtliche-unterstutzung-von-gefluchteten-frauen/419554. Die Themenschwerpunkte werden anhand der Bedarfe der Teilnehmenden gesetzt. Fragestellungen und Themenwünsche können an skiba@fluechtlingsrat-bw.de geschickt werden. Im Anschluss an den Input von Frau Okbamicael gibt es Raum für ein Austauschgespräch mit den Teilnehmenden.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts „Aktiv für Integration 2020/21“, gefördert durch das Land Baden-Württemberg, Ministerium für Soziales und Integration.


Was kommt nach Moria? – Das Ende rechtskonformer EU-Flüchtlingspolitik

Der republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein e.V. und die Avocats Européens Democrates- European Democratic Lawyers laden am 17.09.2020 um 10 Uhr zu einem deutsch-englischen Pressegespräch zur aktuellen Situation und den EU-Vorbereitungen auf ein „Moria 2.0“ via Zoom ein. Hierbei stehe „Moria“ stellvertretend für ein Versagen der zivilisatorischen Leistung in Europa, dass sich Staaten Rechten und Pflichten unterwerfen. Vertreten sein werden die griechische Rechtsanwältin Elli Kriona, die italienische Rechtsanwältin Lucia Gennari, die deutsche Rechtsanwältin Berenice Böhlo, sowie der Geflüchtete Raed Alabd aus Moria und der Leiter der Europa-Abteilung von Pro Asyl, Karl Kopp.

Anmeldungen unter gs@rav.de oder 030.417 235 55


Rechtsgutachten zeigt Grundrechtsverletzungen in Landeserstaufnahmeeinrichtungen in Baden-Württemberg auf

Ein von Aktion Bleiberecht in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten vom Juni 2020 zeigt, dass die Hausordnung der Landeserstaufnahme in Freiburg und somit auch aller anderen LEAs in Baden-Württemberg in mehreren Punkten grund- und menschenrechtswidrig ist. So werden Geflüchtete zum Beispiel in ihrem Recht auf die Unverletzlichkeit ihrer Wohnungen durch Zimmerkontrollen sowie in ihrem Recht auf allgemeine Handlungsfreiheit und Meinungsäußerung durch ein Verbot sich politisch zu betätigen verletzt.

Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg hat die offenen Briefen an die Stadt und den Gemeinderat Freiburg, das Regierungspräsidium Freiburg und das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg mitgezeichnet. Damit fordern Aktion Bleiberecht, LEA-Watch und Weitere die sofortige grundrechtskonforme Änderung der Hausordnungen aller Landeserstaufnahmen in Baden-Württemberg, eine Abkehr von der Lagerpolitik und Maßnahmen zur Stärkung der Rechte der Bewohner.

Zum Unterzeichnen der offenen Briefe bitte eine Nachricht an info@aktionbleiberecht.de schicken.


Rechtsprechungsübersicht: Auswirkungen der Corona-Pandemie in verschiedenen Herkunftsstaaten

Die Corona-Pandemie hat weltweit Auswirkungen auf die gesundheitliche Versorgung und wirtschaftliche Lage. In Asylverfahren finden die Veränderungen in den Herkunftsstaaten von in Deutschland schutzsuchenden Personen vor allem bei der Prüfung nationaler Abschiebungsverbote gemäß § 60 Abs. 5 und Abs. 7 AufenthG Beachtung. In der Folge setzten sich auch die Verwaltungsgerichte vermehrt mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Herkunftsstaaten auseinander. Der Informationsverbund Asyl & Migration hat einen Überblick über die bisher vorliegenden Gerichtsentscheidungen zu diesem Thema zusammengestellt.


