Publikation: Grund- und menschenrechtliche Verantwortung nach dem Abzug aus Afghanistan

In seiner neuen Publikation analysiert das Deutsche Institut für Menschenrechte die Schutzpflichten Deutschlands für besonders schutzbedürftige Afghan*innen auf Basis der bestehenden Grund- und Menschenrechte. Es kommt zu dem Schluss, dass Deutschland neben ehemaligen Ortskräften weiteren besonders schutzbedürftigen Menschen aus Afghanistan bis auf Weiteres Schutz zu gewähren habe.

Die Publikation steht kostenlos online zur Verfügung oder kann in print bestellt werden.


Wieder an die Schule: Pädagogische Hochschule Weingarten unterstützt geflüchtete und migrierte Lehrer*innen

Das Programm IGEL „Integration geflüchteter Lehrer*innen in die Lehrer*innenbildung“, welches über die Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung der Pädagogischen Hochschule Weingarten ausgebracht wird, unterstützt geflüchtete und migrierte Lehrer*innen auf dem Weg zum Wiedereinstieg in den Beruf. Nach einer erneuten Projektfinanzierung startet das Programm auch zum Sommersemester 2022.

Unter den geflüchteten und migrierten Menschen sind akademisch ausgebildete Lehrkräfte, die gerne wieder in ihrem Beruf arbeiten würden. Allerdings unterliegt der Lehrer*innenberuf stark reglementierten Ausbildungs- und Einstellungs-anforderungen, daher ist meist eine Nachqualifizierung erforderlich.

Das Brückenprogramm begleitet den gesamten (Re-)Qualifizierungsprozess von der Studienvorbereitung über das Nachstudium bis zum Berufseinstieg. Es wird durch den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst e. V.) gefördert und von allen Einrichtungen der Hochschule engagiert unterstützt.

Das IGEL-Programm versteht sich als Lehr-Lernarrangement, welches eine individuelle Anpassung an den tatsächlichen Nachqualifizierungsbedarf der Teilnehmer*innen ermöglicht. Dafür ergibt sich innerhalb des Programms die Option, unterschiedliche Studienpfade zu beschreiten, je nach Anerkennung, die die Teilnehmer*innen für ihre Studien- und Berufsqualifikationen seitens der Schulaufsicht erhalten.

Bevor sich diese für die einzelnen Teilnehmer*innen entscheidet, nehmen alle gemeinsam am Vorprogramm teil, welches sie (wieder) mit dem Studium vertraut. Dieses umfasst zunächst einen Crashkurs zur Mediennutzung und einen auf das Lehramt spezialisierten Sprachkurs zu Bildungs- und Wissenschaftssprache. Es folgt ein bildungswissenschaftlicher Vorkurs, sowie Workshops zur Potenzialanalyse und der Portfolioarbeit. Das Konzept sieht die Auffrischung und Ergänzung pädagogisch-psychologischer Grundlagen in Verbindung mit der Ausweitung der Sprachkompetenz vor.

Nach dem Bestehen und unter Berücksichtigung der Anerkennung vorheriger Studien werden die Teilnehmer*innen als Quereinsteiger*innen in das entsprechend höhere Hochschulsemester eingestuft. Dort studieren sie das fehlende zweite Fach bzw. Fachmodule nach. Dabei werden die Teilnehmer*innen über Beratungs- und Coaching-Angebote, Lehrwerkstätten und Hospitationsangebote beim Studium und der Umsetzung in die Praxis unterstützt – vom IGEL-Team und studentischen Buddies.

Aktuell läuft der Bewerbungszeitraum bis zum 31.03.22, um im kommenden Juni 2022 das Vorprogramm zu besuchen und in das Nachstudium zu starten.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.


Storytelling workshops – Frauen* erzählen ihre Geschichten

Das Storytelling-Projekt No Single Stories! Möchte Frauen* mit Fluchtgeschichte die Möglichkeit geben ihre Geschichten und Sichtweisen aus ihrer Perspektive zu erzählen, aufzuschreiben, und, wenn sie möchten, auch zu veröffentlichen.

Viel zu oft werden Frauen mit Fluchtgeschichte in den Medien als unselbstständige und unmündige Personen dargestellt. In den Workshopreihe „No Single Stories“ erzählen und schreiben sie selbst ihre Geschichten und können damit verändern, was über sie berichtet wird.