Online-Veranstaltung „5 – Jahre Sommer des Willkommens – Was wurde geschafft, wie geht es weiter?“

Die Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz, der AK Asyl – Flüchtlingsrat RLP e.V., Aktiv für Flüchtlinge RLP und der Initiativausschuss für Migrationspolitik in RLP laden zu der Online Veranstaltung „5 – Jahre Sommer des Willkommens – Was wurde geschafft, wie geht es weiter?“ ein. Die Veranstaltung besteht aus drei Diskussionen mit den Schwerpunktthemen

  • Integration zwischen ländlichem Raum und Großstadt
  • Integration im ländlichen Raum
  • Integration und der urbane Raum

Sie finden im Zeitraum vom 28. September bis 2. Oktober 2020 statt. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen: Was wurde geschafft? Wie wurde es geschafft? Wie ist die Aufnahme in Rheinland-Pfalz gelungen? Welche offenen Fragen und Herausforderungen bestehen fort?

Anmeldungen zu diesen Online-Diskussionen unter schroeder@boell-rlp.de

Am 6. Oktober 2020 findet eine Anschluss-Veranstaltung statt, in der die Ergebnisse der drei einhergegangenen Diskussionen zusammengetragen und ein ganzheitlicher Blick auf die Entwicklungen geworfen werden sollen. Vertreten sein werden das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung, die Integrationsministerin Anne Spiegel, Pro Asyl, sowie die Arbeitsgemeinschaft Diakonie RLP.

Für diese Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich.


Überregionales Online-Austauschtreffen

Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg lädt zu einem unabhängigen Austauschtreffen für Engagierte aus ganz Baden-Württemberg ein. Ziel ist es, den überregionalen Austausch zu fördern, Erfahrungen und Erfolgsmodelle zu teilen und gemeinsam an Themen zu arbeiten, die uns alle in unserem Engagement betreffen – auch in Zeiten der Pandemie.

Programm:

12:00 – 12:15: Begrüßung & Festlegung der Themen für die Arbeitsgruppen

12:15 – 13:15: Input „Erlernte Hilflosigkeit“

Referentin: Frau Dr. phil. M.Sc. Psych. Shahrzad Izadpanah (Psychosoziales Zentrum Nordbaden, Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V.

In der Begleitung von Geflüchteten stoßen wir immer wieder an unsere Grenzen. Sei es die zermürbende emotionale Anspannung oder die zur Belastung werdende Verantwortung in den komplizierten asylrechtlichen und behördlichen Verfahren. In dem Input wird es darum gehen, wie mit eigenen Grenzen, Grenzen des Ehrenamts, der Geflüchteten sowie mit damit verbundenen emotionalen Belastung umgegangen werden kann.

13:15 – 13:45: Input & Austausch Engagement während der Pandemie

Referentin: Sarah Naaseh, Mentoring Programm für und mit Geflüchteten in Ostfildern

Besonders im Zeitraum von März bis Juni dieses Jahres haben viele Ehrenamtliche davon absehen müssen, sich persönlich mit Geflüchteten zu treffen, um Deutschkurse zu geben, rechtliche Beratung anzubieten oder andere Unterstützung zu leisten. Derzeit steigen die Zahlen der mit Covid-19 Infizierten erneut rasant an. Wie gehen Sie mit dieser Situation um? Welche Vor- und Nachteilen begegnen Ihnen dabei? Welche Möglichkeiten der Online-Betreuung oder andere kreative Lösungen, den Kontakt zu den Geflüchteten aufrecht zu erhalten, gibt es?

13:45 – 14:15: Kaffee-Pause

Während Sie Ihren Kaffee genießen haben Sie die Möglichkeit sich in zufällig eingeteilten, sogenannten „Break-out-Rooms“ ganz informell mit anderen Ehrenamtlichen auszutauschen.

14:15 – 15:15: Arbeitsgruppen im Welt-Café Format

Wir werden Sie je nach Interesse in vier bis fünf themenspezifische sogenannte „Break-out-Rooms“ einteilen. Hier haben Sie die Möglichkeit sich über das jeweilige Thema auszutauschen. Ein*e Moderator*in wird sicherstellen, dass der Austausch auch im virtuellen Raum geordnet ablaufen kann.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns mitteilen, über welche Themen Sie in diesem Rahmen besonders gerne sprechen würden – Vorschläge gerne per E-Mail an: olszak@fluechtlingsrat-bw.de. Bitte beachten Sie hierbei, dass das Vernetzungstreffen dem Austausch über die ehrenamtliche Arbeit dient und sich deutlich von rein inhaltlichen Input-Veranstaltungen wie unseren asyl- und aufenthaltsrechtlichen Fortbildungen abgrenzen sollte.