Eingeladen sind alle Frauen* mit verschiedenen Hintergründen und Geschichten, denn die Vielfalt macht es umso spannender!

Die Kampagne bietet Workshops in Karlsruhe, Mannheim und Stuttgart an. Sie starten im März digital und Ende März/April in Präsenz.

Anmelden und Wunschtermin und Wunschort angeben kann man sich ganz einfach hier

Die Kampagne gibt es auch bei Instagram und Facebook.

Die Kampagne wird vom International Rescue Committee (IRC) organisiert.


Hanau ist überall: Zwei Jahre nach dem Anschlag

Ferhat Unvar, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Said Nesar Hashemi und Fatih Saraçoğlu wurden am 19. Februar 2020 in der hessischen Stadt Hanau ermordet. Mehrere weitere Menschen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.


Der Anschlag richtete sich gezielt auf migrantisch markierte Menschen und stellt den schwersten rechtsterroristischen Anschlag in jüngster Zeit dar. Er reiht sich in die lange Liste der rechtsradikal motivierten Gewalttaten in Deutschland ein, die unter anderem in Halle, Kassel, München, Mölln, Solingen und Rostock-Lichtenhagen seit der Wende verübt wurden.

Nach dem Anschlag von Hanau werden in Deutschland vermehrt öffentliche Debatten über Rassismus als strukturelles Problem geführt. Dennoch sind bis heute viele Umstände des Anschlags und der nachfolgenden Ermittlungen ungeklärt. Überlebende, Angehörige und weitere Unterstützer*innen gründeten die Initiative 19. Februar Hanau und fordern auch zwei Jahre später eine lückenlose Aufklärung, politische Konsequenzen und die fortdauernde Erinnerung an die rassistische Tat.

ERINNERN HEIßT VERÄNDERN.

In vielen Orten Deutschlands werden am 19. Februar 2022 Gedenkveranstaltungen stattfinden, die an den rassistischen Anschlag von Hanau erinnern sowie Solidarität mit den Angehörigen und Betroffenen ausdrücken sollen. Die Initiative aktualisiert sie unter #Hanauistüberall auf ihrer Website. In Baden Württemberg sind folgende Veranstaltungen geplant:

  • Stuttgart | 13:00 Uhr | Kundgebung | Schlossplatz
  • Heidelberg | 16:00 Uhr | Gedenken | Am Universitätsplatz
  • Heilbronn | 12:00 Uhr | Kiliansplatz
  • Mannheim | 17:00 Uhr | Demo | Marktplatz
  • Freiburg | 11:00 Uhr | Kundgebung | Platz der alten Synagoge
  • Tübingen | 15:00 Uhr | Kundgebung | Marktplatz
  • Ludwigsburg | 17:00 Uhr | Gedenken | Am Marktplatz
  • Karlsruhe | 14.00 Uhr | Marktplatz

Neben diesen Veranstaltungen hat der Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI) mit dem Aufruf Hanau muss Erinnerung aller werden!“ eine bundesweite Aktion initiiert. Zentraler Teil der Aktion sind Lichtprojektionen am 19.02.2022 von den Porträts der Opfer, sowie politische Forderungen. In Stuttgart wird die Lichtprojektion ab 18 Uhr am Alten Schloss zu sehen sein.


Aufklärungsmaterialen zu Corona-Impfungen

Inzwischen gibt es zahlreiche differenzierte, gut erklärte und mehrsprachige Infomaterialien, die über Impfungen gegen Corona aufklären. Diese Zusammenstellung soll helfen, geeignete Materialien zu finden und sie an Geflüchtete weiterzugeben.

  • Aufklärungskampagne #weexplainforeveryone
    In 16 mehrsprachigen Videos geben Ärzt*innen in ihren Muttersprachen grundlegende Informationen zu Impfungen gegen Corona weiter. Sie thematisieren Impfreaktionen und Nebenwirkungen und widerlegen besonders verbreitete Mythen. Zusätzliche Informationen werden in einem übersichtlichen Fragenkatalog aufbereitet. Die Kampagne wurde vom Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. gemeinsam mit der niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe und der Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung umgesetzt.
  • Portal „Impfen gegen Corona
    Das Portal enthält ausführliche und doch einfach geschriebene Informationen in zahlreichen Sprachen. Kleinere Videos ergänzen die Fragen und Antworten. Speziell wird außerdem auf Mythen und Verschwörungstheorien rund um Corona und die Impfungen eingegangen. Die Seite wurde initiiert von STERN, RTL, ntv und den Neuen Deutschen Medienmacher*innen (von handbook germany).
  • Mehrsprachige Übersicht zum Coronavirus
    Die Übersicht des BAMF informiert über Hygienemaßnahmen, Impfungen und das richtige Verhalten nach einer mutmaßlichen Erkrankung. Zugleich gibt sie Auskunft zu den neuesten politischen Beschlüssen bezüglich der Gestaltung des öffentlichen und privaten Lebens, den finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten und den momentan geltenden Reisebeschränkungen.
  • Allgemeine Informationen zu Coronamaßnahmen und zur Impfung
    Die Bundesregierung informiert in mehrsprachigen Flyern, auf der Website Coronavirus – wir informieren in mehreren Sprachen, über zentrale Sachverhalte in der Corona-Pandemie. Auf der Website sind Verhaltenstipps, Fragen zu Arbeitsrecht und Reisebestimmungen, in 23 Sprachen, kompakt dargestellt. Die Informationen werden laufend aktualisiert und erweitert.


Netzwerk: Pakistani refugee news in germany

Aufklärung und Begleitung sind essentielle Stützen für geflüchtete Menschen. Für pakistanische Geflüchtete gibt es eine neue Facebook Gruppe „Pakistani refugee news in germany“. Die Gruppe unterstützt, begleitet und informiert über Asyl, Integration und Abschiebungen. Zusätzlich gibt es Live-Videos auf Facebook, in welchen wichtige Thematiken zur deutschen Asylpolitik und Integrationspolitik erklärt werden. Für Menschen, die nicht Lesen oder Schreiben können, wurde eine Telegram Gruppe eingerichtet.


Durch die bundesweite Vernetzung sollen Pakistanis tatkräftig unterstützt werden um sie so vor Abschiebungen zu bewahren.


Die Gruppe sucht außerdem deutschlandweit Unterstützer*innen, die in den Muttersprachen pakistanische Geflüchtete unterstützen können. Die Gruppe bittet ihre Facebook-Seite und den Telegram-Zugang, an pakistanische Geflüchtete weiter zu geben.


Studie: Gesundheitsversorgung von Asylsuchenden

Asylsuchende haben „sehr unterschiedliche Zugangschancen auf Gesundheitsversorgung“ in den unterschiedlichen Bundesländern. Dies ist ein Fazit der, im Januar 2022 erschienenen Studie des Forschungszentrums MIDEM. In der Studie wurde die Umsetzung der Gesundheitsversorgung Asylsuchender durch das Asylbewerberleistungsgesetzes auf Länderebene untersucht. Die unterschiedlichen Zugangschancen resultieren aus den verschiedenen politischen Koalitionen auf Landesebene und der föderalen Organisation der Asylpolitik. Die Studie empfiehlt:

  • Die bundesweite Vereinheitlichung der strukturellen Rahmenbedingungen der medizinischen Versorgung Asylsuchender
  • die bundesweite Einführung elektronischer Gesundheitskarten für Asylsuchende, mit einheitlichem Leistungsumfang
  • einheitliche Erstattung von idealerweise 100% der Gesundheitsausgaben für Asylsuchende

Bedauerlicherweise bewegen sich die Forderungen der Studie nicht über den Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes hinaus. Über eine Aufhebung dieses Gesetzes, das den Zugang zu medizinischer Versorgung enorm erschwert und einschränkt, wird nicht nachgedacht.



Hybrid Diskussion: Pushbacks als neues Europäisches Asylsystem?

Erst jüngst hatte das Wort „Pushback“ weitere traurige Berühmtheit erlangt, als es zum Unwort des Jahres 2021 gekürt wurde. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass ein menschenfeindlicher Prozess, der den Menschen auf der Flucht ihr Menschen- und Grundrecht auf Asyl abspricht, durch diesen Begriff beschönigt werde. Tatsächlich haben diese sogenannten Pushbacks an den Außengrenzen der EU im vergangenen Jahr enorm zugenommen. An der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei, auf der Balkanroute, in den Wäldern zwischen Belarus und Polen, auf dem Mittelmeer, überall wird verhindert, dass Geflüchtete in Europa Schutz finden können, überall werden diejenigen, die es doch schaffen die Grenze zu überqueren, gewaltsam wieder zurückgedrängt. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit der Zunahme an völkerrechtswidrigen Zurückweisungen und wirft einen Blick auf die Situation von Geflüchteten vor Ort und behandelt die politischen Hintergründe dieser Menschenrechtsverletzungen.