15:15 – 15:30: Gemeinsamer Abschluss

Anmeldung:

Bitte melden Sie sich mit dem untenstehenden Formular für das Austauschtreffen an. Sie erhalten rechtzeitig vor der Veranstaltung per Email den Link zur Online-Veranstaltung.


Vernetzungstreffen Nordbaden

Liebe Engagierte in Norbaden,

hiermit laden wir Sie ganz herzlich zu einem überregionalen Austauschtreffen für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit aus dem Raum Nordbaden ein! Das Vernetzungstreffen findet, unter Berücksichtigung aller hygienischen Vorschriften, am Samstag, den 24. Oktober 2020, in Heidelberg statt.

Mit dieser Veranstaltung möchten wir Ihnen ermöglichen, andere Engagierte in Nordbaden kennenzulernen, sich zu vernetzen und auszutauschen. Zumal es während der vergangenen Monate wenig Raum für Begegnung gab. Bei ähnlichen Veranstaltungen in anderen Regionen Baden-Württembergs haben wir übrigens die Erfahrung gemacht, dass diese Treffen sehr gut geeignet sind, um miteinander ins Gespräch zu kommen, Ideen, Erfahrungen und Problemstellungen zu teilen sowie Aktionen, Projekte und Vorgehensweisen zu planen. Das Vernetzungstreffen bietet daher eine wunderbare Gelegenheit, voneinander zu lernen und ggf. gemeinsame Konzepte zu entwickeln.

Was bei dem Treffen inhaltlich auf dem Programm steht, darf gerne von den Teilnehmenden bestimmt werden. Dazu können Sie uns vorab Themenvorschläge zuschicken und wir entscheiden dann gemeinsam zu Beginn des Tages welche Themen besprochen werden, z.B. Unterbringung, Erfahrung im Umgang mit Behörden oder ehrenamtliches Engagement unter den Vorzeichen der Coronavirus-Pandemie . Haben Sie außerdem inspirierende Initiativen oder Projekte entwickelt und würden diese gerne kurz (5-10 Minuten) vorstellen? Hierfür haben wir unter dem Programmpunkt „Vorstellung verschiedener lokaler Aktionen, Initiativen und Projekte“ Zeit eingeplant und bitten Sie sich bei uns vorab mit Ihrem Projekt/Ihrer Initiative zu melden.
Am Vormittag haben wir außerdem Frau Dr. phil. M.Sc. Psych. Shahrzad Izadpanah (Psychosoziales Zentrum Nordbaden,Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V.) für einen spannenden Input zum Thema „erlernte Hilflosigkeit“ gewinnen können.

Wir bitten Sie, sich bis Mittwoch, den 21.10.2020 für das Vernetzungstreffen per E-mail unter Angabe Ihres Namens und Wohnorts anzumelden: schulz@fluechtlingsrat-bw.de. 

Schreiben Sie uns gerne dazu, welche Themen Sie für den gemeinsamen Austausch vorschlagen und welche Projekte/Initiativen/Aktionen Sie vorstellen möchten.

Bitte beachten Sie, dass aufgrund der Corona-Krise nur zuvor angemeldete Personen an der Veranstaltung teilnehmen können. Das heißt, jede einzelne Person muss angemeldet werden. Nur so können wir die Einhaltung der Höchtsteilnahmenden-Anzahl von 30 Personen kontrollieren und Situationen vermeiden, in denen wir Personen abweisen müssen.

Den genauen Veranstaltungsort und den Ablaufplan senden wir Ihnen mit der Anmeldebestätigung zu (Ort: Innenstadt Heidelberg).

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme und leiten Sie gerne die Einladung an interessierte Mitstreiter*innen weiter!