Es sprechen und diskutieren:

Jamila Schäfer ist stellvertretende Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Deutschen Bundestags. Ihre Schwerpunktthemen sind neben der Europapolitik auch die Themen Migration, Flucht und Asyl.

Irina Ganzhorn ist bei der Hilfsorganisation HERMINE e.V. zuständig für Logistik und Auslandsfahrten und ist regelmäßig an den EU-Außengrenzen.

Dr. Bernd Kasparek ist Migrations- und Grenzregimeforscher und arbeitet am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung und hat erst kürzlich ein Buch zur Grenzschutz-Agentur Frontex veröffentlicht.

Moderiert wird die Podiumsdiskussion von dem Journalisten Christian Jakob (taz), der regelmäßig zu den Themen Flucht und Migration schreibt, u.a. auch Reportagen zur Situation von Geflüchteten an den EU-Außengrenzen.

Die Veranstaltung findet im Hybrid-Format im Bellevue di Monaco, Müllerstraße 2, 80469 München statt und wird auch als Livestream zu sehen sein unter: https://www.pi-muenchen.de/veranstaltungsreihe-muenchen-global-engagiert/  

Je nach Infektionsgeschehen ist eine Teilnahme vor Ort möglich. Bitte melden Sie sich über folgendes Formular an: https://forms.office.com/r/0qPgW2hyNJ


Ausbildung zur Jugendgruppenleitung für Jugendliche mit Migrationsgeschichte

Die Fugees Akademie veranstaltet, in Kooperation mit der AWO, eine mehrtägige, kostenlose Ausbildung zur Jugendgruppenleitung. Teilnehmen können Jugendliche mit Flucht-und Migrationsgeschichte zwischen 16 und 27 Jahren. Die Ausbildung besteht aus einem Basiskurs, vom 06.-08.05.2022 in Altensteig, und aus einem Aufbaukurs, vom 20.-22-08.2022 in Tübingen. Im Basiskurs wird pädagogisches Grundwissen, bezogen auf Gruppendynamik und die eigene Rolle als Leiter*in, vermittelt. Der Aufbaukurs erweitert das Wissen durch Inhalte wie Teamarbeit, Selbstorganisation, Aufsichtspflicht und verschiedene Spiele. Bewerben kann man sich durch ein kurzes Motivationsschreiben (150 Wörter), bis zum 31.01.2022, bei Danaé Panissié (danae.panissie@tgbw.de).


Stellenausschreibung Netzwerk Pro Sinti & Roma

Die Anlaufstelle / Netzwerk Pro Sinti & Roma, sucht ab sofort-Unterstützer*innen, die sich bis Ende Dezember 2022, auf Honorarbasis für 10 Stunden / Monat mit Interesse und Engagement in folgenden Tätigkeitsbereiche einbringen :

  • Unterstützung der Leitung der Anlaufstelle Pro Sinti & Roma, sich politisch zu engagieren und unter anderem Tätigkeitsfelder der Anlaufstelle bei Institutionen und Organisationen bekannt zu machen
  • Unterstützung bei der Konzeption und Durchführung von Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen verschiedener Formate und Zielgruppen (Vorträge, Kulturveranstaltungen, antiziganismuskritische Bildungsarbeit)
  • regelmäßigen und aktive Teilnahme im Teambesprechungen/Netzwerktreffen (digital oder analog)

Wir erwarten :

  • Engagement und Interesse für die Tätigkeitsfelder
  • Ausgeprägte Kommunikationskompetenz sowie Dialog und Teamfähigkeit -Wünschenswert wären Erfahrungen in der Durchführung und Moderation von Veranstaltungen

Wir bieten :

  • abwechslungsreiche Tätigkeitsbereiche in positiver Arbeitsatmosphäre
  • die Chance, Teil eines bestehenden vielfältigen Teams aus ehrenamtlich Engagierten zu werden

Haben Sie Interesse ? Dann freuen wir uns über eine Bewerbung (inklusive Motivationsschreiben). Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an Kemal Ahmed, E-Mail: k.ahmed@ksew.de, Telefonnummer 0151 633 85 224.